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Xanten
Sonnenstrom vom Hallendach

Xanten. Im Gewerbegebiet Birten entsteht eine riesige Solarstromanlage. Die Firma GS Neue Energien installiert auf den Dächern von fünf Hallen Photovoltaikmodule. Die Xantener können sich an der Anlage beteiligen. Von Josef Pogorzalek

birten Es ist ein Geschäftsmodell, das gute Gewinne verspricht und der Umwelt dient, das da am Bruchweg in Birten umgesetzt wird. Dort entsteht die wohl mit Abstand größte Solarstromanlage in Xanten. Zurzeit werden die Photovoltaikmodule installiert. Ende April soll die Anlage ans Netz gehen und Strom produzieren, der für rund 120 Haushalte reicht.

Hinter dem Vorhaben in Birten steht die Firma GS Neue Energien (GSNE GmbH) aus Willich. Vor einem Jahr gegründet, pachtet sie öffentliche und private Dachflächen, um darauf Solarstrom zu erzeugen, demnächst zum Beispiel auch auf dem Flugplatz in Alpsray. Das Xantener Projekt ist bislang das größte für die GSNE. Eine Fläche von rund 5200 Quadratmetern wird mit insgesamt 5700 Dünnschicht-Photovoltaikmodulen versehen. Herbert Kleinertz, Eigentümer von fünf großen Hallen, hat die Dächer an die GSNE verpachtet. "Bevor noch ein paar Atom- oder Kohlekraftwerke gebaut werden sollte man sich lieber in dieser Richtung engagieren", sagt Kleinertz. Ursprünglich habe er vorgehabt, ein oder zwei Windkraftanlagen zu errichten, doch das habe die Stadt Xanten nicht genehmigt. Für die Solaranlage brauche er zum Glück keine Baugenehmigung.

287 Tonnen CO2 weniger

Die riesigen Hallen waren ursprünglich Bundeswehreigentum, standen dann lange leer, bis sie vor sieben Jahren von Kleinertz erworben und an Gewerbebetriebe vermietet wurden. Die leicht geneigten, von keinem Baum beschatteten Dächer scheinen ideal für die Gewinnung von Solarstrom aus Dünnschicht-Modulen, die sehr leistungsfähig sind, aber große Flächen brauchen. Wie GSNE-Geschäftsführer Markus Schwinge vorrechnet, lassen sich mit den Modulen (Spitzenleistung: 425 kWp) rund 382 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren – ein privater Haushalt verbraucht rund 3000. Der Vorteil für die Umwelt: Eine Kohlendioxideinsparung von 287 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Auto produziert (bei 15 000 Kilometer Laufleistung) rund 2,25 Tonnen jährlich.

Der Strom wird ins RWE-Netz eingespeist – ein Trafo und entsprechende Leitungen müssen noch gebaut werden – und nach dem Gesetz für Erneuerbare Energien gefördert. "Für eine Kilowattstunde Strom aus einem Kohlekraftwerk gibt's sechs Cent, für Solarstrom das Fünffache", erläutert Markus Schwinge.

Genussrechte

Ähnlich wie bei der im Oktober 2009 in Kooperation mit der Volksbank Niederrhein in Alpen gegründeten Bürgergenossenschaft "Alpensonne" dürfen sich Interessenten an der GSNE beteiligen. Gegen eine Summe von mindestens 500 Euro können "Genussrechte" erworben werden. Das Geld wird verzinst, zusätzlich gibt es eine Gewinnbeteiligung. Summen in Höhe von bis zu drei Millionen Euro können laut Schwinge auf diese Weise angelegt werden.

Quelle: RP
 
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