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Xanten
Schiffsmotor heizt den Xantenern ein

Xanten: Schiffsmotor heizt den Xantenern ein
Im Herzen des Xantener Blockheizkraftwerks erläutert Marcus Kempkes den Motor. Von links: Stefan Krämer, Niklas Franke, Stephan Grundmann und Thomas Görtz. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Das Blockheizkraftwerk an der Sonsbecker Straße versorgt neben Schulen und Hallenbad auch das Neubaugebiet Hochbruch. Der Moerser Energieversorger Enni unterstützt die Netzwerke GmbH bei Abwicklung und Abrechnung. Von Dirk Möwius

Ortstermin an der Sonsbecker Straße in Xanten. Dort steht hinter einem unscheinbaren Eingang der Motor, 1500 PS stark, von 16 Zylindern angetrieben, einst konzipiert, um ein Schiff auf Fahrt zu bringen. Heute produziert die Maschine Wärme und Strom. Sie ist das Herzstück des Blockheizkraftwerks der Netzwerke Xanten GmbH (NWX), die Wärme für Schulen und das Hallenbad sowie bald auch für 70 Grundstücke im Neubaugebiet Hochbruch liefert. Und damit ist sie sozusagen auch der Auslöser für eine neue Zusammenarbeit des Moerser Energieversorger Enni mit der Stadt Xanten. Als Dienstleister übernimmt Enni für NWX alle Hintergrundarbeiten wie etwa die Abrechnung mit den Kunden.

Nachdem die Gerichte den Bau des umstrittenen Bioenergiezentrum Xanten (BEX) in Ursel gestoppt hatten, brauchte Xanten eine schnelle Lösung für ein Wärmeangebot. Schließlich lagen in der umgebauten Sonsbecker Straße schon die Rohre. So kam es zur Gründung der Netzwerke-Gesellschaft und zum Bau des Blockheizkraftwerks. Aus Sicht von Bürgermeister Thomas Görtz gerade noch schnell genug: "Wir profitieren noch von der höheren Förderung vor Änderung des EEG:" Doch Görtz räumt auch ein, dass die ersten Überlegungen, die Stadtverwaltung und DBX könnten das alles "so nebenbei" abwickeln, eine Fehleinschätzung waren. Es fehle an fachlichen Kapazitäten und kaufmännischem Know how in Energiefragen. Kämmerer Stephan Grundmann, zugleich auch NWX-Geschäftsführer: "Es geht ja nicht nur darum, den Motor anzuschmeißen, sondern um juristisch sichere, detaillierte Vertragsgestaltungen." Also wurde ein Partner gesucht, zunächst befristet bis Ende des Jahres. Aus mehreren Angeboten ging Enni als Sieger hervor. Geschäftsführer Stefan Krämer, der sich sehr freut, in Xanten eine weitere Aufgabe übernehmen zu können, bestätigt, dass auch die junge Netzwerke-Gesellschaft mit den noch wenigen Kunden am Ende so etwas wie ein kleines Stadtwerk ist. Sieben Fachabteilungen habe man beteiligen müssen, um alle Fragen zu lösen. Für die Kunden ist Enni als Dienstleister nun der direkte Ansprechpartner, Vertragspartner bleibt natürlich die NWX. Niklas Franke, Technischer Dezernent der Stadt Xanten: "Enni wird uns auch helfen, die Anlage technisch zu optimieren." Und da das Ganze im nächsten Jahr richtig spannend wird, wenn das Neubaugebiet bezogen wird, bemüht sich Enni auch um die Vertragsverlängerung.

Auch wenn es nur ein kleiner Auftrag ist, passt die Zusammenarbeit perfekt in die Strategie von Enni. "Neben unserem Stammgeschäft in Moers und Neukirchen-Vluyn sind wir seit gut sechs Jahren dabei, neue Kunden am Niederrhein in der Region zwischen A 40 und Xanten zu gewinnen", so Stefan Krämer. Und das funktioniere immer besser. Neben vielen Firmen- und Privatkunden beliefert Enni auch die Stadt Xanten mit Strom und Gas, in Rheinberg hat sie die Ausschreibung des Erdgasnetzes gewonnen. Dass Enni sich auch im Sponsoring engagiert und neben den bekannten Enni-Bandnächten nun auch das Festival Musiksommer Xanten unterstützt hat, macht sich auch messbar bemerkbar. Stefan Krämer: "In Moers und Neukirchen-Vluyn haben wir einen Bekanntheitsgrad von 90 Prozent. In Duisburg kennt uns mit vier Prozent so gut wie niemand. Die neuste Umfrage hat aber gezeigt, dass in der Region zwischen Rheinberg und Xanten nun schon 40 Prozent den Namen Enni in Verbindung mit dem Begriff Stadtwerke einzuordnen wissen."

Dass Enni auch interessiert ist, sollte die NWX grundsätzlich neu aufgestellt werden, ist keine Frage. Thomas Görtz: "Über die weiteren Entwicklungen wird die Gesellschafterversammlung beraten. Wir werden uns vor einer Entscheidung auch beraten lassen und würden gegebenenfalls einen Partner über ein Ausschreibungsverfahren suchen."

Quelle: RP
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