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Sonsbeck
Sport nach Krebserkrankung ist wichtig

Sonsbeck. Bei den Turnfreunden Sonsbeck können Betroffene gemeinsam ihre körperliche Leistungsfähigkeit verbessern.

Die Diagnose Krebs verändert das Leben der Betroffenen schlagartig und führt in vielen Fällen zum Rückzug aus der Gesellschaft. Gemeinsame sportliche Betätigung soll helfen, neuen Lebensmut zu gewinnen, Mitbetroffene zu motivieren und die Isolation zu überwinden. Bewegung und Sport haben nach einer Krebserkrankung einen festen Stellenwert.

Ein gutes Beispiel liefern die Turnfreunde Sonsbeck, die betroffene Menschen einmal in der Woche (Donnerstag, 18 bis 19 Uhr) in die Turnhalle der ehemaligen Klosteranlage St. Bernardin in Geldern-Kapellen einladen. Menschen, die nach ihrer Erkrankung wieder fit sind und schon immer sportlich aktiv waren, finden meist leicht zu ihrer gewohnten Bewegung im Alltag oder zum bisherigen Training zurück. Viele Krebspatienten profitieren von einem auf sie persönlich abgestimmten Bewegungsprogramm. Bewegung kann etwa Erschöpfung und weitere Begleiterscheinungen einer Krebstherapie lindern.

Es ist immer noch ein weit verbreiteter Irrtum, dass Patienten nach einer Krebserkrankung nicht für Sport geeignet seien. "Im Gegenteil", findet Eva Ullenboom von den Turnfreunden Sonsbeck, "denn hier ist die Möglichkeit gegeben, durch Bewegung, Spiel und Gymnastik, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und funktionellen Einschränkungen entgegenzuwirken." Dabei, so Eva Ullenboom, solle die freudvolle Bewegung im Vordergrund stehen, die gemeinsam mit Entspannungs- und Meditationsübungen zu einem positiven Körper-Erleben und Wohlbefinden beitrage. Leichte Gymnastik, Yoga, Pilates und Ballspiele stehen zum Beispiel bei den gemeinsamen Stunden in der Sporthalle von St. Bernardin auf dem Programm. Dabei kommt es nicht auf Höchstleistungen an. Und eine Turnhalle muss dafür nicht in der Nähe sein. Viele Dinge können in den Alltag integriert werden. "Beim Zähneputzen auf einem Bein stehen, öfter mal Treppen steigen und eine Runde auf dem Fahrrad stärken bereits die Abwehrkräfte", so Eva Ullenboom.

Margret Otermann ist regelmäßig dabei. Die Mitbegründerin der Gruppe spürt seither beinahe täglich gesundheitliche Verbesserungen und freut sich über eine gesteigerte Fitness. Abseits der sportlichen Betätigung spielt für sie der Austausch in der Gruppe eine sehr große Rolle. "Wir führen zum Teil intensive Einzelgespräche. Wenn jemand einmal einen schlechten Tag hat, dann spüren wir das sofort und versuchen zu helfen. Dazu muss man aber in der Lage und bereit sein, sich zu öffnen", erläutert Margret Otermann, die auf eine Feststellung besonderen Wert legt: "Wir sind keine Jammergruppe. Es wird viel gelacht, wir haben eine positive Einstellung. Das Gefühl, nicht alleine zu sein, über alles offen reden zu können, hilft den Frauen nicht nur über den Alltag hinweg. Es schweißt die Gruppe zusammen."

Infos Eva Ullenboom, Tel. 02838 603

Quelle: RP
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