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Lokalsport
300 Aktive gehen den taiwanischen Weg

Lokalsport: 300 Aktive gehen den taiwanischen Weg
Atmen auf Kommando - rund 300 Kampfsportlerinnen und -sportler bereiteten sich in der Rheinberger Großraumturnhalle der Europaschule auf die Prüfungen im Taiwan Do im Dezember vor. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Kampfsport: In der Rheinberger Großraumturnhalle der Europaschule ist Concordia Ossenberg einer der Mitausrichter. Von Sabine Hannemann

Ein Zischen geht durch die Großraumturnhalle der Rheinberger Europaschule. Rund 300 Sportler stehen in Reih' und Glied. Sie atmen auf Kommando. Klein und Groß, Alt und Jung. Sie nehmen am zweiten NRW weiten Großlehrgang im Taiwan Do teil. Concordia Ossenberg fungierte als Mitausrichter. Er gilt als Vorbereitungstreffen und soll fitmachen für die kommenden Prüfungen ab Dezember.

Zu den großen Taiwan Do-Standorten in der Nähe gehören unter anderem Straelen, Kerken, Krefeld, Mönchengladbach und Oberhausen. Begründer dieser Kampfkunst, dem taiwanischen Weg, ist der Krefelder Mario Frerker. 1981 gründete er die erste Akademie in der Seidenstadt. Die östliche Kampfkunst und Gesundheitslehre mit der westlichen Kultur zu verbinden, hat zur Entwicklung seines Säulenkonzepts geführt. Atmung, Haltung, Konzentration, Bewegung und praktische Lebensphilosophie bilden die Basis. Die Förderung der Gesundheit ist ein Baustein wie auch die Schulung der Persönlichkeit. Mit von der Partei und gut vertreten war beim Lehrgang die Ossenberg-Gruppe. Taiwan Do klingt östlich und irgendwie nach Kampfsport. Von wegen.

Christian Focke, Großmeister und Trainer bei der Concordia, ordnet bewusst diese Form der Kampfkunst zu und öffnet die richtige Schublade: "Taiwan Do ist kein Wettkampf, der eher für Angst, Stress und Aggression mit dem Gegenüber sorgt. Beim Taiwan Do werden Kampfkunsttechniken nach Altersgruppen partnerschaftlich trainiert." Gerade bei Kampfsportarten sei für Kinder und Jugendliche die Verletzungsgefahr hoch. Taiwan Do als Kombination von Kampfkunst und Gesundheitslehre verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz nach physiologischen und psychologischen Schwerpunkten. Der Fokus liegt auf der Selbstverteidigung, dem Selbstschutz, der Pflege und Achtung des eigenen Körpers. Die ganzheitliche Körperschulung erfolgt mit Hilfe von Falltechniken, Dehn- und Lockerungsübungen, Atem- wie Meditationstechniken.

Philipp Kurzer (8) aus Millingen, stolzer Träger des gelben Gürtels, bringt es auf den Punkt: "In der Gruppe macht das Training Spaß. Ich bin richtig ausgepowert danach." Kontinuität im Training schätzt Vincent Beijers (19). Der Krefelder trainiert drei Mal in der Woche und gilt als Aspirant für den Schwarzgürtel. "Ich erwerbe innere und äußere Haltung und verbessere mich dabei. Ich lerne meine Grenzen kennen."

Focke ergänzt und betont den Aspekt Gesundheit: "Vielfach haben wir es verlernt, richtig zu atmen oder uns richtig zu bewegen. Konzentration wird trainiert. Eine Balance wird bei den Trainingseinheiten erreicht. Der Ausgleich ist das Ziel." Gerade der soziale Aspekt beim Training ist dem 51-Jährigen wichtig: "Wir machen fit für die Gemeinschaft, arbeiten an Stärken und Schwächen, schulen die Persönlichkeit." Dass der Großlehrgang in Rheinberg stattfindet, hat mit der guten Vernetzung untereinander zu tun, wie Frerker und Focke betonen. Für Ulrich Hecker, Vorsitzender des Stadtsportverbands, sowie Concordia-Chef Burghard Kretschmer ein schlüssiges Konzept, das die Gesundheit von Jung und Alt gleichermaßen angeht. "Die Stärkung von Kindern und Jugendlichen, auch im Sinne der Gemeinschaft, finde ich besonders wichtig", so Hecker.

Info: Wer Taiwan Do in Ossenberg kennenlernen will, kann dienstags während des Trainings reinschnuppern: 16 bis 17 Uhr Altersgruppe 6 bis 9 Jahre, 17 bis 18 Uhr (10 bis 15 Jahre).

Quelle: RP
 
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