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Xanten
Proteste beim Spatenstich für den Kurpark

Xanten: Proteste beim Spatenstich für den Kurpark
Spatenstich mit Protest (vorne v.l.): Bevor Bürgermeister Thomas Görtz, Planungs- und Umweltausschussvorsitzender Josef Bours, Katja Schreiber von der Planergruppe Oberhausen, Bauunternehmer Peter Knappmann und der Technische Dezernent Niklas Franke die Erde bewegen konnten, gab es immer wieder laute Zwischenrufe und Pfiffe. FOTO: Heinz Kühnen
Xanten. Begleitet von wütenden Protesten fiel gestern der offizielle Startschuss für das 5,4-Millionen-Euro-Projekt Kurpark. Gut 40 Bürger waren dem Aufruf der FBI gefolgt und demonstrierten in erster Linie gegen das Abholzen von gut 150 Bäumen, die unter anderem einem vorgesehenen barrierefreien Weg zum Opfer fielen. Von Heinz Kühnen

Dass aus gärtnerischer Sicht und wegen Baumkrankheiten weitere Holzgewächse der Säge zum Opfer fielen, ließen die Demonstranten nicht gelten. Zumindest nicht im letztendlichen Ausmaß. Protestler wie Elmar Brune und Georg Hampen bemängelten zudem, dass inzwischen auch Spielplätze abgebaut worden und die Folgekosten mit jährlich 250.000 Euro zu hoch seien.

Bürgermeister Thomas Görtz hatte zu Beginn des kleinen "Festakts" um Fairness gebeten, wurde aber in seiner Rede immer wieder lauthals und von Pfiffen unterbrochen. Görtz erinnerte an das bewusst öffentliche Verfahren mit gut besuchten Workshops und breiter Zustimmung. Er warb darum, "den von den Volksvertretern im Rat gefassten Beschluss zum Bau des Parks zu akzeptieren. Und wenn neue Spielplätze her sollen, dann müssten die alten, maroden eben auch abgebaut werden. Görtz zeigte sich überzeugt davon, dass das "weitere Alleinstellungsmerkmal" Xantens bei Xantenern wie Kurgästen einmal als bedeutender Schritt in eine gute Zukunft der Stadt angesehen werde. In Bezug auf die Stadtentwicklung bedeute das Projekt, dass das Land zu 80 Prozent finanziert, einen "Meilenstein", so Görtz: "Die ursprünglich zu den Verteidigungsanlagen gehörenden Wallanlagen erhalten eine neue Qualität als attraktive Erholungs- und Freizeitfläche."

Auch nach dem offiziellen Spatenstich gingen die Diskussionen mit Ratsvertretern und der Stadtverwaltung weiter. Der Technische Dezernent Niklas Franke nannte die 250.000 Euro-Rechnung in diesem Zusammenhang als verfehlt, da sie nicht als zusätzliche Summe oben drauf gerechnet werden dürfe. Auch jetzt schon kosteten die Wälle Geld, und gegengerechnet werden müsse auch der Landeszuschuss: "Sonst hätten wir die nach Jahrzehnten notwendig gewordenen Sanierungsmaßnahmen ganz selbst zahlen müssen.

Und Katja Schreiber von der Planungsgruppe Oberhausen erläuterte mehrfach den "Grünplan" zum Beispiel mit Hecken sowie das anstehende Verfahren, bei dem erst im Juli im Rat auch zum Beispiel über Ersatzpflanzungen im zweiten Bauabschnitt entschieden werde. Im ersten Abschnitt geht es nun um den zukünftigen Bibelgarten an der Engelbert-Humperdinck-Straße sowie um die neuen Wege im Süd- und Ostwall, wo eben auch ein neuer "hochwertiger" Spielplatz angelegt werden soll. Im Ostwall ist ein Teilbereich schon abgesperrt.

Nach gut 50 Minuten kehrte gestern Mittag in den Wällen und am Proteststand der FBI am Rathaus wieder Ruhe ein. Fraktionsvorsitzender Peter Hilbig zeigte sich mit derart lautem Protest beim Spatenstich nicht so ganz einverstanden: "Aber recht haben wir ja."

Quelle: RP
 
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