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Sonsbeck
Sonsbecks Einzelhandel rückt ins Blickfeld

Sonsbeck. Aber weder Gemeinde noch Werbegemeinschaft sehen den Ort bei Fachgeschäften schlecht aufgestellt. Doch man will wachsam sein. Von Michael Elsing

Die Nachricht schreckte vor etwa einem Monat die Menschen in Sonsbeck auf: "Sport und 2Rad Nellesen" schließt seine Pforten. Spätestens Mitte Februar, wenn der Räumungsverkauf abgewickelt ist, endet im Ort nicht nur eine mehr als acht Jahrzehnte dauernde Geschichte. Sie hinterlässt auch eine große Lücke im Sonsbecker Einzelhandel. Doch ist dies nun ein Trend für die etwa 9000 Einwohner zählende Gemeinde? Müssen sich die Sonsbecker ernsthaft Sorgen machen, dass der Ort durch das Verschwinden von Fachgeschäften merklich an Zugkraft verliert?

Georg Tigler, im Rathaus zuständig für Wirtschaftsförderung in der Gemeinde, will dies weder bejahen noch verneinen. "Das ist schon ein spannendes Thema, mit dem wir uns im kommenden Jahr auch garantiert auseinandersetzen werden", kündigt er an.

Inhabergeführte Geschäfte, das weiß nicht nur Tigler, haben in der heutigen Zeit gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Da wäre zum einen die Frage nach dem Nachfolger, wenn man aus Altersgründen nicht mehr weitermachen kann. Hinzu kommt die enorme Konkurrenz durch Einkaufszentren, Outlets oder das Internet.

Für Christel Gembries, Inhaberin des Damen- und Kindermodengeschäfts Pumuckl an der Wallstraße ist es aber zu einfach, alles auf das weltweite Netz zu schieben: "Man sollte nicht ständig das Internet verdonnern, sondern sich stattdessen breiter aufstellen." Sie selbst hat ihr Sortiment Zug um Zug erweitert, um neue Kunden zu gewinnen.

Christel Gembries, die auch dem Vorstand der Werbegemeinschaft angehört, sieht in der Geschäftsaufgabe von Nellesen ohnehin keinen Trend für den Ort. "Das ist ganz ohne Frage schade für Sonsbeck. Aber noch sind wir hier sehr gut aufgestellt, haben aus meiner Sicht alles, was wir brauchen. Und wenn es mal leerstehende Ladenlokale gibt, sind die doch relativ schnell wieder besetzt", sagt sie.

Auch Georg Tigler sieht keinen Grund, um in Panik zu verfallen. "Auch wenn das eine oder andere Geschäft in Sonsbeck weggefallen ist, gibt es ja auch immer wieder neue Angebote hier", erklärt Tigler und verweist auf das Gartenland Wüllenweber, das an der Hochstraße inzwischen seit zwei Jahren zu Hause ist, sowie das Eiscafé der Familie Tropea, das im Sommer ebenfalls an der Hochstraße an den Start gegangen ist.

Dennoch ist die Gemeinde Sonsbeck natürlich weit davon entfernt, leichtfertig mit dem Thema Einzelhandel umzugehen. "Es gibt hier schon den einen oder anderen Leerstand. Und ein wenig mehr Gastronomie könnte Sonsbeck beispielsweise auch vertragen. "Wir werden uns auf jeden Fall in Kürze mit dem Thema beschäftigen", so Tigler.

Quelle: RP
 
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