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Sonsbeck
Sonsbeckerin leitet Begräbnisfeiern

Sonsbeck: Sonsbeckerin leitet Begräbnisfeiern
Pfarrer Günter Hoebertz überreichte Petra Klein Hoebertz die bischöfliche Urkunde. Die Sonsbeckerin ist eine der ersten Laien im Bistum Münster, die Beerdigungsfeiern leiten dürfen. FOTO: Olaf Ostermann
Sonsbeck. Petra Klein-Hitpaß erhielt die bischöfliche Erlaubnis, in der St.-Maria-Magdalena-Gemeinde Beerdigungen vorzunehmen. Von Rita Hansen

Wer an Begräbnisfeiern denkt, hat meist einen Pfarrer vor Augen, der die Trauerrede hält und mit der Trauergemeinde betet. Seltener hingegen ist bislang der Beerdigungsdienst durch Laien, Begräbnisleiter genannt. Petra Klein-Hitpaß erhielt jetzt nach rund sechs Monaten Ausbildung zum "Trauer- und Begräbnisdienst durch Freiwillige im Bistum Münster" ihr Zertifikat, das sie nach der Beauftragung durch den Bischof befähigt, diesen Dienst in Sonsbeck, Hamb und Labbeck auszuführen.

"Als die Information kam, dass jemand für Sonsbeck gesucht wird, habe ich gedacht, das ist genau meins", erklärt die Hamberin, die auch im Pfarreirat aktiv ist. Als Onkologie-Krankenschwester ist ihr der Umgang mit dem Tod nicht unbekannt. "Beruflich hilft mir die Ausbildung, die Patienten mit noch mehr Hintergrundwissen um das Danach zu begleiten." Ihr Einsatz ist auf den Raum Sonsbeck beziehungsweise die Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck beschränkt. "Mit dem Beerdigungsdienst und einer würdigen Trauerfeier kann ich dem Toten die letzte Ehre erweisen und die Angehörigen bei diesem Abschieds-Gang begleiten. Der Verstorbene ist bei Gott. Seine Seele existiert in irgendeiner Form weiter. Daran glaube ich."

Mit diesem Glauben hat Petra Klein-Hitpaß die Kraft, die emotionale Aufgabe zu bewältigen. Das Handwerkszeug dazu bekam sie in der Ausbildung. Die bestand aus mehrtägigen Modulen in Rheine-Bentlage sowie Tagesveranstaltungen in Münster und Coesfeld. Gesetzliche Rahmenbedingungen gehörten ebenso zum Lehrinhalt wie liturgische und theologische Grundlagen. "Das Wichtigste ist das Trauergespräch", weiß die 56-Jährige. Da wird geklärt, was der Verstorbene sich gewünscht hat, werden die Vorstellungen der Angehörigen berücksichtigt und abgesprochen, in welche Richtung die Trauerrede gehen soll. In der Vorbereitung befassten sich die 13 Kursteilnehmer auch mit diversen Vorurteilen. Beerdigungen durch freiwillige Laien, dann auch noch teilweise Frauen, das gab nicht allerorts positive Resonanz. Kommentare wie "Beerdigung zweiter Klasse für Wenig-Kirchgänger" hatte jemand in den Medien gelesen. Aber: "Ich werde mit dem Dienst niemandem aufgezwungen werden. Die Angehörigen oder der Verstorbene im Vorfeld werden bestimmen, ob ich die Beerdigungsfeier durchführe." Pfarrer Günter Hoebertz freut sich, zukünftig von der Begräbnisleiterin unterstützt zu werden. "Ihr Amt ist eine Bereicherung des kirchlichen Lebens", sagt er. Und: "Frau Klein-Hitpaß gehört mit zu den Ersten des Bistum Münsters, und wir suchen auch noch weitere Leute, die solch ein Amt auszuüben möchten."

Quelle: RP
 
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