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Xanten
Pflegebedürftige Pellets

Xanten: Pflegebedürftige Pellets
Sebastian Lemkens kümmert sich in der Jugendherberge Xanten-Südsee um die Heizungsanlage, in der Holzpellets verbrannt werden. FOTO: RPO
Xanten. Die Jugendherberge Xanten-Südsee ist unter ihresgleichen eine feste Größe. Das Haus ist in vieler Hinsicht erwähnenswert – auch bezüglich seiner modernen Holzpellet-Heizung. Von Dieter Ackermann

Die Leiterin der Jugendherberge, Ursula Hiepler, nimmt uns die Frage nicht übel: „Natürlich sind wir ausgebucht. Wir freuen uns schon darauf, dass mit dem Schließen des U’s im kommenden Winter endlich zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden können.“ Dabei ist das beliebte Haus gerade mal vor vier Jahren eröffnet worden.

Neuartiges Konzept

Viele gute Ideen haben die Architekten damals beim Neubau der Jugendherberge umsetzen können. Dazu gehörte auch die moderne Heizung mit Holzpellets. Ursula Hiepler: „Da eine Ölheizung mit einer im Erdreich vergrabenen Tankanlage hier mitten im Landschaftsschutzgebiet nicht in Frage kam, fiel die Entscheidung für dieses neuartige Konzept relativ leicht.“

Die Jugendherberge Xanten-Südsee heizt und produziert heißes Wasser mit der deutschlandweit ersten Pelletheizung des Deutschen Jugendherbergswerks. Das Staatliche Forstamt in Wesel und das Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen haben die Anlage finanziell als Referenzobjekt gefördert, weil durch dieses Konzept die Emissionen, insbesondere die CO2-Werte um bis zu 95 Prozent gesenkt werden.

„Außerdem passt die Überlegung, die eigene Heizung mit nachwachsendem Holz von teuren Öl- oder Gasimporten unabhängig befeuern zu können, durchaus gut in unsere Überlegungen“, versichert die Herbergsleiterin. Nach inzwischen vierjährigem Betrieb könne sie auch bereits dokumentieren, dass ihre Heizkosten über den Umweltgedanken hinaus etwa um 20 Prozent niedriger ausfallen als bei vergleichbaren Jugendherbergen, die konventionell heizen.

Das alles hört sich fast zu schön an, um wirklich wahr sein zu können. „Richtig“, räumt Ursula Hiepler ein, „da gibt es durchaus auch Nachteile, die bei der Gesamtbetrachtung mit berücksichtigt werden sollten.“

Reinigungsintervalle

Einen echten Nachteil stellten beispielsweise die kurzen Reinigungsintervalle von gerade mal zwei Wochen dar. „Wenn wir die Heizung nicht alle 14 Tage abstellen und gründlich reinigen, dann geht die ganze Anlage auf Störung – nichts geht mehr.“

Und wenn es im Winter mal richtig kalt wird, wenn der Pellet-Lagerraum dringend nach Nachschub schreit, dann habe es auch schon Lieferschwierigkeiten wegen eines knappen Angebots gegeben. Die Leiterin: „Im kalten Winter vor zwei Jahren mussten wir unsere Pellets schon mal sackweise heranschaffen, weil kein Lieferant kurzfristig die benötigte Menge abrufbar hatte.“

Aber unter dem Strich sei sie dennoch durchaus zufrieden mit ihrer Pellet-Anlage: „Wir heizen damit günstiger als viele andere Jugendherbergen und tun damit gleichzeitig etwas Sinnvolles für unsere Umwelt.“

Quelle: RP
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