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Xanten
Schlechte Aussicht für "Schöne Aussicht"

Xanten: Schlechte Aussicht für "Schöne Aussicht"
Von wegen "Schöne Aussicht": Der Parkplatz neben der Tankstelle an der B 57 in Xanten wird ständig zugemüllt. Straßen.NRW reagiert nun. Seit gestern ist dort Halteverbot, ab 1. September wird der Parkplatz komplett gesperrt. FOTO: Arfi
Xanten. Der Parkplatz an der B57 wird ständig zugemüllt. Deshalb wird er zum 1. September geschlossen. Von Peter Kummer

Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs Xanten, die regelmäßig ihre Strecken abfahren oder begehen, können nur mit dem Kopf schütteln angesichts der Abfallfunde, die sie immer wieder am Wegesrand machen. Wilde Müllkippen sind auch in Xanten ein Thema, wenn auch nicht in dem Maße wie in anderen Städten und Gemeinden. "Gott sei Dank", meint DBX-Vorstand Harald Rodiek.

Stoßen allerdings seine Mitarbeiter mal wieder auf illegal weggeworfenen Müll, dann wird zeitnah aufgesammelt und entsorgt, "damit es gar nicht erst zu keiner Massenansammlung kommt", so Rodiek. Denn wo erst einmal ein Sack Müll steht, ein Elektrogerät abgestellt oder Bauschutt abgeladen ist, gesellt sich schnell weiteres hinzu. Darum ist Eile geboten.

Ein ständiges Ärgernis ist der Parkplatz an der B 57 zwischen Birten und Xanten-Stadt kurz hinter der Total-Tankstelle. Der Platz gehört zwar in den Bereich des Bundes und damit in die Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßen.NRW. Aber der DBX fährt auch ihn immer wieder ab und sammelt fleißig ein. Inzwischen ist jedoch die Verärgerung über den vielen Müll so groß, dass Straßen.NRW den Parkplatz, in der Bevölkerung unter der Bezeichnung "Schöne Aussicht" bekannt, zum 1. September schließen wird. Seit gestern besteht ein Halteverbot. "Durch die stetig gestiegene illegale Entsorgung von Müll bzw. Nutzung der Parkfläche durch Aufstellung von Werbefahrzeugen aller Art ist er auffällig geworden. Regelmäßig wird die Zaunanlage beschädigt, um die dahinterliegende Böschung ebenfalls zu vermüllen oder um dort seine Notdurft zu verrichten", beklagt Betriebsleiter Frank Budnowski von der Straßenmeisterei Voerde. Eine "normale" Nutzung lasse sich nicht feststellen. "Der große finanzielle und personelle Aufwand zur Unterhaltung steht der kaum feststellbaren Nutzung als Rastplatz entgegen", erläutert Budnowski zum Hintergrund.

Die meisten Müllkippen-Standorte sind dem DBX bekannt. Der Abfall wird nicht immer automatisch entsorgt. "Wir sichten auch ab und zu die Säcke", sagt Harald Rodiek. Und werden manchmal fündig. Dann findet sich ein Briefumschlag oder ein Lieferschein mit einer Adresse. Rodiek: "Wir fragen dann höflich nach, wie es sein kann, dass er in den Müll gelangt ist."

Die illegale Entsorgung von Abfall kann mit hohen Bußgeldern belegt werden; die Höhe richtet sich nach dem Ausmaß und kann schon mal mehrere Tausend Euro betragen. Die Höhe ist abhängig von der Gefährdung für die Umwelt. "Altöl abzulassen oder einen Kanister irgendwo abzustellen, ist brutal", erläutert der DBX-Vorstand. Auch Batterien, selbst die kleinen handelsüblichen, gefährden die Umwelt. Gleiches gilt für Chemikalien und alte Farben.

Vielfach erhält der DBX Tipps aus der Bevölkerung. In Zeiten, in denen fast jeder unterwegs ein Handy mit Kamerafunktion dabei hat, werden sie mit einem Foto untermauert. Rodiek betont: "Mit Anschwärzen hat dies nichts zu tun."

Für die Entsorgung wilder Müllkippen muss letztendlich der Steuerzahler bezahlen. Er wird nicht nur in Form der Arbeitsstunden des DBX zur Kasse gebeten, sondern auch durch die Gebühren, die der Dienstleistungsbetrieb in Birten für bestimmte Abfälle bezahlen muss.

Quelle: RP
 
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