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Lokalsport
Bolzplatz-Bau: SV Orsoy kritisiert die Stadt

Orsoy. Der SV Orsoy liegt im Klinsch mit der Stadt, weil es mit dem Vorhaben, einen Bolzplatz zu bauen, schlecht aussieht. Auf der zurückliegenden Hauptversammlung im Frühjahr hatte der Vorsitzende Rolf Rothgang den Mitgliedern den Plan vorgestellt. Das Spielfeld soll hinter den Tennisplätzen und neben dem Trainingsgelände der Fußballer entstehen. Von Jürgen Schroer

Ende der 1980er Jahre hatte der SV Orsoy das Gelände gepachtet - "mit dem ausdrücklichen Wunsch, es später mal zur Erweiterung des Sportbetriebes nutzen zu dürfen", sagt Rothgang. Der SVO verpflichtete sich im Gegenzug, die Wiese zwei Mal im Jahr zu mähen. "Dies haben wir auch getan und die jährliche Pacht in Höhe von 200 Euro stets an die Stadt überwiesen", so der Vorsitzende. Die Verwaltung habe das Gelände später umzäunen lassen.

Ursprünglich hatte der SVO vor, dort weitere Tennisplätze zu errichten. "Wir hatten sogar einen Investor, der eine Halle bauen wollte. Das Projekt scheiterte aber, weil die Rechte für eine Zufahrt nicht geklärt waren", berichtet der Vereins-Chef weiter. Der abnehmende Tennis-Boom nach der Ära Becker/Graf tat sein Übriges, so dass sich auf der Grünfläche nicht viel getan hat. Im Juni dieses Jahres stellte der SVO dann einen Bauantrag mit dem Ziel, auf einem Teil in Eigenleistung durch die Mitglieder "einen kindgerechten Bolzplatz" zu errichten. Die ausgewählte Fläche wurde mit Pylonen abgesteckt und bei einer Begehung mit Fachleuten festgestellt, dass dort keine geschützten Tierarten leben.

In der vergangenen Woche erhielt Rothgang jedoch eine Absage für das Bauvorhaben. Zwar gibt's aus Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege keine Bedenken, aber den Paragrafen 4 des Landes-Naturschutzgesetzes. Da heißt es, dass es sich bei dem vom SV Orsoy beanspruchten Gelände um eine Dauergrünlandfläche handelt. Und eine Umwandlung daher nicht möglich ist. So stand es jedenfalls in dem Bescheid aus dem Kreishaus, den der SVO über die Stadt erreicht habe, wie Rothgang erläutert. Allerdings lässt der Kreis ein Hintertürchen offen. Sollte der Verein eine Ausgleichsfläche im Umkreis von zwei Kilometern benennen können, dürfte die Orsoyer wohl loslegen. Der Vorsitzende ist nicht nur über die Absage sauer: "Wo soll ich denn bitteschön in Orsoy einen Landwirt herbekommen, der uns eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern zur Verfügung stellt."

Schlichtweg auf die Palme bringt ihn die Tatsache, dass der SVO seit 30 Jahren die gewünschte Pacht an die Stadt überweist. "Dafür haben wir nichts zurückbekommen", wettert Rolf Rothgang. Der Vorsitzende will aber nicht aufgeben und sich mit allen Beteiligten nochmals an einen Tisch setzen. "Der SV Orsoy sorgt dafür, dass die Kinder von der Straße kommen. Und wir werden durch einen solchen Bescheid ausgebremst."

Quelle: RP
 
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