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Xanten
Polizei in Xanten hat ein neues Gesicht

Xanten: Polizei in Xanten hat ein neues Gesicht
Gregor Zey (55) muss sich als Chef der Wache in Xanten mit seinem 20-köpfigen Team um die Sicherheit von rund 40.000 Bürger kümmern. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Gregor Zey (55) ist neuer Leiter der Wache. Landrat Dr. Müller verteidigt die Entscheidung, nachts abzuschließen. Von Bernfried Paus

Die Polizei in Xanten hat seit Montag ein neues Gesicht. Gestern hat Landrat Dr. Ansgar Müller Gregor Zey (55) als neuen Leiter der Wache an der Karthaus vorgestellt. Der Erste Polizeihauptkommissar ist damit Nachfolger von Reinhard Tiggelbeck, der hier vier Jahre lang Chef war und Ende Juli in den Ruhestand verabschiedet worden ist. In der aktuellen Debatte um die nächtliche Besetzung der Wache in der Domstadt rückte die Personalie selber allerdings ein wenig in den Hintergrund. Der Landrat war bemüht, die "prominente" Besetzung der Führungsposition mit einem "erfahrenen, kompetenten Beamten" als Zeichen der "polizeilichen Präsenz vor Ort" darzustellen. Der Chef der Wache sei "Ansprechpartner der Polizei in der Stadt", sagte Müller. Und darüber hinaus. Mit den Außenstellen in Alpen und Sonsbeck ist er mitverantwortlich für rund 40 000 Bürger.

Gregor Zey, der in Isselburg aufgewachsen ist und mit seiner Familie in Rees-Millingen wohnt, ist seit 36 Jahren Polizist. Unter anderem tat er sechs Jahre lang Dienst im Brennpunkt Duisburg-Marxloh. In den zurückliegenden sieben Jahren war er in verantwortlicher Position auf der Einsatzleitstelle in Wesel. "Nun freue ich mich auf die neue Herausforderung als Leiter der Wache in Xanten", sagte der 55-Jährige. Die Stadt, der er als "kulturell reizvoll und aktiv" bezeichnete, wolle er wie Alpen und Sonsbeck in den nächsten Wochen und Monaten besser kennenlernen. Eine Aufgabe werde es sein, mit Ordnungsamt und FZX das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest zu überarbeiten.

Landrat Müller nutze als Polizei-Chef im Kreis Wesel die Gelegenheit, seine Entscheidung, die personelle Präsenz auf der Wache in der Nacht zu reduzieren, zu verteidigen. Vom Herbst an wird die Wache trotz aller Proteste aus der Bürgerschaft und aus dem Rathaus nach 22 Uhr in der Regel nicht mehr besetzt sein (RP berichtete ausführlich). Das geschehe ausschließlich aus personalstrategischen Erwägungen, so Müller. Im Fokus stehe ein Plus an Sicherheit im Kreis Wesel, weil Kräfte frei würden, die bislang durch verschwindend geringe Zahl an Anzeigen während der Nachstunden gebunden seien. "Die polizeiliche Versorgung im Notfall wird sich nicht verschlechtern", so Müller. Im Gegenteil. Auch Xanten profitiere davon, wenn durch effizienten Personaleinsatz mehr Polizisten auf der Straße seien als in der Stube.

Dennoch. Xantens Dezernent Niklas Franke hält den"Abzug in der Nacht in der aktuellen Situation für das falsche Signal". Er werde vielfach als "Verlust an Sicherheit empfunden". Der Landrat hielt dagegen, dass die Polizei im Kreis Wesel mit zehn Wachen deutlich besser in der Fläche vertreten sei als in anderen Kreisen, wo es selbst in Städten mit 40 000 Einwohnern keine Wache mehr gebe. Müller hob hervor, dass der Kreis Wesel durch erfolgreiches "Streifenmanagement" bei der "Einsatzreaktionszeit" unter den 47 Kreispolizeibehörden in NRW einen "Champions League-Platz" einnehme. Im Schnitt sei die Polizei in 12,5 Minuten am Einsatzort, bei Unfällen mit Verletzten oder bei Tätern vor Ort sogar in der Hälfte der Zeit. Dass man schon mal schneller war, erklärte Polizeidirektor Hans-Georg Schroer so: "Das Konfliktpotenzial nimmt zu."

Quelle: RP
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