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Xanten
Soziale Berufe haben Zukunft

Xanten. Der Caritasverband Moers-Xanten beschäftigt mehr als 900 Menschen in der Region. Sorgen bereitet die Frage, ob man in Zukunft noch ausreichend Mitarbeiter für die vielfältigen Aufgaben findet. Die Verdienstmöglichkeiten sind gut. Von Dirk Möwius

Der Caritasverband Moers-Xanten ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Er beschäftigt mehr als 900 Menschen. Sie arbeiten in verschiedenen Pflegeberufen - als Pädagogische Mitarbeiter, Küchen- und Hauswirtschaftskräfte, Hausmeister und Pförtner, einige sind als Fahrer und Praktikanten beschäftigt oder absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr. Zudem gibt es die Verwaltung in Moers, die das Unternehmen organisiert. Geschäftsführer Henric Peeters ist sicher, dass der Verband auch in den nächsten Jahren viel Personal braucht. Schwierig werde es perspektivisch nur, genug Mitarbeiter zu finden.

Sorgen macht sich Peeters unabhängig von kurzfristigen Entwicklungen. Dass es im Moment keine Sozialpädagogen mehr auf dem Arbeitsmarkt gibt, liegt am großen Zustrom der Flüchtlinge. Der Caritasverband engagiert sich wie andere in diesem Bereich stark. Mitarbeiter zu finden, sei kaum möglich. "Der Arbeitsmarkt für Sozialpädagogen ist leer gefegt", sagt Peeters.

Angesichts des fortschreitenden demografischen Wandels sei klar, dass es in Zukunft besonders im Pflegebereich einen immer höheren Bedarf geben werde. Dazu kämen immer wieder neue Aufgaben wie im Moment in Moers die ersten "Quartiersentwickler". Bei diesem Zukunftsthema geht es darum, Ortsteile und Ortschaften so zu gestalten, dass ältere Menschen so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben können.

Der demografische Wandel trifft auch den Caritasverband selbst. "253 Mitarbeiter sind zwischen 40 und 50 Jahre alt, 270 liegen zwischen 50 und 60 und 67 sind älter als 60", sagt Personalchef Marcel Kotes. Da erkennt man schnell, dass in den nächsten Jahren viele neue Mitarbeiter erforderlich sein werden, um alle Stellen wieder besetzen zu können. Besonders Mitarbeiterinnen sind gefragt, denn beim Caritasverband sind die Frauen mit 754 Personen deutlich stärker vertreten als die Männer (153).

Peeters liegt es am Herzen, mit dem Vorurteil aufzuräumen, in sozialen Berufen werde schlecht verdient. Pflegefachkräfte in der ambulanten Altenhilfe fangen mit 2337 Euro an und können bis zu 3286 Euro verdienen. Ein Sozialpädagoge bekommt als Berufsanfänger 2715 Euro und kann einen Verdienst von 4022 Euro erreichen. Erzieher beginnen mit 2460 Euro, 3427 Euro gibt es in der höchsten Stufe. Dazu kommt jeweils ein Weihnachtsgeld von 80 bis 90 Prozent, zudem Zeitzuschläge und Zulagen. In vielen Bereichen sind Teilzeitbeschäftigungen möglich.

Der Caritasverband will mehrgleisig fahren, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Er bietet viele Ausbildungsplätze an, Praktikanten, besonders aus entsprechenden Studiengängen, werden gern genommen. Auch Wiedereinsteiger haben eine Chance, ebenso Quereinsteiger, die den sozialen Bereich entdecken wollen. Junge Leute sollen durch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst die Berufsbilder und die Möglichkeiten kennenlernen.

Quelle: RP
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