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Xanten
Radweg auf dem Deich bleibt umstritten

Xanten: Radweg auf dem Deich bleibt umstritten
Blick auf Lüttingen aus der Vogelperspektive. Wenn der Deich saniert wird, könnte auf seiner Krone ein durchgängiger Radweg gebaut werden. Viele Anlieger sind gegen diese Pläne. Der Planungsausschuss informiert sich heute vor Ort. FOTO: Arnulf Stoffel (ast)
Xanten. Heute berät der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt. Ortstermin in Lüttingen. Brief der Anwohner. Von Dirk Möwius

Raus in die Kälte heißt es heute für die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt. Vor der eigentlichen Sitzung im Rathaus (17 Uhr) findet ein Ortstermin in Lüttingen statt. Um über das umstrittene Thema "Radweg auf dem Deich" zu entscheiden, treffen sich die Politiker Am Dorfend, um sich dort und an zwei anderen Stellen die Lage vor Ort anzuschauen. Währenddessen haben sich die Anlieger auch mit Blick auf die Versammlung des CDU-Ortsverbandes Lüttingen und die dortige Diskussion noch einmal zum Thema geäußert.

Heinrich-Wilhelm Heien schreibt: "Radweg vorm Haus, Radweg hinterm Haus, Terrassen, Balkone, Ruheräume zur Besichtigung freigegeben! In der Regel sind und werden Häuser so gebaut, dass die Ruhezonen von der Straße abgewandt liegen. Wenn nachträglich ein Radweg entlang dieser Ruhezonen gebaut wird, haben die Anwohner nicht mehr die Möglichkeit, ihre Häuser und Gartenanlagen zu verlegen. Bereits im Jahr 2015 haben aus diesem Grund nahezu alle Anlieger des Deiches in Lüttingen sich gegen den neu geplanten Radweg auf dem Deich ausgesprochen und Widerspruch bei der Stadt Xanten und der Bezirksregierung eingelegt.

Die Erzbischof-Bruno-Straße und die Fischerstraße werden auch jetzt schon seit Jahren als attraktiver und ausgewiesener Radweg von vielen Radfahrern und Touristen genutzt. Den Anwohnern leuchtet nicht ein, warum nun NOCH ein Radweg parallel dieser und weiterer betroffener Straßen freigegeben werden soll, der den Blick auf alle Gärten und Ruhezonen frei gibt. Durch die festgelegte Deichschutzzone ist es den Anwohnern ausdrücklich untersagt, Sträucher, Hecken und Bäumen als Sichtschutz zu pflanzen. Somit besitzen sie keine Möglichkeit, sich vor den Blicken der Radfahrer und Fußgänger zu schützen. In der Baunutzungsverordnung ist das Gebot der Rücksichtnahme verankert, das die Stadt Xanten dingend überprüfen sollte. Auch die Mitglieder des Stadtrates sollten sich die Frage stellen, wie es ihnen gefallen würde, wenn Scharen von Radfahrern an ihrer Terrasse und ihrem Schlafzimmer vorbei radeln würden." Der Deichverband Xanten-Kleve beabsichtigt, den Deich am Rhein im Bereich der Ortschaften Lüttingen und Wardt zu sanieren. Dabei könnte der zukünftige Deichkronenweg zu einem öffentlichen Fuß- und Radweg werden. Dagegen richtet sich der Protest der Bürger. In der Vorlage für den Ausschuss schlägt die Verwaltung nun vor, eine Route für den Radweg zu wählen, die nicht komplett über den Deich geht. Sie soll ausgehend von der Straße Bislicher Insel auf dem Deichkronenweg in Richtung Nordwesten, weiter auf dem Deichkronenweg des neuen Deiches bis Höhe Lamersweg/Schützenplatz, über die geplante Abfahrt vom Deich auf den Lamersweg und hierauf in Richtung Südwesten bis zur Pantaleonstraße, weiter auf der Pantaleonstraße in Richtung Westen bis zur Fischerstraße, weiter auf der Fischerstraße in Richtung Nordwesten bis zum Willibrordweg und auf dem Willibrordweg in Richtung Nordosten zurück auf den künftigen Deichkronenweg führen. Zudem soll mit betroffenen Grundstückseigentümern, deren rückwärtige Grundstücksflächen an den geplanten Deich angrenzen, Verhandlungen über die Möglichkeit von Sichtschutzpflanzungen geführt werden.

Quelle: RP
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