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Sonsbeck
Ohne Barrieren in den neuen Bürgerbus

Sonsbeck: Ohne Barrieren in den neuen Bürgerbus
Torsten Kröll (l.), Vorsitzender Bürgerbusverein Sonsbeck, beschenkt den ersten Fahrgast Jana Witt. Rolf Galow, einer von 25 ehrenamtlichen Busfahrern, fährt den neuen Niederflor FOTO: Heinz Kühnen
Sonsbeck. Der Bürgerbusverein hat einen neuen Wagen. Der Sprinter mit Platz für acht Personen hat keine Treppenstufen mehr, vielmehr ermöglicht nun eine Rampe, einen komfortablen Einstieg. 85.000 Euro kostet das gute Stück. Von Heidrun Jasper

Für Rolf Galow war es ein Déjà-vu: Vor gut fünf Jahren hat der 66-Jährige als erster hinterm Steuer eines neuen Bürgerbusses gesessen - jetzt konnte er schon wieder eine Jungfernfahrt machen, diesmal mit einem nagelneuen "Niederflor"-Bus der Marke Mercedes Sprinter. Barrierefrei.

Bislang mussten Fahrgäste drei Stufen hoch steigen, was sich mit Rollator oder Kinderwagen bisweilen schwierig gestaltete. Jetzt gibt es kein Hindernis beim Ein- und Ausstieg mehr: Der Busfahrer klappt die Rampe runter, fertig. Auch Rollstuhlfahrer kommen so mühelos in den Bus, in dem acht Personen einen Sitzplatz finden - den Busfahrer nicht eingerechnet.

85.000 Euro kostet das gute Stück, "70 Prozent davon zahlt das Land, 30 Prozent der Kreis Wesel", sagt Torsten Kröll (51), erster Vorsitzender des Bürgerbusvereins Sonsbeck. Denn Bürgerbusse müssen nach einem bestimmten Zeitraum ausgemustert werden, entweder weil sie 300.000 Kilometer gefahren wurden oder schon sechs Jahre auf den Straßen unterwegs sind. Dann haben Bürgerbus-Vereine Anspruch auf ein neues Exemplar.

Erster Fahrgast im neuen Sprinter war Jana Witt, die selbstverständlich keinen Cent zahlen musste, sondern noch einen Blumenstrauß vom Vereinsvorsitzenden obendrauf erhielt. Etwa 9000 Menschen nutzen jedes Jahr die Möglichkeit, mit dem Bürgerbus von A nach B zu kommen. Torsten Kröll hofft, dass man mit dem barrierefreien Sprinter die 10.000-Marke knackt. Sonsbeck-Veen-Sonsbeck, Sonsbeck-Xanten-Krankenhaus, Xanten-Sonsbeck: Die Strecken sind seit August 2012 immer gleich, unterwegs kann man zusteigen - oder natürlich auch aussteigen. Und alles zum "Inseltarif", wie Torsten Kröll sagt: Ein Euro bis maximal 2,50 Euro kostet das Ticket, je nach Fahrstrecke.

30 Mitglieder hat der Bürgerbusverein Sonsbeck, 25 von ihnen sitzen abwechselnd und vor allem ehrenamtlich als Fahrer am Steuer, 95 Prozent von ihnen sind Rentner oder Frührentner.

So wie Rolf Galow, der Jahrzehnte als Maler und Lackierer gearbeitet hat, seit sechs Jahren Rentner ist und im März 2012 mit seiner Frau von Mülheim an der Ruhr nach Labbeck gezogen ist. "Dann hab ich sofort beim Bürgerbusverein als Fahrer angefangen", erzählt er.

Fünf Tage in der Woche, montags bis freitags, ist der Bürgerbus im Einsatz, täglich sind 250 Kilometer mehr auf dem Tachometer. Frühschicht ist zwischen 9 und 13.30 Uhr, Mittagsschicht von 14.30 bis 18.30 Uhr. Zwei bis drei Mal im Monat hat Rolf Galow Dienst, jeweils einen halben Tag lang. Er macht das gerne, sagt er, klappt die Rampe hoch, schließt die Tür und fährt los.

Quelle: RP
 
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