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Xanten
So kann man sein Haus vor Starkregen schützen

Xanten. Die Regenfälle der vergangenen Woche haben die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft Lineg kalt erwischt. Die Gewässer seien zur Aufnahme von Niederschlägen ausreichend dimensioniert, sagt Hochwassereinsatzleiter Ralf Kempken. Außerdem habe die Lineg viele Regenrückhalteräume geschaffen.

Doch bei 125 Millimeter Niederschlag in Xanten am 1. Juni reichte das nicht aus - schließlich ist das mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat.

Die Kanalsysteme sind darauf ausgelegt, 15 bis 20 Millimeter Wasser pro Quadratmeter abzuleiten. Sie waren bei diesem Wert ebenso überlastet wie an anderen Tagen und in anderen Gemeinden. So wurden auch am 30. Mai extrem hohe Niederschlagsmengen gemessen. Unter allen 19 Niederschlagsstationen der Lineg wurden in Rheinberg 65 Millimeter erreicht, in Alpen 58 Millimeter und Menzelen-Ost 53 Millimeter. Das monatliche Mittel liegt im Verbandsgebiet bei 52 Millimetern.

Angesichts diese Werte wird schnell der Trugschluss deutlich, dass nur diejenigen von Hochwasser betroffen sind, die in der Nähe von Bächen und Flüssen oder in den Niederungen wohnen. So zeigte sich in Sonsbeck - eigentlich hochgelegen - dass eine Überschwemmung nach einem Starkregen jeden treffen kann. Darum sind eine Sicherung der sensiblen Stellen eines Hauses und eine finanzielle Sicherung durch Elementarversicherung besonders wichtig.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer rät Hauseigentümern, sich nicht darauf zu verlassen, dass der nächste Bach oder Fluss weit entfernt ist. "Laut einer Forsa-Umfrage von 2014 können sich 90 Prozent der Deutschen nicht vorstellen, selbst Opfer eines Hochwassers zu werden. Auch Wetter-Phänomene wie Tornados, massiver Regen oder Hochwasser nehmen in Deutschland zu, und damit die Gefahren durch Schäden", heißt es vom Gesamtverband.

Zwar decke die Wohngebäudeversicherung bei Naturgefahren viele Gefahren ab wie Brände, Blitzeinschläge, Sturm-, Hagel- und Leitungswasserschäden. Aber sie greife nicht immer auch bei Starkregen oder Hochwasser. Darum sollten Hausbesitzer ihre Verträge auf den Elementarschutz hin prüfen und sich im Zweifel an ihren Versicherer wenden. Ein solcher Schutz für ein Einfamilienhaus kann nach Angaben der Provinzial zwischen 40 und 80 Euro zusätzlich kosten. Die Höhe richtet sich nach Standort und Selbstbehalt.

Dass Bürger sich nicht darauf verlassen können, dass der Staat im Ernstfall einspringt, zeigten in dieser Woche die Äußerungen von Hannelore Kraft. Bei ihrem Besuch in Sonsbeck sagte die Ministerpräsidentin, dass das Land den Bürgern keine finanziellen Hilfen gewähren würde. Eine Regierungssprecherin bestätigte diese Aussage. Demnach bleibt nur eine Elementarschadenversicherung verpflichtet, dem versicherten Bürger bei einem Hochwasser seinen Schaden zu ersetzen.

Doch lässt es sich vielleicht schon baulich verhindern, dass Teile des eigenen Hauses überschwemmt werden? Hierzu hat das Architekt Thomas Kosch vom Bauträger R+M einen Hinweis: Viel Wasser könne mit U-förmigen Schotts vor Außentüren, Lichtschächten und Kellerfenstern abgehalten werden, sagt er. Bretter werden an den Seiten des Lichtschachts und zum Grundstück hin stramm in vorbereitete Winkel geschoben und mit Gummi abgedichtet. "Das hält den weitaus größten Teil des Wassers draußen", sagt Kosch, "und ist dichter, als mit Sandsäcken zu arbeiten." Nicht vergessen werden sollte, falls noch nicht vorhanden, der Einbau eines FI-Schalters, der beim geringsten Kurzschluss die Stromversorgung unterbricht.

(pek)
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