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Bei Borussia Veen sind Fehler erlaubt

Lokalsport: Bei Borussia Veen sind Fehler erlaubt
Trainer Christian Hauk begrüßte zehn neue Spieler: So laufen jetzt Michael Mnochy, Luca Spillmann, Hendrik Betten (stehend v.l.), Jakob Münzner, Michael Keisers und Michel Schmitz (sitzend v.l.) für den A-Ligisten auf. FOTO: Kanthak
Veen. Fußball-Kreisliga A: Christian Hauk, der neue Trainer, setzt seine junge Mannschaft nicht unter Druck. Von Detlef Kanthak

Christian Hauk strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Der Mann ist von Berufs wegen mit einem gewissen Maß an Optimismus ausgestattet und weiß als Lehrer an der Xantener Gesamtschule auch nur zu genau, dass gute Noten nun mal nicht vom Himmel fallen. Die Fußballer des A-Ligisten Borussia Veen haben am Sonntag nur mit Mühe und Not das Ausscheiden aus dem Kreispokal verhindert. Ein 3:2 nach Verlängerung beim C-Ligisten SuS Rayen ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei und bringt eher eine "Vier minus" denn ein "Gut" ins Zeugnis.

Auch die Testspielergebnisse zuvor haben den 41-jährigen Trainer, der, von Viktoria Alpen II gekommen, im Sommer den langjährigen Coach Ulf Deutz in Veen ablöste, darin bekräftigt, dass nach den Veränderungen im Lager der "Krähen" nicht von heute auf morgen wieder auf den gewohnten Tagesbetrieb zurückgeschaltet werden kann.

Mit Martin Keisers, Mousa El-Zein, Dennis Tegeler, Jan Pimingstorfer, Frederik Brammen, Malte Gebekken und Michael Müller fehlen künftig gleich sieben Musterschüler in der Veener Klasse, die den Notendurchschnitt der Borussia hochgehalten haben. Zehn junge Akteure setzen sich auf die freien Bänke, von denen lediglich Jakob Münzner und Michel Schmitz in der letzten Spielzeit schon einmal in das Team hinein schnuppern durften. Andere Lehrer würden die Tür vielleicht sofort wieder von außen zuschlagen. Hauk nimmt's gelassen und freut sich stattdessen auf die Herausforderung.

"Wichtige Spieler sind nicht mehr dabei, aber damit kann ich gut leben", sagt er. "Ich find's sogar gut", legt er noch nach. "Zum einen haben wir immer noch genügend erfahrene Akteure in unseren Reihen, zum anderen wird die Verantwortung auf die Schultern aller Spieler verteilt werden. Die Mannschaft kann daran nur wachsen und flexibler werden." Und, ganz dem Lehrplan entsprechend, muss ja auch noch an die Veränderung im Spielsystem gedacht werden. Hauk ist ein Freund der Dreierkette, die er seinen Fußballern nun mit auf den Weg gibt. Als früherer Verteidiger auch in Diensten der Borussia weiß der neue Coach, dass das Toreschießen nun mal vor der Mittellinie beginnt. "Das braucht Zeit und kann nicht von heute auf morgen gelingen", berichtet er, "aber wir arbeiten dran." Und: "Wir merken schon, dass es bergauf geht."

Auf Hauks Spickzettel tauchen derzeit noch 28 Spielernamen auf. Ein ziemlich großer Kader, was der Trainer aber schnell relativiert. Einige Akteure werden der Borussia lediglich als "Teilzeitarbeiter" zur Verfügung stehen - aus beruflichen Gründen. Andere müssen sich erst einmal um ihre Verletzungen kümmern, wie Kevin Holz, der mit einem Bänderriss ausfällt und auf den in den nächsten Tagen noch weitere Untersuchungen warten. Daniel Müller muss sich immer noch mit seinem Comeback gedulden. "Er wird selbst bestimmen, wann er wieder ins Training einsteigt", spricht Hauk die langwierigen Knieprobleme des früheren Sonsbeckers an. "Aber er wird wieder dazu kommen", ist er überzeugt.

Gekommen sind fünf Spieler aus der eigenen A-Jugend. Neben Münzner und Schmitz setzt Hauk auf das Talent von Michael Keisers, Erik Gietmann und Lars Gebekken. Mitgebracht aus Alpen hat er Luca Spillmann. Der 21-Jährige hat bereits seinen Platz im Mittelfeld gefunden. Um Plätze in der Defensive bewerben sich Tayfun Baykal, im vergangenen Jahr A-Junior in Repelen, der Bönninghardter Hendrik Betten, mit seinen 24 Jahren schon der älteste Neuzugang, sowie Michael Mnochy. Pech für den 21-Jährigen: Der letztjährige B-Ligaspieler von Fichte Lintfort II zog sich in der Vorbereitung eine Knöchelverletzung zu und wird den Meisterschaftsauftakt verpassen. Yannick Eickschen, auch vom Nachbarn Bönninghardt zu den "Krähen" gewechselt, macht den Veener Luxus auf der Torlinie perfekt. Er ist der vierte Keeper im Team. Der Anreiz für ihn dürften weniger die Einsätze als Nummer eins denn die gute Torwartausbildung sein, für die in Veen weiterhin Carsten Menzcyk verantwortlich sein wird.

Hauk setzt seine junge, im Durchschnitt erst 23 Jahre alte Truppe nicht unter Druck. "Wir brauchen Zeit, die Mannschaft benötigt Freiheiten." Noch sind Fehler erlaubt. Der Trainer strebt mit einen Mittelfeldplatz an. Daran wird er im Winter erinnern - zur Not mit blauen Briefen.

Quelle: RP
 
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