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Xanten
Schneider: "Sachlicher über Polizeiwache sprechen"

Xanten. Der SPD-Landtagsabgeordnete hält einige Reaktionen auf die nächtliche Schließung für unverantwortlich. Von Dirk Möwius

In der Debatte um die Polizeiwache in Xanten, die nach den Plänen der Kreispolizei nicht mehr nachts besetzt sein soll, mahnt der Landtagsabgeordnete René Schneider (SPD) eine Versachlichung an. Zwar könne er die Aufregung um die subjektive Sicherheit nachvollziehen, objektiv sei es jedoch wichtiger, mehr Polizei auf der Straße zu haben. Schneider zu unserer Redaktion: "Wenn durch die Pläne der Kreispolizei zwei Beamte frei werden, könnte ein weiterer Streifenwagen unterwegs sein."

Der SPD-Politiker erinnert an die Aufstellung der Kreispolizei im Pressegespräch, die belege, wie selten tatsächlich jemand direkt vor der Wache steht. Das entspreche auch der Lebensrealität. Schneider: "Wenn bei mir eingebrochen wird, würde ich doch auch die Polizei anrufen. Und wenn ich mich irgendwo in der Stadt bedroht fühle, rufe ich sofort mit dem Handy um Hilfe und laufe nicht erst zur Polizeiwache."

Er möchte deshalb vorschlagen, durch die Xantener SPD oder auch parteiübergreifend eine Bürgerinformation durchzuführen, damit die Leitung der Kreispolizei noch einmal alle ihre Argumente vortragen kann. Sehr kritisch sieht er die Kleine Anfrage seiner Kollegin Marie-Luise Fasse (CDU) zu diesem Thema. Es sei unverantwortlich, bei dieser Veränderung gleich die Karte "Silvester in Köln" zu ziehen und so mit den Ängsten der Bürger zu spielen. Auch angesichts des Konflikts zwischen Kreispolizei und Bürgermeister Görtz wegen des Altweiberauftritts wäre eine Gesprächsrunde wichtig. "Man sollte miteinander und nicht übereinander sprechen."

Zugleich tritt er dem Eindruck entgegen, das Land habe an der Polizei gespart. Seit dem Tiefststand 2009 mit 38.603 Stellen sei die Planstellenzahl bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen auf 40.202 gestiegen. Es gebe also 600 neue Planstellen. Er selbst will in dieser Woche eine Nachtschicht lang in einem Streifenwagen mitfahren, um von den Beamten zu hören, wie der Alltag im Polizeidienst aussieht.

Quelle: RP
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