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Lokalsport
Adler legen eine Bruchlandung hin

Moers/Neukirchen. Handball-Verbandsliga: Die Moerser HSG zeigte gegen die HSG Wesel eine desaströse Vorstellung und unterlag mit 21:31. Eitel Sonnenschein herrscht dagegen beim SV Neukirchen. Das Team gewann in Lank die zehnte Partie in Folge. Von Michael Bluhm

Es ist ein Rückfall in schlimme Zeiten. Der jüngste Achtungserfolg in Königshof war wohl doch nicht mehr als eine Eintagsfliege. Handball-Verbandsligist Moerser Adler HSG zeigte jedenfalls wieder eine über die gesamte Spielzeit desaströse Vorstellung, unterlag vor heimischer Kulisse der HSG Wesel auch in der Höhe verdient mit 21:31 (10:17).

Die Adler-Spieler präsentierten sich kollektiv schwach. Bekannt ist, dass der Mannschaft das spielerische und taktische Rüstzeug fehlt. Wenn dann auch noch die Einstellung komplett am Boden liegt, Kampf, Motivation und Laufbereitschaft fehlen, darf sich niemand wundern, wenn der Gegner mit einem Katz und Maus spielt.

Moers fand von Beginn keine Einstellung, agierte in der Defensive viel zu passiv, ohne Aggressivität und Absprachen. Auch im Angriff machte sich schnell die große Ratlosigkeit breit. Die Spieler trafen regelmäßig die falschen Entscheidungen, agierten hektisch und ungestüm, leisteten sich zahlreiche technische Fehler oder blieben mit schwachen Wurfversuchen mehrfach im Weseler Block hängen. So nahm das Unheil gnadenlos seinen Lauf. Wesel hatte leichtes Spiel, sich auf 6:1 und 12:5 abzusetzen.

Moers konnte auch in der Halbzeitpause keine neuen Kräfte schöpfen. Es gab schlichtweg kein Aufbäumen. Das Team hatte sich anscheinend schon mit der Schlappe abgefunden. Selbst die frühe Auszeit (35.) von HSG-Interimstrainer Rolf Pitzen verpuffte wirkungslos. Die Adler zeigten weiterhin Magerkost, warfen ihre Tore überwiegend nach Einzelaktionen. Ein spielerisches Konzept war schwerlich zu erkennen. Und auch beim Defensivverhalten blieb alles beim alten: Trotz einer Systemumstellung auf eine ganz offensive Formation wurde es nicht besser. Wesel warf seine Treffer, ohne dabei die nötige körperliche Gegenwehr zu spüren.

"Kein einziger meiner Spieler hat heute Normalform erreicht", sagte ein enttäuschter Rolf Pitzen. "Der Deckungsauftritt war eine Katastrophe, und vorne lief es auch nicht viel besser", wetterte er weiter.

Der SV Neukirchen geht hingegen unbeirrt seinen Weg weiter. Das mittlerweile in sich gefestigte Team eilt von Sieg zu Sieg. Die Handballer gewannen bei Treudeutsch Lank mit 30:22 (15:11) und holten sich somit den zehnten doppelten Punktgewinn in Serie.

Der Gast schaffte es schnell, die wichtige Konzentration zu erlangen. Vor allem in der Abwehr wurde aufmerksam agiert, mit guten Absprachen, Strukturen und der mittlerweile gewohnt aggressiven Körpersprache. Zudem befindet sich Torwart Dominik Köller weiterhin in bestechender Form. Seine Paraden rundeten den Deckungsauftritt ab.

Der SVN fackelte auch im Angriff nicht lange. Der Ball lief ordentlich durch die Reihen - die Chancen wurden eiskalt genutzt. Haupttorschütze Christian Ginters schied allerdings schon in der neunten Minute mit Oberschenkelproblemen aus - seinen Part auf der Spielmacherposition übernahm Niels Wilke. Neukirchen hatte aufgrund eines geschlossenen Auftritts dennoch alles im Griff, wechselte die Seiten mit einer verdienten Vier-Tore-Führung.

Doch die Startphase des zweiten Durchgangs war alles andere als zufriedenstellend. Die SVN-Spieler agierten in der Offensive nun zu undiszipliniert, vertändelten etliche Bälle und schlossen unkonzentriert ab. Lank egalisierte ohne große Mühe auf 16:16. Aber Neukirchen zog sein Trumpf-Ass aus dem Ärmel, das in den vergangenen Wochen regelmäßig stach. Mit der Einwechslung von Spielertrainer Jörg Förderer (39.) kam neuer Schwung, aber vor allem Struktur zurück in den Angriff. Sein Mitwirken zeigte umgehend Wirkung - Neukirchen rückte das alte Kräfteverhältnis wieder zurecht(20:16).

"Wir haben eine insgesamt gute Deckung gestellt", freute sich Co-Trainer Horst Werft und sagte weiter: "Mit acht Toren Unterschied in Lank zu gewinnen, das kann sich sehen lassen. Es war letztendlich eine geschlossene Mannschaftsleistung."

Quelle: RP
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