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Sonsbeck
Sonsbeck will Halle für Flüchtlinge bauen

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Sonsbeck. Für die stetig steigende Zahl von Asylbewerbern reichen die Unterkünfte bei weitem nicht mehr aus. Die Gemeindeverwaltung will die Menschen auch in den Ortsteilen, in einer Halle und einem Neubau unterbringen. Von Heinz Kühnen

Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen führt nun auch in Sonsbeck zu eher ungewöhnlichen Maßnahmen. Die Gemeindeverwaltung denkt daran, in absehbarer Zeit auf einem Gelände im Gewerbegebiet eine Halle zu errichten. Zudem will sie zusätzlich selbst ein Wohngebäude errichten. In allernächster Zeit werden Flüchtlinge auch in Hamb und Labbeck untergebracht. Entsprechende Vorlagen sollen noch aktuell in die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 8. Dezember, eingebracht werden.

Der Zustrom der Asylbewerber werde die Gemeinde im nächsten Jahr "deutlich beschäftigen", hatte Bürgermeister Heiko Schmidt in diesem Zusammenhang am Ende der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses angekündigt. Das machen Zahlen deutlich. Waren Anfang des Jahres 2014 noch 21 Geflüchtete unterzubringen, so war deren Zahl zur Jahreswende auf 44 gestiegen. "Bis Jahresende haben wir mit 80 gerechnet und vorsorglich schon einmal 120 Unterkünfte bereitgehalten", erläutert Schmidt. Inzwischen sind es 183, Ende des Jahres könnten es 230 sein, und nach Schätzungen der Bezirksregierung könnten im Jahr 2016 noch einmal 200 hinzukommen. "Mit unseren 21 dezentral in Sonsbeck gelegenen Wohnungen und mit den zusätzlichen Plätzen, die die katholische Kirche im Pfarrheim zur Verfügung stellt, kommen wir nicht weit", sagt Schmidt, als er ankündigte, dass demnächst auch in den Ortschaften Flüchtlinge untergebracht würden. "Aber selbst dann fehlt uns Wohnraum für 140 Personen." Schmidt: "Wir kommen aktuell an eine natürliche Grenze - auch weil wir uns fragen müssen, wie wir die Unterkünfte dauerhaft bewirtschaften sollen."

Sporthallen will die Gemeindeverwaltung nicht belegen; ebenso kämen gestapelte Containerlösungen nicht infrage. Praktikabel, so der Bürgermeister, wären beide Möglichkeiten. Eine vernünftige Integrationsmöglichkeit sei aber so nicht möglich. Und der Kauf- oder Leihpreis für Container sei wegen der enormen Nachfrage inzwischen viel zu hoch. Die Gemeinde will deshalb den Bau einer Halle anregen, die später einmal gewerblich genutzt werden kann. Zudem, so Schmidt, solle mit Hilfe von Wohnungsbaufördermitteln ein neuer Gebäudekomplex errichtet werden.

Die Verwaltung denke bei der Halle in den Dimensionen etwa eines klassischen Discounter-Markts, der wenn nötig auch erweitert werden könnte, erläutert Georg Tigler, Fachbereichsleiter für Bauangelegenheiten. Solche Hallen erlaubten Unterteilungen in verschiedene Wohneinheiten nach Art von Motels an Autobahnen - kleine Appartements oder Zimmer mit Bad zunächst für 50 bis 80 Personen. Anbauten seien recht einfach umzusetzen. Kostenpunkt je Quadratmeter: bis zu 1300 Euro. Genauere Rechnungen gibt es erst, wenn die Größe feststehe. Dass es hier um recht hohe sechsstellige Summen gehen könnte, wollte er nicht ausschließen. Über die Standortfrage müssten erst die politischen Gremien entscheiden. Viel Raum bleibt bei Schmidts Ankündigung, es werde sich um "ein städtisches Grundstück im Gewerbegebiet" handeln, aber ohnehin nicht. Das geplante Wohngebäude muss bestimmten Förderrichtlinien entsprechen. Da, so Tigler, gebe es noch überhaupt keine konkreten Pläne - auch nicht über den Bauplatz.

Quelle: RP
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