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Xanten
Plattenweg um den Dom führen

Xanten. Interessensgemeinschaft "All inclusive" fordert den behindertengerechten Ausbau der Immunität. Von Peter Kummer

Das Kopfsteinpflaster rund um den Dom sieht ja gut aus und gibt der Immunität jene nostalgische Note, die zu dem Wahrzeichen der Stadt passt. Doch gerade für ältere und geh- oder sehbehinderte Menschen stellt es ein großes Handicap dar. Am Südportal führen einige Steinstufen hoch, die Rollstuhlfahrer ohne Hilfe nicht bewältigen können. Zwar können sie von hinten über den ebenerdigen Kreuzgang in den Dom gelangen, aber der Weg dorthin ist uneben und holprig. Darum sei es notwendig, dass die Domimmunität behindertengerecht gestaltet wird, spricht sich die Interessensgemeinschaft "All inclusive" für eine Neugestaltung des Rundweges aus. Der Plattenweg, der von der Innenstadt bis zur Michaelskapelle führt, solle von dort weiter bis zum Hauptportal und rund um den ganzen Dom fortgesetzt werden. Mit dieser Maßnahme ließe sich die Barrierefreiheit unserer Stadt entscheidend verbessern, erläutert Helga Schüngel von der Interessensgemeinschaft.

Grundsätzlich stößt der Vorschlag auf offene Ohren innerhalb der Stadtverwaltung. "Erfahrungsgemäß spazieren Besucher und Gäste oftmals über die gesamte Immunität, also einmal komplett um den Dom herum", erläutert sie den Ratsvertretern in einer Stellungnahme zu dem Antrag. "Deshalb sollte die Domimmunität heutzutage für gehbehinderte und nicht-gehbehinderte Menschen gleichermaßen zu erreichen sein." Der "Lückenschluss" würde so eine durchgehende Barrierefreiheit vom Marktplatz bis zur Krimhildmühle bedeuten.

Aber ohne Zustimmung der Kirche als Eigentümer der Domimmunität geht nichts. Derzeit erfolgt eine Abstimmung mit der Pfarrgemeinde St. Viktor, bei der es auch um die Frage einer Kostenbeteiligung geht. Darüber hinaus prüft die Stadt, inwieweit eine finanzielle Förderung beantragt werden kann. Denn klar ist schon mal eines: Es wird teuer. Möglicherweise so teuer, dass der Antrag nur peu à peu umgesetzt werden kann. Der Rundgang müsste warten, statt dessen würde der Plattenweg zunächst einmal nur um die Westseite herum zum Kreuzgang und zum Stiftsmuseum geführt. Auf jeden Fall ist vorgesehen, den Vorschlag von "All inclusive" mit in die Etatberatungen mit aufzunehmen. Tanko Scholten (CDU), auch Vorstandsmitglied des Dombauvereins, verwies im Ausschuss für Bürgerbeteiligung darauf, dass wegen des Denkmalschutzes die Steinstufen am Hauptportal nicht verändert werden dürfen.

Quelle: RP
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