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Xanten
Seit 30 Jahren für eine faire Welt

Xanten: Seit 30 Jahren für eine faire Welt
Die Gründer der ersten Stunde, Elisabeth Bergmann, Wolfgang Schneider, Ilse Falk und Hildegard Garske (v.l.) probieren von der fair gehandelten Schokolade. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Die Eine-Welt-Gruppe in Xanten betreibt nicht nur einen Laden, sondern engagiert sich auch in der Flüchtlingshilfe. Von Heinz Kühnen

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Dass die Eine-Welt-Gruppe Xanten mit ihrem 30. Geburtstag in diesem Jahr nicht unbedingt ein rundes Jubiläum begeht, ist auch der mehr als 60-köpfigen Mannschaft bewusst. Aber sich - wie in den vergangenen Monaten regelmäßig - immer wieder mit verschiedenen Aktionen und Gästen ins Gedächtnis zu rufen, das hatte durchaus seinen Reiz. Und zum Abschluss gab es dann am Freitagabend noch einen vom Ökumene-Ausschuss vorbereiteten Gottesdienst, in dem die Teilnehmer unter anderem nach ihrer Motivation befragt wurden, sich zu engagieren. Danach folgte ein Fest im Evangelischen Gemeindehaus an der Kurfürstenstraße.

Und all jene, die bereits seit 1987 dabei sind, dürften richtig in Erinnerungen geschwelgt haben. Dr. Wolfgang Schneider, Motor der Gruppe, hatte aus dem Aktenarchiv 250 Seiten eingescannt und per Powerpoint aufgearbeitet. Jede Menge Artikel aus der Rheinischen Post waren darunter. Zur Eröffnung sprachen da der kürzlich verstorbene Propst Engelbert Lindlar, für die evangelische Kirche Jürgen Rosen und die spätere Bundestagsabgeordnete Ilse Falk.

"Von der Idee, auf eine besondere Weise Menschen zu helfen, waren damals und sind heute noch viele Menschen zu begeistern", freute sich Schneider. Der katholische Religionslehrer am Stiftsgymnasium ist nach wie vor stolz auf die ökumenische initiative, die "dankenswerter Weise in die protestantische Einrichtung einziehen durfte und noch bis zum Ende des Jahres dort mehrere tausend Artikel verkauft, die in anderen Ländern zu fairen Bedingungen erzeugt und fair gehandelt werden."

Anfang 2018 zieht der Laden ins Nachbarhaus, das auch der evangelischen Kirchengemeinde gehört, größer ist und zu fairen Konditionen verpachtet wird, so Schneider. Zu den 30 Jahren, so Schneider in seiner Festansprache, gehört Kontinuität ebenso wie Anpassungsfähigkeit. Zum ersten gehört das immerwährende Bestreben, weltweit mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt zu fördern. Das sei nach wie vor nötig und auch im kleinen ein sinnvoller Einsatz, so Schneider, der auf eine 40-köpfige Laden-Truppe verweisen kann und als Lehrer auch so manchen Jugendlichen zum Mitmachen bewegen konnte.

Sich für Eine Welt einzusetzen, heißt auch, sich den Begebenheiten anzupassen und für Menschen aus anderen Ländern vor der Haustür einzusetzen. Die Eine-Welt-Gruppe leistet folgerichtig seit Jahren humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in Xanten. "Wir bilden den Rahmen, in dem die immer rund 20 bis 30 ehrenamtlichen Helfer arbeiten können", erklärt Schneider.

So bildet die Gruppe das Verbindungsglied zu den hauptamtlichen Flüchtlingshelfern der Diakonie und auch zum Sozialamt. Zudem hat sie auch kurzerhand die Bücher für den Deutschunterricht besorgt. Und das alles ehrenamtlich. "Ein Einsatz, der eben nicht selbstverständlich ist", so Wolfgang Schneider in seiner Dankesrede anerkennend.

Die Bedeutung dieses Engagements hoben auch Bürgermeister Thomas Görtz, Pfarrerin Ulrike Dahlhaus und Superintendent Hans-Joachim Wefers hervor. Die Gruppe übernehme wichtige originäre Aufgaben einer christlichen Gemeinde, so Wefers.

Quelle: RP
 
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