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Xanten
Siegfriedspektakel in den Nordwallwiesen

Xanten. Über 1000 Ritter, Gaukler, Marketender und Handwerker lassen am langen Wochenende das Mittelalter hochleben. Von Heinz Kühnen

Es ist immer so etwas wie eine spektakuläre Zeitreise: Da kämpfen edle Ritter gegeneinender, erschallen gar minnigliche Lieder, campieren ganze Familien an Lagerfeuern, tun Handwerker ihre Pflicht und stößt ein scheußlicher Drache namens Fangdorn Feuergarben in die Landschaft: Der Nordwall der Stadt Xanten erlebt von Christi Himmelfahrt (Donnerstag, 5. Mai) vier Tage lang seine alljährliche mittelalterliche Zutat. In Xanten heißt das Siegfriedspektakel. Es ist bereits das 14. seiner Art. Und es wird - wie in den Vorjahren - wieder Tausende von Besuchern anlocken.

Am Rande der Xantener Altstadt, so versprechen die Veranstalter Tourist-Information Xanten und Mittelalter-Agentur Sündenfrei, werden mehr als 250 bunte Zelte, Handwerkerhütten und Marktstände entlang der Stadtmauer aufgebaut. Dort trifft sich die Ritter- Szene des 21. Jahrhunderts zum Reenacment mit Besuchern Burgfrauen, Rittern, Knappen, Handwerkern, Krämern, Knechten, Mägden, Spielleuten und Gauklern, um Siegfried, den berühmten Königssohn der Stadt, zu feiern.

Und weil jeder hier seinen eigenen alten Namen trägt, wacht Marktvogt Heinrich von Torgowe, der woanders auch schon mal als Herold dabei ist, als Marktvogt über ein Händlergeschehen wie vor 700 Jahren - "nur nicht ganz so derb und schmutzig wie damals" Gerade hinter den Tavernen, Backstuben und Brätereien, die so schön mittelalterlich aussehen, stecke jede Menge moderne Technik: "Schankanlagen, Spülgeräte, Teigmaschinen, solche Notwendigkeiten unserer Zeit können auch wir nicht umgehen, wohl aber bestmöglich verstecken.".

Moderne Zeiten sind längst auch bei den Rittern um Siegfried & Co eingekehrt. An den Wochenenden verbringen die vielen jungen Leute ihre Freizeit als Hobbyritter. Wenn andere in ihren Garten fahren oder wandern gehen, schlagen die Ritter der Neuzeit ihre Zelte auf einem der zahlreichen Märkte auf und frönen ihrem Hobby. Dabei geht es längst nicht mehr um "Raufen und Saufen", erklärt Tanja Weiß von der Ritterschaft zu Kalios aus Gelsenkirchen. "Es ist ein Rollenspiel, bei dem die ganze Familie mitmacht." Während die Kinder toben, kümmern sich die Frauen auf mittelalterliche Art um die Wäsche und zeigen, wie man Borten webt, Garne spinnt oder Kleidung in der Mode des 14. Jahrhunderts fertigt. Die Männer kümmern sich um das Essen, sie hacken Brennholz, bauen mittelalterliche Brettspiele und pflegen ihre Rüstungen, mit denen sie gelegentlich auch Showkämpfe zeigen. "Lagerfeuer-Romantik an den Abenden gehört aber dazu", sagt Tanja in Vorfreude auf das Siegfriedspektakel, für die Gelsenkirchenerin eines der schönsten Feste dieser Art. "Hier bleibt das 21. Jahrhundert außen vor." Bis zum Ende des Marktes jedenfalls. Dann geht's in die Autos und zurück in die Heimat. Schließlich müssen die Kinder wieder zur Schule.

Zuvor aber wird sich das Leben auf dem rund 1,5 Kilometer langen Festgelände zwischen Klevertor und Ostwall auf Bühnen und Aktionsflächen abspielen. Unter anderem gastieren hier die "Rabenbrüder" (Donnerstag) und die "Dudelzwerge" (Freitag), "Corvus Corax - die Könige der Spielleute" (Samstag) und "Maleficius" (Sonntag). Auf der Bühne an der Kriemhild gibt's Puppentheater und verschiedenen Musikformationen aus Holland. Auf der Reitbahn am anderen Ende des Marktes können die Besucher zwei Mal am Tage ein Ritterturnier hoch zu Ross erleben. Dazwischen sind Gaukler, Stelzenläufer und Feuerspucker unterwegs.

Öffnungszeiten: Do 11-22, Fr 11-23, Sa 11-24, So 11-19 Uhr / Ritterturniere 13.30, 16.30 Uhr / Feuer-Reitshow gegen 21.30 /Eintritt: 12 Euro, Kinder 6 Euro, 6 - 16 Jahre frei. Historisch gewandete Gäste erhalten einen Rabatt von 2 Euro. Weitere Ermäßigungen möglich. www.xanten.de

Quelle: RP
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