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Sonsbeck
SPD sorgt sich um den Ruf als "Grüne Perle"

Sonsbeck. Sonsbecker Genossen fordern von der Verwaltung mehr Bürgerbeteiligung - vor allem bei Bauland. Von Heidrun Jasper

Selbst wenn die meisten Menschen mit Begriffen wie TTip (Transatlantisches Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union) relativ wenig anfangen können: Ulrike Schneider-Dode, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Sonsbeck, findet es wichtig, "Bürger zum Mitmachen und Mitdiskutieren zu bewegen, gerade wenn es um so wichtige Themen wie TTip und CETA geht". Gemeinsam mit der SPD-Kreistagsabgeordneten Anna-Maria Barucija, Fraktionschefin Christa Weidinger und Schriftführer Manfred Dode blickte die Parteichefin zurück auf das zu Ende gehende Jahr.

Man wolle transparenter arbeiten, neue Wege gehen, "viele Bürger mitnehmen, wenn wir etwas machen", betont die Vorsitzende. Das sei gerade auch mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik für die Bürger wichtig. Kritik ging hier an die Adresse der Verwaltung, die frühzeitiger über Betreuungskonzepte oder die Art der Unterbringung informieren müsse. Und wenn sie plane, in einem Wohngebiet Flüchtlinge unterzubringen, dann müsse Bürgermeister Heiko Schmidt kurzfristig zu einer Bürgerversammlung einladen und die Anwohner über die Pläne informieren. "Dann ist sicher jeder bereit, die Menschen willkommen zu heißen, die ja meistens geflohen sind, weil sie an Leib und Seele bedroht waren", so Ulrike Schneider-Dode.

SPD-Fraktionschefin Christa Weidinger sprach ein weiteres Thema an: "Viele Bürger empfinden Sonsbeck als ungepflegt", habe sie in vielen Gesprächen gehört. "Die vom Bauhof fegen doch nur dann, wenn mal größere Feste anstehen", laute eine mehrfach vorgetragene Klage. "Wir entfernen uns in der Tat von unserem Werbeslogan ,Grüne Perle am Niederrhein' zu sein", so die Ratsfrau, die diese Feststellung aber ausdrücklich nicht als Kritik am Bauhof verstanden wissen will: "Es kommen immer mehr Baugebiete, also muss auch personell aufgestockt werden."

Überhaupt müsse man intensiver mit den Bürgern diskutieren, bevor wieder ein neues Baugebiet ausgewiesen werde, für das Landschaft in Anspruch genommen werden müsse. Man dürfe auch das Thema weiterführende Schule nicht aus den Augen verlieren: "Wir müssen für Sonsbeck als Teilstandort der Gesamtschule kämpfen, das pädagogische Konzept ist mehr als überzeugend", so Weidinger, die den ländlichen Charakter Sonsbecks erhalten will und "ein weiteres Industriegebiet" ablehnt.

Die Sozialdemokraten, die sich wie alle Parteien schwertun, junge Leute zu bewegen, sich politisch zu engagieren, appellieren an die Bürger, zu den Ausschüssen zu gehen, die im Kastell stets öffentlich tagen. Der Haupt- und Finanzausschuss beispielsweise sei ein "Beschwerdeausschuss", in dem jeder sein Anliegen vortragen könne.

Quelle: RP
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