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Xanten
Popolskis "kloppen der Putz von der Decke"

Xanten. Unter den 600 Zuschauern im Strandbad Wardt fand sich kein Mann für Cousine Dorota. Von Peter Gottschlich

Pawel Popolski zeigt sich "verblufft", wie "wir jeder Abend an der Laufen kriegen". Mit "wir" meint er seine Cousine Dorota Popolski, die er zu einem kurzen musikalischen Gastspiel auf die Bühne holt, sowie seinen Bruder Janusz Popolski, der zweimal mit "modernster polnischer Videotechnik von Skypek" zugeschaltet ist. Schließlich sind sie schnell auf "Betriebstemperatur", wie es der 50-jährige Musik-Comedian sagt, genau so schnell wie die Zuschauer der Popolski-Wohnzimmershow am Donnerstag an der Südsee.

Dabei hilft "Wudka", den Pawel Popolski von "vier polnischen Hostessen" verteilen lässt, allerdings nur in homöopathischen Dosen. Schließlich sollen die Zuschauer in Xanten, der "City of Polkamusic", nicht zu viel Alkohol in sich haben, wenn sie Show "Der wissen der Wenigste" sehen, anders als er, der sich schon vor der Show einen "hinter der Kombuse gelotet" hat. Er fordert sie auf, die Wodka-Gläser, die aus Kunststoff bestehen, über den Rücken hinter sich zu werfen, nachdem sie sie geleert haben.

Pawel Popolski führt die Neulinge, die zum ersten Mal die Familie Popolski sehen, in deren Geschichte ein. Wie er durch Handhochheben erfährt, sind das rund die Hälfte der 600 Zuschauer. Er liest aus einem Buch seines Alter Egos Achim Hagemann vor, um den Zuschauern seinen Opa Piotrek Popolski vorzustellen, der 128.000 Popsongs komponiert habe, die alle von polnischen Autohändlern gestohlen und weiterverkauft worden seien. "Dieter Bohlen hat gestohlen alle Hits aus Polen", berichtet er.

Er erzählt an seinem Schlagzeug, der "Kofferschießbude", wie sein Opa als Polkafan "der Raps" erfunden habe, was einer der besten Szenen der Show ist. Diesmal geht er am Klavier aber noch weiter. Sein Opa habe sogar die großen Filmmusiken beeinflusst, weil er vor dem Ton "fis" gewarnt, der sich unerträglich anhöre. So bestehe das Gitarrengeschrei aus dem Hitchcock-Film Psycho, das von Bernard Herrmann komponiert wurde, aus "fis". Das gleiche gälte für das Bassvibrieren aus dem Spielberg-Film "Der weiße Hai", das aus der Feder von John Williams stammt. "Ich luge nich", behauptet er. Um das zu beweisen, hackt er die Melodien am Klavier "ordentlich in der Tasten". "Da geht der Post ab durch der Decke", begrüßt er seine Cousine Dorota, als sie auf die Bühne kommt. Gemeinsam "kloppen sie der Putz von der Decke". Sie singen, der Sloty sei die härteste Währung der Welt. Dazu sucht Dorota Popolski einen Mann mit Aktienpaket, der ihr auch eine Kontovollmacht übertragen soll. In Wardt war sie die eine Verliererin, denn kein seriöser Anwärter mit "voll eingezahlter Bausparvertag" und Aktienpaket fand sich zur Kontaktaufnahme. Der andere Verlierer war Janusz Popolski, der bei der Liveschaltung in "der elfte Etage einer Plattenbau" in Zabrze "nicht der hellste Kerze auf der Torte" war, wie Pawel sagte. Dafür strahlte er als Gewinner, der die Herzen der Polka-Neulinge für sich erobern konnte. Die anderen gehörten ihm bereits.

Quelle: RP
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