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Sonsbeck
Rekordbeteiligung beim Jumborun

Sonsbeck: Rekordbeteiligung beim Jumborun
Ob im Beiwagen oder hinten auf der Maschine - die Gäste hatten richtig viel Spaß beim Jumborun. Zu den Bikern gehören neben Freiwilligen aus ganz NRW inzwischen auch Fahrergruppen aus Ostfriesland, Belgien und den Niederlanden. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Gelebte Inklusion: 173 Biker waren gekommen, um behinderten Menschen die Ausfahrt zu ermöglichen. Rund drei Kilometer lang war der Motorradkorso durch "Sonsbike". Dann ging es auf Tour quer durch den Niederrhein. Von Beate Wyglenda

Mit mehr Maschinen als je zuvor setzte sich der Jumbo-Run am Samstag in Bewegung. 173 Biker waren dabei. Rund drei Kilometer lang war der Motorradkorso. Doch statt "Born to be wild" und Geschwindigkeitsrausch standen für die Fahrer Kinder und Erwachsene mit Behinderung im Fokus. Zum 17. Mal machten sich mit dem "Unternehmen Zündkerze" wieder zahlreiche Motorradfahrer mit ihren Trikes, Choppern und Gespannwagen auf Tour, damit auch behinderte Menschen mal die Nase in den Wind halten können.

Über 80 Kilometer quer durch den Niederrhein legten die Motorradfans gemeinsam zurück. Nach der obligatorischen Stadtrundfahrt durch "Sonsbike" ging es durch Xanten, Perrich, Alpen und Leucht nach Sevelen, wo es eine kurze Verschnaufpause gab. Auf dem Rückweg zum Lager galt es noch, Kehrum und Kapellen Hallo zu sagen. "Wir möchten schließlich keine Kirmestour machen, bei der es nur einmal rum um den Block geht. Die Fahrt soll sich für die Leute schon lohnen", sagte Mitinitiator Willi Kisters. Auch Martina Seilhauser und Julia Duczek aus Xanten waren dabei. Für sie strahlt das Gefühl auf zwei Rädern einen ganz besonderen Reiz aus. "Allein der Klang der Maschine ist schon toll. Bei der Fahrt selbst fühlt man sich dann einfach nur frei", bemerkte Duczek.

Zu den Bikern gehören neben Freiwilligen aus ganz NRW inzwischen auch Fahrergruppen aus Ostfriesland, Belgien und den Niederlanden. "Natürlich investiert jeder Fahrer etwas dabei, doch man erhält auch sehr viel zurück. Die Beifahrer sind einfach so ehrlich, authentisch und sie freuen sich so unbändig auf die Tour, dass man aus dieser Freude selbst nur profitieren kann", erklärte Kisters. Manche Fahrer-Beifahrer-Paare haben sich sogar zu echten Freundschaften entwickelt. Es gibt Karten zu Weihnachten, Einladungen zu Geburtstagen und einen festen Platz bei jedem Jumbo-Run.

Auch Andreas Scholz ist zehn Jahre lang immer mit dem gleichen Jungen gefahren. "Marvin konnte schon drei Tage vor der Fahrt nicht mehr schlafen. Kaum waren wir paar Kilometer gefahren, schlief er auf dem Motorrad ein", erzählte der Xantener lächelnd. Dieses Jahr war Marvin nicht mehr dabei. Stattdessen ist Bianca zum ersten Mal mitgefahren. "Sie hatte auch richtig Spaß und will nächstes Jahr auf jeden Fall wiederkommen", bemerkte Scholz glücklich.

Der Fahrer selbst nehme aus gleich mehreren Gründen jedes Jahr am Jumbo-Run teil, wie er erklärte. "Zum einen habe ich ein gesundes Kind. Dafür bin ich sehr dankbar und möchte der Welt für dieses Glück gerne etwas zurückgeben. Des Weiteren gehöre ich einer Triker-Gemeinschaft an, die sich bei verschiedenen gemeinnützigen Aktionen beteiligt", erzählte er. Außerdem, so betonte Scholz, mache der Ausflug einfach Riesenspaß. "Die Fahrt an sich, hinterher klönen und sich austauschen - das ist Spaß ohne Ende", ergänzte er.

Denn auch nach der Tour wird noch Gemeinschaft gepflegt. Zurück in Sonsbeck wird jedes Jahr der Grill angeschmissen, ein Lagerfeuer entzündet und die Musik aufgedreht. Bis in die späten Abendstunden sitzen behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen und tauschen sich aus.

Zusätzlich kommen noch viele Familienmitglieder, Freunde und neugierige Gäste zum Abendlager hinzu. "Dieses Jahr waren wir mit etwa 600 Personen hier", sagte Willi Kisters vom Unternehmen Zündkerze, "das ist einfach ein schönes Miteinander. Gesund oder mit Handicap - das interessiert dann niemanden mehr."

www.unternehmen-zuendkerze.de

Quelle: RP
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