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Sonsbeck
Pfadis holen Flüchtlinge mitten ins Dorf

Sonsbeck: Pfadis holen Flüchtlinge mitten ins Dorf
Der offene Treff im Fuxbau fördert das Zusammenleben und die Sprachkompetenz der Asylbewerber. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Eine zündende Idee: Die Treffen im Sonsbecker Fuxbau sind in wenigen Monaten zum Erfolgsmodell geworden. Von Rita Hansen

Es war eine spontane Idee, geboren beim ersten Treffen des Unterstützerkreises Asyl im März. Durch Blickkontakt innerhalb der Versammlung verständigten sich Annika Kaiser und Isabel Nabbefeld, um dann ebenso spontan die Idee direkt vorzutragen. Einen offenen Treff in ihrem Domizil Fuxbau für alle wollten die Sonsbecker Pfadfinder anbieten, um ein niedrigschwelliges Angebot für Flüchtlinge zu offerieren. Die Idee wurde umgesetzt. Seither hat es bereits vier Treffen gegeben. Das Erste bereits unmittelbar nach der Versammlung im Kastell.

In den Sprachkursen für Asylbewerber hatten sich die Initiatoren der Scouts sich kurz persönlich vorgestellt und ihre Idee erläutert. Abends harrten sie mit den Sprachpaten (RP berichtete) im Pfadfinderheim der Dinge, oder besser der Menschen, die da kommen sollten. Würde überhaupt jemand kommen?

Mit zehn bis 15 Personen hatten sie grob kalkuliert, erinnert sich die Vorsitzende. Als dann rund 40 Asylbewerber den Weg in den Fuxbau fanden, war die Freude groß. Schnell wurden Getränke und Brezel nachgeordert - und der erste Abend wurde ein voller Erfolg. Beim zweiten Treffen übernahmen syrische Asylbewerber das Zepter in der Küche, beim dritten Treffen gab es Afrikanisches aus Guinea.

"Die Guineer hatten einen Heidenspaß dabei, etwas für uns zu kochen. So hatten sie das Gefühl, sie können uns etwas zurückgeben", berichtet Isabel Nabbefeld. Auch Asylbewerber aus Alpen haben, in Begleitung von Sonsbecker Bekannten, bereits den Weg zu den Treffen im Fuxbau gefunden. An der Pizza haben zuletzt viele Hände und fast genauso viele Nationen mitgewirkt.

Die Stimmung ist locker. Im "Saal" sitzt man gemütlich zusammen, erzählt oder erweitert so gemeinsam den Wortschatz. In der Küche steht Sprachpatin Vera Nabbefeld mit ihrer Schwester Isabel sowie Annika Kaiser und Anke Kretz vom Caritasverband Moers-Xanten zusammen. Tareq Moussa stößt dazu, fragt, ob er noch helfen kann. Er möchte in Deutschland ein neues Leben beginnen, erzählt er. Doch dazu sei noch mehr Deutschunterricht notwendig, als bereits in den vier Sprachkursen in der Woche angeboten wird, findet er.

Tofazz Rahman und Din Islam schauen um die Ecke, bieten ebenfalls ihre Hilfe an. Kleine Sprachfeinheiten werden ihnen dabei direkt von der Sprachpatin erläutert. Dann ist die Pizza fertig. Gemeinsam wird sie aufgetragen, verteilt und gegessen. Ein Abend unter Freunden, der die Asylbewerber aus ihren Unterkünften mitten in die Gemeinde holt - genauso war es von den Initiatoren gedacht.

Quelle: RP
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