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Serie Unsere Schiedsrichter
Auf dem Platz kennt Fertykowski keine Freunde

Xanten. Miroslav Fertykowski ist eigentlich immer gut gelaunt. Die Mannschaften im Fußball-Kreis Moers schätzen den Orsoyer, weil er seine Entscheidungen auch gerne mal mit einem Augenzwinkern rechtfertigt, ohne besserwisserisch zu klingen. Vor einigen Wochen hat's ihn aber die Sprache verschlagen. Bei einem A-Jugend-Spiel wurde der 58-Jährige dermaßen übel beleidigt, so dass er vorerst keine Partien dieser Altersklasse mehr leiten mag. "Mir macht mein Hobby viel Spaß, auch wenn die Zwischenrufe der Zuschauer schlimmer geworden sind. Aber irgendwann kann auch ich nicht mehr weghören", sagt der Unparteiische, der seit 13 Jahren Jugendspiele und Frauen- sowie Männerpartien auf Kreisebene pfeift. Nach einem überstanden Herzinfarkt hatte Fertykiowski beschlossen, an einem Anwärterlehrgang teilzunehmen. Ausschlaggebend war auch eine B-Liga-Begegnung zwischen dem SV Orsoy und der DJK Lintfort, die der Gegner mit zwei Treffern in der Nachspielzeit drehte.

"Ich war damals Co-Trainer und habe die Entscheidung des Schiedsrichters überhaupt nicht nachvollziehen können, warum er neun Minuten dran gehangen hat." Der Orsoyer bestand die Prüfung und leitete fortan selber Spiele. Und alten Weggefährten machte er klar, "dass ich keine Freunde auf dem Platz habe". So musste Fertykowski mal einspringen, als der SVO den TuS Borth empfing. "Und Orsoy hat mit 0:1 verloren. Ich lasse mich halt nicht beeinflussen." Und diese Linie will Miroslav Fertykowski durchziehen, bis er aus Altersgründen die Pfeife aus der Hand legt. "Aber das hat noch Zeit." RENE PUTJUS

Info: Die RP stellt in lockerer Folge Schiedsrichter aus dem Fußball-Kreis Moers vor.

Quelle: RP
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