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Xanten
Rat erörtert Zukunft der Kriemhildmühle

Xanten. Am Dienstag wird der Rat eine schwere Entscheidung treffen müssen: Was ist die Sanierung des alten Bauwerkes an der Stadtmauer wert? Café, Museum, Bäckerei - oder alles: Die Kosten werden wohl entscheidend sein. Von Peter Kummer

Museum? Bäckerei? Café? Für die dringend erforderliche Sanierung der Kriemhildmühle stehen verschiedene Möglichkeiten zur Debatte. Je nachdem, für welche sich der Stadtrat entscheidet, fallen Kosten zwischen geschätzten 160.000 und 311.000 Euro an. Am kommenden Dienstag will sich die Lokalpolitik auf einen Sanierungskurs festlegen.

Erste Untersuchungen des alten Gebäudes am Nordwall, das im städtischen Eigentum ist und in der derzeit Pächter Rolf Peter Weichold seine Bäckerei betreibt, hat einen erheblichen Sanierungsstau zutage gefördert (die Redaktion berichtete).

Dieser betrifft den Arbeits-, Brand- und Explosionsschutz. Die gesamte Elektrik zum Beispiel muss komplett ausgetauscht werden, ein Flucht- und Rettungsweg fehlt, der Abstieg ist ausschließlich über die engen Treppen und durch enge Luken möglich, eine Sicherheitsbeleuchtung gibt es ebenfalls.

"Aufgrund der vorhandenen Mängel mussten der touristische Betrieb sowie der Verkaufsraum vorerst stillgelegt werden", schreibt die Stadtverwaltung in einer Übersicht an den Rat. "Lediglich der Mahlbetrieb sowie die Backstube, deren Betrieb von Fachkräften erledigt wird, kann unter Auflagen noch aufrecht erhalten werden."

Als Entscheidungshilfe hat die Verwaltung drei Möglichkeiten durchgespielt und die Kosten geschätzt. Möglichkeit eins geht von einem gewerblichen Betrieb samt Mahlen und Backen aus, ergänzt um einen Museumsbetrieb. Die Kosten voraussichtlich: etwa 192.000 Euro.

Eine Alternative wäre eine minimale Sanierung, um die Mühle nur noch als Museum zu führen. Das würde etwa 160.000 Euro kosten, da bei der Elektronik und der Heizung gespart werden kann. Oder die Kriemhildmühle wird so umgebaut, dass zusätzlich ein Café-Betrieb möglich ist. Dann wären mit zusätzlichen Kosten für Außenanlage und WC (55.000 Euro) und den Umbau der Innenräume (64.000 Euro) zu rechnen. Macht unter dem Strich, so die Verwaltung, insgesamt 311.000 Euro.

Rolf Peter Weichhold betreibt seit Mitte der 90er Jahre die Mühle, mahlt dort im Jahr über 50 Tonnen Mehl und backt über 90 Tonnen Brot. Außerdem können sich Besucher aus nächster Nähe ansehen, wie eine historische Mühle arbeitet. Weichold ist bereit, die Mühle zusätzlich als Café zu führen, aber in einem kleinen Rahmen. "Die Mühle liegt nahe am Weg zwischen APX und Stadtkern und wird daher eher Durchgangsstation sein", sagt er. "Nach meiner Erfahrung würde ich fast keine Indoor-Plätze einplanen, nur eine kleine Stehcafé-ähnliche Tischgruppe an einem Backstuben-Tresen nahe der Ofenwärme."

Im Hauptausschuss signalisierten die Fraktionen schon einmal den Wunsch nach Erhalt auch des Bäckereiangebots. "Dieses Xantener Alleinstellungsmerkmal sollte erhalten bleiben", sagte zum Beispiel Olaf Finke (SPD), "und es sollte über einen Museumsbetrieb hinausgehen."

Mehrheitlich waren die Ratsvertreter grundsätzlich auch einem Café gegenüber aufgeschlossen. Nur die BBX sprach sich dagegen aus. Man habe in der Stadt bereits ein großes Angebot, sagte Matthias Voll. Peter Hilbig (FBI) wünschte sich aber bis zur Ratssitzung noch Kostenkalkulationen für eine abgespeckte Café-Variante. "Das wurde bislang nicht ausreichend beleuchtet." Außerdem seien die Ausgaben für ein öffentliches WC auch dem Kurpark zuzuschlagen. Bürgermeister Thomas Görtz kündigte an, nach Förderprogrammen Ausschau zu halten. Man sei auf der Suche nach Geld abseits des Schuldenmachens.

Quelle: RP
 
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