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Xanten
Schulbus Marienbaum droht das Aus

Xanten: Schulbus Marienbaum droht das Aus
Seit Sommer 2009 - aus diesem Jahr stammt auch unser in Labbeck aufgenommenes Archivbild - bringen ehrenamtliche Busfahrer wie Heinz Thuyl die Kinder zur Grundschule in Marienbaum. Kündigt der DBX die Zusammenarbeit mit dem Förderverein, wäre das Fahrzeug nicht mehr zu finanzieren. FOTO: Ostermann
Xanten. Der Förderverein Grundschule Marienbaum übernimmt ehrenamtlich die Aufgaben des Hausmeisters an der Schule. Das Geld dafür wird benötigt, um die Kosten für den Bus zu tragen. Nun will der DBX den Vertrag kündigen. Von Dirk Möwius

Dieser Service ist wohl einzigartig. Seit Sommer 2009 fahren ehrenamtliche Helfer die Kinder aus den Außenbezirken oder aus den Randgebieten der Nachbarkommunen zur Grundschule in Marienbaum. Morgens werden die Kinder abgeholt, am Nachmittag wieder bis zur Haustür gebracht. Kostenlos. Doch nun droht dem Schulbus, der vom Förderverein Grundschule Marienbaum getragen wird, das Aus. Der DBX hat brieflich angekündigt, in Zukunft einen Hausmeister anzustellen, der sich in erster Linie um Asylbewerberunterkünfte kümmert. Er soll aber auch für die Grundschule Xanten einschließlich des Zweitstandortes Marienbaum zuständig sein, schreibt der derzeitige DBX-Vorstand Niklas Franke. Deshalb soll das "Arbeitsverhältnis" mit dem Förderverein gekündigt werden. Dass dies ohne politische Entscheidung passieren soll, ruft die BBX auf den Plan. Sie hat in einem Brief an Bürgermeister Thomas Görtz beantragt, den Vorgang in den Fachausschüssen und im Rat zu behandeln.

Was hat die Hausmeisterstelle an der Grundschule Marienbaum mit dem Schulbus zu tun? Auf dem ersten Blick nichts, auf dem zweiten sehr viel. Denn der Verein übernimmt die Hausmeisteraufgaben nur mit ehrenamtlichen Kräften. Das Geld der DBX für diese Aufgabe fließt komplett in den Jahresetat für den Schulbus. Ein elegantes Modell für den Schulbus, den man damals bewusst ohne städtische Zuschüsse fahren lassen wollte - schließlich war das Projekt insbesondere aus Sicht der "Konkurrenzschule" in Vynen nicht unumstritten. So gewinnen beide Seiten: Der Förderverein hat eine sichere Einnahme, die Stadt beziehungsweise DBX eine günstige Hausmeisterlösung. Das Projekt war doppelt erfolgreich: Eltern nahmen das Angebot gerne an, zugleich sicherte der Schulbus der Grundschule auch Anmeldezahlen, die für den Fortbestand reichten. Das Ganze ist zudem ein Teil des so genannten Marienbaumer Modells. Großer ehrenamtlicher Einsatz hat der Stadt Xanten bei Umbau und Sanierung der Schule erhebliche Kosten gespart und die Schule gleichzeitig, so Werner Paessens, zum "Schmuckstück" gemacht. Der Vorsitzende des Fördervereins (der auch BBX-Ratsmitglied ist), legt offen, was der Betrag für den Verein bedeutet. Fast 8000 Euro kosten Versicherung, Treibstoff, Steuer und Wartung im Jahr. Mit 4000 Euro ist die Hausmeisterpauschale die mit Abstand größte Buchung auf der Einnahmenseite. Sprich: Ohne dieses Geld kann der Schulbus nicht mehr fahren.

Für Matthias C. Voll (BBX) eine schwerwiegende Entscheidung, die nicht alleine die Verwaltung treffen sollte. Voll: "Dies hat schwerwiegende Folgen für den zukünftigen Fortbestand der Grundschule. Deswegen ist eine ausführliche Sachdiskussion in den Fachausschüssen und im Rat geboten und unumgänglich." Er sieht Tomas Görtz in der Kritik. "Die beabsichtigte Kündigung des Vertrages steht absolut nicht im Einklang zu dem Gelöbnis eines Bürgermeisters, zum Wohle der Bürger zu handeln. Dazu gehören auch die Schulkinder und Eltern. Wenn nämlich zwölf oder sogar 14 Schulkinder dann auf der Straße stehen, also nicht vom Schulbus abgeholt werden, so hat dies der Bürgermeister zu verantworten", schreibt Voll in seinem Antrag. Ein Auslaufmodell wäre der Schulbus mittelfristig sowieso. Werner Paessens hatte erklärt, man stehe zu der Zusage, dass alle Kinder, die sich unter der Voraussetzung, mit dem Schulbus fahren zu können, angemeldet haben, auch bis Ende ihrer Grundschulzeit gefahren werden. Da aber sonst irgendwann ein neuer Bus fällig wäre und mittlerweile andere öffentliche Anbindungen geschaffen worden sind, werde der Schulbus nicht als Dauereinrichtung zu halten sein. Sollte der DBX aber die Kündigung umsetzen, wäre schon vorzeitig Schluss für den ehrenamtlichen Schulbus.

Quelle: RP
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