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Xanten
Partner in Sachen Kirchenmusik

Xanten. Dom-Kantor Matthias Zangerle will Konzerte zum festen Bestandteil der Musik im Viktor-Dom machen. Von Erwin Kohl

Matthias Zangerle ist ein Multitalent. Er ist Organist und Chorleiter, verfügt über ein Gesangsstudium, unterrichtet angehende Sänger an der Düsseldorfer Musikhochschule und wird als Bariton zu Konzerten im In- und Ausland eingeladen. Das alles macht Zangerle nebenher, denn hauptberuflich ist er seit 14 Monaten als Dom-Kantor in Xanten tätig. Inzwischen hat er das frisch renovierte Haus in der Immunität bezogen und dort auch einen passenden Platz für seinen Flügel gefunden. "Das war früher mal die gute Stube der Kanoniker. Die Wandmalereien stammen aus dem Jahr 1754. Ich finde es sehr schön hier", erzählt Zangerle.

Den Wohnortwechsel vom Krefelder Ortsteil Hüls in die Domstadt haben seine Frau Elisabeth und er nicht bereut. "Wir haben uns sehr gut eingelebt, empfinden es als ausgesprochen angenehm, hier zu leben. Der Charme der Stadt hat uns schnell erreicht", erklärt der gebürtige Essener. Fragt man ihn nach der schönsten Seite der Stadt, muss der Kantor nicht lange überlegen: "Mein Lieblingsort ist das Kapitel mit dem Dom in der Mitte. Xanten ist aber auch von einer sehr schönen Landschaft umgeben."

Die dürfte Zangerle zu Beginn seiner Tätigkeit nicht allzu oft genossen haben, denn der Chorleiter ist gleich fulminant durchgestartet. "Ich hatte gewisse Vorstellungen von dem Beruf, die ich umsetzen wollte. Dazu gehörte unter anderem die Gründung eines Mädchenchors, die zudem auch Teil der Stellenausschreibung war", so Zangerle. Mit 15 Sängerinnen im Alter zwischen acht und 16 Jahren ist der neue Chor inzwischen stabil besetzt, ein erster kleiner Auftritt findet vielleicht schon im Dezember statt. Beim Domchor (Zangerle: "Ein ganz zuverlässiger Partner in Sachen Kirchenmusik") ist die Zahl der Mitglieder in einem Jahr von 38 auf 52 angewachsen, und auch beim Chor "Ad Sanctos" sind die Zeichen durchweg positiv.

Zangerles Erfolgsgeheimnis ist das Miteinander. Die Terminvorschläge werden mit den Chören abgestimmt. Alle Konzerte mitsamt der liturgischen Gestaltung werden dann in Flyern veröffentlicht. "Damit wird den Mitgliedern eine Perspektive aufgezeigt, das ist ganz wichtig", erläutert der musikalische Leiter. Außerdem werden die Domchöre grundsätzlich in Konzerte eingebunden, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Davon dürfen sich die Besucher beim großen Konzert am Sonntag, 19. November, ab 16.30 Uhr überzeugen.

Geht es nach Zangerle, sollen Höhepunkte wie dieser künftig zum festen Bestandteil werden: "Ich würde mir wünschen, dass es uns gelingt, Xanten zum Zentrum für Kirchenmusik zu machen. Die Stadt ist unter kirchlichen Aspekten ein ganz wichtiger Ort mit dem Dompropst und dem Sitz des Weihbischofs. Außerdem besitzt der Dom eine enorme Strahlkraft."

Mit der Mozart-Messe und einer Motette von Palestrina befinden sich die nächsten Projekte bereits in Planung. Zangerle hat aber noch einen besonderen Wunsch: "Wenn es finanziell gut vorangeht, würde ich gerne im kommenden Jahr das Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn aufführen. Bis dahin muss sich der Organist aber noch um sein Instrument kümmern. "Die Orgel stammt aus den Siebzigerjahren und müsste dringend gereinigt werden. Das kostet sehr viel Geld, da müssen wir uns die Frage stellen, ob sich das noch lohnt."

Einen externen Fachmann muss die Katholische Propsteigemeinde St. Viktor dafür auf jeden Fall nicht zu Rate ziehen, denn Matthias Zangerle ist nebenher auch einer von zwei Orgelsachverständigen im Bistum Münster.

Zeit für Hobbys bleibt dem Familienvater dementsprechend kaum. Zangerle vermisst trotzdem nichts: "Das hier ist eigentlich mein Hobby, mehr brauche ich nicht."

Quelle: RP
 
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