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Leichtathletik
"Petrus muss ein Cityläufer gewesen sein"

Citylauf Xanten - "Petrus muss ein Cityläufer gewesen sein"
Über die Zehn-Kilometer-Distanz wurde Janne Jansen vom TuS Xanten Fünfte. Im Hintergrund beobachten die Café-Gäste das Geschehen in den Straßen der historischen Altstadt. FOTO: a. Stoffel
Xanten. 21. Xantener Citylauf: Bilderbuchkulisse gestern Abend auf dem Markt mit neuem Teilnehmerrekord und etlichen Höchstleistungen. Von Nils Jansen

Eine Bilderbuchkulisse bot sich gestern Abend den Tausenden Besuchern und Teilnehmer(innen) des 21. Xantener Citylaufs. Als am frühen Abend der Heißluftballon des Hauptsponsors ENNI über dem Markt von Xanten vor einem makellos blauen Himmel hinweg schwebte, meinte ein Beobachter trocken: "Bevor Petrus Wettergott wurde, muss er in Xanten ein Cityläufer gewesen sein." Der Mann hatte recht - es waren äußere Bedingungen, wie sie der ausrichtende TuS Xanten nicht perfekter hätte bestellen können.

Hinzu kamen die Rekorde hinsichtlich der Starterzahl - 1407 Läufer(innen) erreichten das Ziel - , der Zuschauerzahl und anderer Kategorien. Eine davon: Mit 183 Läufer(innen) war die Marienschule Xanten am stärksten vertreten. Darüberhinaus sorgten sie für eine lautstarke Kulisse bei den Siegerehrungen. Sportlich lief es gestern Abend besonders gut für Tim Schüttrigkeit von der LG Alpen. Er gewann zunächst den Fünf-Kilometer-Lauf mit deutlichen Vorsprung, dann anschließend noch - als wäre die Distanz zuvor nur fürs Warmlaufen gedacht gewesen - die Zehn-Kilometer-Strecke. Bei den Frauen setzte sich Lokalmatadorin Anna-Lina Dahlbeck (TuS Xanten) über die längere Strecke durch. Die Fünf-Kilometer-Distanz entschied Kristina Lehnhoff (vereinslos) für sich.

Siegerehrung zur Youngsterserie der Frauen mit (von links) Judith Joosten (SV Sonsbeck), Kristina Lehnhoff und Nele Wild-Wall (AS Neukirchen-Vluyn). FOTO: Stoffel, Arnulf (ast)

Woran lag es, dass dieser Citylauf dermaßen erfolgreich war. Adelheid Gehrmann, die Cheforganisatorin sagte: "Ohne es im Moment abschließend beurteilen zu können, vermute ich, dass es heute drei wesentliche Faktoren gab. Erstens war das Wetter perfekt. Zweitens haben die Schulen eine fantastische Beteiligung auf die Beine gestellt. Und drittens spielt eine wichtige Rolle, dass es beim 10km-Lauf die Wertung der ENNI-Laufserie gibt. Das hat auf dieser Distanz für eine hohe Starterzahl gesorgt." Nicht zuletzt wird es sich in der Läuferszene am Niederrhein und darüberhinaus längst herumgesprochen haben, welche großartige Veranstaltung es da in jedem Jahr in der historischen Altstadt von Xanten gibt, die mit viel Herzblut durchgeführt wird.

So beispielsweise beim Lauf der Bambini. Da musste die Abteilungsleiterin eine kleine Teilnehmerin ins Ziel tragen, weil das Mädchen mitten im Kindergarten-Lauf über 300 Meter plötzlich feststellte, dass die Mama nicht mitgelaufen ist und weinte. So hat auch sie anschließend ihr Geschenk erhalten und dürfte im nächsten Jahr bereits wissen, dass sie die Strecke tatsächlich auch mal allein meistern muss.

Höchstleistungen brachte auch das taf-timing-Team von Alfons Awater. Die Zeitnahme und das Auswerten Tausender von Daten geschah in einer blitzartigen Geschwindigkeit. "Wenn ein Starter über die Zielmatte gelaufen ist, dann konnte er theoretisch sofort die 30 Meter weiter zum Drucker laufen, um sich seine Urkunde abzuholen", sagte der Chef-Zeitnehmer.

Wenig Arbeit hatte die Xantener Polizei trotz der Tatsache, dass die Innenstadt deutlich stärker frequentiert wurde als in den Vorjahren. "Zwei Fahrzeuge hatten sich mit ihrer Breite von 1,98 Metern durch eine Strassensperrlücke von 2 Metern gequetscht. Mancher Zeitgenosse lernt es eben nie", so Hauptkommissar Klaus Kurmann, der einen ruhigen Abend verbrachte. "Da gab es andere Jahre, in denen es wuseliger war als heute."

Die beiden Moderatoren Ferdi van Heukelum und Anton Artz versorgten die Zuschauer mit vielen Informationen rund um die Veranstaltung, die Teilnehmer und die Organisatoren. Der Westdeutsche Rundfunk war mit einem Kamerateam auf dem Markt, um im Rahmen der Aktuellen Stunde über die Veranstaltung zu berichten. Das Artz hatte Recht, als er rief: "Unsere Stadt lebt, unsere Stadt bebt." Das fröhlich bunte Treiben wurde von den Menschen beobachtet, die rege die Außengastronomie der Cafés und Restaurants am Markt nutzten.

Der erste Vorsitzende des TuS Xanten, Heinrich Gundlach, strahlte zufrieden und sagte: "Nach dem Nibelungen-Triathlon am vergangenen Wochenende war dies die zweite Großveranstaltung, die unsere Vereinsmitglieder mit Bravour gestemmt haben. Wir dürfen stolz auf unsere Leute sein." Das dürfte auch Landtagsmitglied René Schneider (SPD) aus Kamp-Lintfort bestätigen, der die 10km-Strecke absolvierte

Quelle: RP
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