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Xanten
Offene Ateliers mit viel Kunst im Garten

Xanten: Offene Ateliers mit viel Kunst im Garten
FOTO: Ostermann Olaf
Xanten. Zwölf Künstler luden in ihre Werkräume ein - unter ihnen Karin Meinert und Klaus Mattissen. Von Ulrike Keußen

Die Xantener Kunstszene gewährt alle zwei Jahre allen Kunstfreunden mit dem Tag des offenen Ateliers einen Blick in ihren Schaffensprozess. Den Grundstein legten Inge und Rolf Günter Franz in Kooperation mit dem Verein Stadtkultur Xanten. Karin Meinert, selbst Künstlerin und Teilnehmerin sowie Mitglied im Vorstand Stadtkultur, übernahm nun bereits zum sechsten Mal die Projektleitung. Das Foto eines Maisfeldes kennzeichnete die Häuser, die zum Besuch offen standen. Die Rheinische Post hat sich in diesem Jahr zwei Kunstschaffende herausgepickt.

Karin Meinert und ihr Gast Simone van Gelder-Tosses besitzen nicht nur ein offenes Tor, sondern auch ein entsprechendes Wesen. Herzlich, sympathisch, eloquent wird jeder Gast in einem idyllischen Gartenparadies empfangen. Dank des guten Wetters konnte der größte Teil der Gemälde im Garten ausgestellt werden. Keine der Künstlerinnen bevorzugt eine besondere Kunstrichtung. Jede hat ihre persönlichen Präferenzen. Welcher Themenkreis jemandem liege, müsse man selbst herausfinden, sagt sie.

"Und oft probiere ich einfach mal etwas aus", sagt Karen Meinert, die unter anderem Kunst als Lehrfach studiert und und die Malerei als ihr Hobby betrachtet. Ihre Werke wirken denn auch bislang widersprüchlich. Aus gesundheitlichen Gründen arbeitet sie mit Acrylfarben, entdeckte auch welche, die die Brillanz der Farbe auf der Leinwand behalten. Karin Meinert malt gerne Natur-Motive. Blumen zum Beispiel, und sie mag Rot. Warmes, weiches Rot.

Simone van Gelder-Tosses ist Autodidaktin - mit Talent. Sie mag "Mensch und Tier in ihrem Hier und Jetzt". Stimmungen einfangen, Mimik, Blicke, den Glanz der Augen; feine Gesichtshaare, Falten, trockene Lippen oder tief in den Augenhöhlen liegende Augäpfel: Sie alle sind nahezu fotografisch dargestellt. Sie mag Gesichter, die das Leben gezeichnet hat. Ihre Lieblingsmodelle sind aber seit jeher Kühe: "Ich mag sie einfach."

Szenenwechsel: Von Xanten geht es nach Wardt zu Gerd Mattissen. Der frühere Lehrer in Sonsbeck, der jahrelang zum St.-Martinszug den Bettler spielte, lässt sich mit der Vielzahl seiner Werke nicht in eine Schublade stecken. Er erfreut sich, vielleicht deswegen einer großen Beliebtheit. Nach dem Maisfeld-Logo der Offene-Tür-Aktion vor dem Haus Ausschau zu halten, das erübrigt sich. Einen untrüglichen Hinweis bieten zahlreiche, auf der Straße und vor dem Haus abgestellten Fahrzeuge. An das alte Bauernhaus schließt sich ein liebevoll gestalteter Garten an, in dem einige von Mattissens Metallskulpturen ausgestellt sind. Witterungsprozesse haben an den Skulpturen Spuren hinterlassen, die sie einzigartig machen. Der Hausherr begrüßt jeden Kunstinteressierten mit Empathie.

Und schon fühlt man sich wie in einer großen Familie. "Gestalten ist mein Leben", sagt Mattissen. Was das heißt, wird auch sofort klar: schweißen, biegen und dengeln, töpfern, malen und Gedichte schreiben. Die Lesekostprobe im Garten ist inklusive.

In seinem Kopf, so Mattissen, entwickele sich zuerst die Idee für ein Objekt, danach wähle er das Material. Metallbearbeitung mag er besonders. Und eben all die anderen schönen Dinge: Im ehemaligen Pferdestall finden sich Keramiken und Fliesen. Da gibt es Krüge, Teller, Wandteller und Tiere. Dazu gesellen sich von ihm gemalte Bilder, die er am Tag des offenen Ateliers zu Sonderpreisen anbietet. Auch das ist dann wohl eine gestalterische Maßnahme. Mattissen grinst.

Quelle: RP
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