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Xanten
Schwerlaster brettern am frühen Morgen über die Poststraße

Xanten: Schwerlaster brettern am frühen Morgen über die Poststraße
Geradeaus geht es außen herum ins Gewerbegebiet, doch viele Brummifahrer biegen lieber rechts auf die Poststraße ab, berichtet Anwohner Peter Radovanovic. FOTO: Fischer
Xanten. Morgens um fünf ist die Welt für Andreas Radovanovic keineswegs mehr in Ordnung. Nicht weil er sich für die Arbeit fertigmacht. Sondern der Anwohner der Poststraße erfährt dann hautnah, dass zu dieser frühen Stunde schon die ersten Schwerlaster Richtung Europaring fahren. Nachschub für die Lebensmittelgeschäfte an der Sonsbecker Straße. Von Peter Kummer

"Post- und Bahnhofstraße mit den vielen Schülern und dem anliegenden evangelischen Altenheim werden als Zufahrt für das Gewerbegebiet genutzt", beschwert er sich. "Sie sind aber gar nicht dafür geeignet, dass 38-Tonner dort durchbrettern. Trotz der 30 km/h ist es dort mehrmals zu heiklen Situationen gekommen." Es sei laut, Straße samt Bordsteine würden beschädigt und müssten mit Steuergeld wieder repariert werden. Ebenso könnten die Laster über die L 480 fahren und dann zweimal rechts abbiegen, schlägt er vor. Doch das werde fast völlig ignoriert.

Das Problem ist bei Ratspolitik und Stadtverwaltung sattsam bekannt und wurde dort schon öfter diskutiert. Vor allem die Supermärkte wurden in der Vergangenheit angeschrieben mit der Bitte, die Zulieferer auf die Umgehungszufahrt von der entgegengesetzten Seite hinzuweisen. "Mir wurde berichtet, dass es weniger geworden sind", sagt Pankraz Gasseling, CDU-Fraktionsvorsitzender. Das bestätigt auch der Technische Dezernent der Stadt, Niklas Franke. "Unser Anschreiben und unsere Bitte haben gewirkt."

Ein generelles Durchfahrtverbot auf der Poststraße für Lkw schließen beide aus. Zum einen müsse ein Zulieferverkehr für die Einzelhandelsgeschäfte in der City erlaubt sein, sagt Gasseling. Zum anderen, so Franke, seien Anlieger- und Durchgangsverkehr schwer zu unterscheiden. "Wir haben dann ein Problem mit der Kontrolle. Ganz verhindern kann man die Durchfahrt so nicht. Wir sind mit unserem Latein ein bisschen am Ende", meint er fast schon resignierend. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet sei schon entsprechend ausgeschildert. Nur: Zu wenige halten sich daran.

Eins hat Andreas Radovanovic schon einmal erreicht: Die Stadt will noch einmal mit den Supermärkten und Discountern im Gewerbegebiet sprechen und sie für das Thema sensibilisieren. Damit alleine will sich der Zerspanungsmechaniker aber nicht zufriedengeben, sondern er will hartnäckig weitermachen. Beim Straßenverkehrsamt erhielt er auf seine Anfrage die Auskunft, dass die Durchfahrt für die schweren Laster durchaus mit dem Verkehrszeichen 235 verboten werden kann, ergänzt um das Zusatzschild "Lieferverkehr für Anlieger frei". Durch Kontrolle würde sich das Thema dann irgendwann von alleine erledigen, hofft er.

Mit einem Bürgerantrag will er nun den Rat dazu bringen, sich noch einmal intensiv mit dem Problem auseinanderzusetzen. Zusätzlich soll die Verwaltung beauftragt werden, dass die Durchfahrtsverbote für Lkw in der Navigations-Software aufgenommen werden, schlägt er vor.

Quelle: RP
 
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