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S'Grooten-Schule in Sonsbeck
Sanieren oder abreißen

Sonsbeck. Am Ende des Schuljahres werden die Türen zur Hauptschule in Sonsbeck endgültig geschlossen. Von Heidrun Jasper

"Am Ende des Schuljahres wird das Gebäudes an die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck übergeben": Wehmut schwang mit, als Monika Labmeier im Schulausschuss den Sachstand in der S'Grooten-Hauptschule mitteilte. 33 Schüler besuchen den letzten Jahrgang, zehn machen den mittleren Schulabschluss. Sechs Lehrer unterrichten mit reduzierter Stundenzahl, außerdem zwei Ersatzkräfte. "Wir werden das Schuljahr erfolgreich beenden", so die Schulleiterin. Sie freut sich, dass die Tendenz zur Ausbildung geht und nicht dahin, durch den Besuch eines Berufskollegs Zeit zu überbrücken.

800 Schüler besuchen die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck, deren Leiter seit dem 1. August Frank Pieper heißt. 144 Jungen und Mädchen davon gehen zum Standort Sonsbeck (Jahrgang fünf bis sieben). Praktika, Tage religiöser Orientierung und neue Medien/Digitalisierung gehören zum Schulalltag. Und Internationalisierung. Meint: Aufenthalte in Gastfamilien. "100 Gesamtschüler fahren über Karneval nach England", berichtete Schulleiter Pieper. Auch dass die Schule unlängst Fair-Trade-Schule geworden ist und schon zwei Mal Preisträger beim Wettbewerb "gute, gesunde Schule" war.

Auch das Thema Unterrichtsausfall an der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck wurde im Ausschuss angesprochen. Pieper bestätigte, dass die Jahrgänge sieben und neun nachmittags keinen Unterricht haben und es in den Fächern Chemie und Physik "bislang mager" aussieht. Von den drei Lehrerinnen, die diese Fächer unterrichten, sei eine längerfristig erkrankt. Zwar seien 60 Kollegen ein guter Schnitt, "aber wir haben trotzdem einen Unterhang an Lehrkräften", so Pieper.

Zwei zusätzliche Lehrer seien im November gekommen, im Februar würden noch einmal drei Stellen ausgeschrieben. Der Leiter der Gesamtschule nutzte die Gelegenheit, auf den Tag der offenen Tür am Freitag, 1. Dezember, 16 bis 18 Uhr, am Standort in Sonsbeck hinzuweisen.

Was denn aus dem Gebäudekomplex wird, wenn die letzten Schüler nächstes Jahr die Hauptschule verlassen haben, wollte Dr. Wolfgang Ebert (Evangelische Kirchengemeinde) wissen. Der Zustand des Gebäudes aus den 70er Jahren werde jetzt geprüft, erhebliche Sanierungsmaßnahmen stünden wohl an, antwortete Bürgermeister Heiko Schmidt. "Wenn man in der Schule sitzt, kann man den Wind spüren", bestätigte Lehrerin Claudia Kutznik, "und den Regen merkt man auch." Auch der alte Sanitärbereich müsste dringend auf Vordermann gebracht werden. "Wir müssen jetzt prüfen, wie teuer das Ganze wird und ob ein Abriss vielleicht die kostengünstigere Alternative wäre", so Schmidt weiter.

Erfreuliches konnte Martin Nenno, Leiter der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule, berichten: Der Schülerlostendienst in den dunklen Monaten sei gesichert, "die Arbeit wird von drei auf acht Schulterpaare verteilt". Ehrenamtliche sorgen dafür, dass die Mädchen und Jungen von Oktober bis Ende Februar morgens sicher über die Hochstraße kommen. Schallisolierte Decken in den Klassenzimmern, 256 Schüler, genug Lehrer, im kommenden Schuljahr vierzügig: Es läuft gut an der Sonsbecker Grundschule.

Quelle: RP
 
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