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Xanten
Schüler plädieren für Wahlpflicht

Xanten. In einer Gemeinschafsveranstaltung des Berufskollegs Placidahaus und der VHS ging es die Motive von Nichtwählern. Referat von Prof. Michael Kaeding.

Gut 60 Gäste lockte Prof. Dr. Michael Kaeding von der Uni Duisburg Essen zur Veranstaltung des Berufskollegs Placidahaus und der VHS in die Xantener Schule. Der 39-jährige Politologe machte im Vorfeld der Wahlen die soziologische Struktur und das Alter für eine Wahlteilnahme verantwortlich. Auffällig unter den Nichtwählern seien ein eher niedriger Bildungsstand, unterdurchschnittliches Einkommen und eine entsprechende Wohnumgebung verantwortlich. Wer aber - vor allem auch als junger Mensch - nicht wähle, der dürfe sich nicht wundern, dass sich Politik nicht oder nur am Rande mit seiner Altersklasse befasse. Das verständliche Referat kam an - auch in Köpfen, urteilten die Schüler einhellig, wie eine Umfrage in der Jahrgangsstufe 12 beweist. Die 18- und 19-Jährigen dürfen erstmals zur Landtagswahl.

Annika Michel aus Rheinberg: "Ich werde auf jeden Fall wählen gehen. Das wurde mir aber erst in den vergangenen Monaten im Politikunterricht klar, in dem wir uns eingehend mit den Zielen der Parteien auseinandergesetzt haben. Und wahr ist auch, wie Kaeding darlegte: Wir dürfen wählen, das ist eine Chance. Wo ich mein Kreuzchen mache, weiß ich auch bereits."

Friederike von der Gathen aus Rheinberg: "Ich war mir bislang nicht im Klaren darüber, ob ich wählen gehen soll. Aber es ist richtig: Je mehr sich verweigern, desto weniger müssen sich Politiker mit den Zielen der schweigenden Mehrheit befassen. Das ist nicht gut. Vielleicht wäre Wahlpflicht gut. Da fallen dann die Verweigerer unter den Wählern nicht so sehr ins Gewicht."

Tobias Schneider aus Kalkar: "Politik ist in meiner Familie und meinem Umfeld immer im Gespräch. Ich werde wählen und weiß auch was. Eine Wahlpflicht finde auch ich gut. Wer dann seinen Wahlzettel ungültig macht, der zeugt dann wenigstens von Protest und nicht von Gleichgültigkeit."

Laura Thomalla aus Wesel: "Klar gehen ich und meine ganze Familie zur Wahl. Politik ist bei uns im Gespräch, mein Stiefvater ist Gewerkschafter. Und ich will verhindern, dass Parteien das Sagen haben, die nicht meine Meinung vertreten. Eine Wahlpflicht wäre nicht gut: Wer keine Ahnung hat, könnte Leute an die Macht bringen, die ich jedenfalls nicht will."

Lea May aus Rheinberg: "Ich gehe zu den Wahlen, weil ich meine Zukunft mitbestimmen und durch meine Abgeordneten in den Parlamenten vertreten werden will. Das ist mir gerade ganz klar geworden. Wo ich meine Kreuzchen machen werde, weiß ich aber noch nicht."

(hk)
 
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