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Xanten
Ostermarkt Xanten wieder mit Wetterpech

Xanten: Ostermarkt Xanten wieder mit Wetterpech
Sarah und Lara (3 Jahre) aus Dinslaken vermissten die lebenden Schafe auf dem Ostermarkt. Dafür durften sie das dickste Huhn auf dem Markt streicheln. FOTO: Olaf Ostermann
Xanten. Dauerregen und pfeifender Wind hielten die Besucher von der Innenstadt fern. Einige Aussteller sind erst gar nicht gekommen. Viele weitere fuhren bereits am Samstagabend ab. Marktleiter Manfred Albrecht musste improvisieren. Von Beate Wyglenda

Ließen zarte Sonnenstrahlen am Samstagmorgen noch die Hoffnung keimen, dass mit dem Ostermarkt "Frühling in Xanten" tatsächlich der Lenz in die Stadt Einzug hält, war spätestens zur Mittagszeit aller Optimismus hin. Dauerregen und pfeifender Wind hielten die Besucher von der Innenstadt fern. Gähnende Leere bestimmte das Bild zwischen den Ständen. Einige Aussteller sind erst gar nicht gekommen. Viele weitere fuhren bereits am Samstagabend ab. Bis zum Ende sind lediglich 42 Aussteller geblieben. Rund 70 waren ursprünglich geplant.

Weit mehr als der ausbleibende Umsatz, trieb jedoch die Angst vor Sturmschäden die Verkäufer davon. "Natürlich wollen wir unsere Produkte verkaufen und stehen nicht nur hier, um den Raum zu verschönern", so Christel Schalenberg vom Stand "Die Schönseiferei". "Der geringe Verdienst ist nicht das Schlimme. Viel entscheidender ist die Sorge, dass die Waren oder das Zelt kaputt gehen könnten", ergänzte sie. In den zumeist handgearbeiteten Produkten stecke einfach zu viel Arbeit, um sie von Wind und Regen zerstören zu lassen.

Auch Sandra Maryna Schreiber war das Risiko zu groß zu bleiben. Die Inhaberin von "Tausendschön" verkauft handgemalte Keramik aus Italien und zarte Glasdekorationen. "Wird etwas vom Wind umgeweht, ist es gleich kaputt", erklärte sie. Daneben wirkten die Bilder vom Ostermarkt 2013 nach, als durch eine Windböe ein Zelt ein anderes umgerissen hat. Die Schäden beliefen sich damals auf weit über 500 Euro. "Wenn mein Zelt zum Nachbarn fliegt, bin ich ruiniert", sagte Schalenberg mit Blick zum Stand der Bunzlauer Keramikscheune.

Lange überlegten die beiden Verkäuferinnen, ob sie bleiben sollten oder nicht. Schweren Herzens entschieden sie am Samstagabend, den Ostermarkt vorzeitig abzubrechen. "Das ist so schade. Der Markt ist normalerweise so wunderschön. Die Kulisse ist toll, die Menschen sehr herzlich und die Warenauswahl vielfältig und auserlesen", sagte Schreiber. "Der Xantener Markt ist mein weitester Standort, und doch hat sich die Anfahrt bisher immer gelohnt. Ich hoffe, wir dürfen wiederkommen", fügte die Seifenherstellerin aus Köln hinzu.

Marktleiter Manfred Albrecht zeigte Verständnis, auch wenn das sonntägliche Bild des Marktes ihm einige Bauchschmerzen bescherte. "Teilweise kann ich es nachvollziehen, dass manche Aussteller abgereist sind. Wenn ihnen das Risiko zu groß ist, kann ich nicht sagen, sie hätten unrecht damit. Wir werden gewiss Wind kriegen. Die Frage ist nur, wann und wie heftig", bemerkte er. Für eine "Sauerei" hält der Organisator dagegen die sehr kurzfristigen Absagen einiger Händler. "Manche Leute haben sich einen Tag vorher krankgemeldet. Veräppeln lasse ich mich nicht." Dennoch, so betonte Albrecht, sei der Ostermarkt auch in ausgedünnter Form gestern einen Besuch wert gewesen. "Wir mussten etwas improvisieren, überall etwas zusammenstellen, aber es sind noch viele tolle Stände dageblieben. Wenn jemand also etwas Schönes kaufen will, wird er bestimmt fündig", verdeutlichte der Marktleiter. Eine der standhaften Vertreter war Maria Glenk, die ihre selbstbemalten Seidentücher präsentierte. "Ich habe lange überlegt, ob ich bleiben sollte. Schließlich hat mich meine Standnachbarin dazu überredet", sagte sie. Für die abgereisten Kollegen habe sie allerdings vollstes Verständnis. Etwas Sorge schwinge auch bei ihr mit. "Aber als Xantenerin kann ich ja im Notfall schnell reagieren. Und ich habe einfach Spaß daran, meine Produkte anzubieten."

Quelle: RP
 
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