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Lokalsport
Daniel Norff - ein Europameister mit Filzhut

Büderich/Alpen. Der Westernreiter züchtet in Alpen Appaloosas. Auf den Pferden nimmt er an Turnieren teil. In der Disziplin Reining holte der 38-Jährige jetzt erneut den EM-Titel. Von Stephan Derks

Es gibt etliche Sportler, die durch ihren EM-Titel so richtig berühmt wurden und durchgestartet sind. Ihre Namen sind in aller Munde. Von derlei Ruhm und Ehre ist Daniel Norff weit entfernt, obwohl der gebürtige Büdericher kürzlich erneut Europameister wurde - allerdings in einer Nischensportart. "Das meine Turnier- und Zuchterfolge überhaupt möglich wurden, ist mit viel Einsatz, dem täglichen Training und jeder Menge Herzblut verbunden", sagt der Westernreiter.

Dabei hat dieser Pferdesport für den 38-Jährigen mit einer vermeintlichen Cowboy-Romantik überhaupt nichts zu tun. Ebenso wenig bedient sie das Klischee eines im Holzfällerhemd am Lagerfeuer sitzenden Reiters, der seine Bohnen ist und auf der Mundharmonika spielt. Einzig und allein der Filzhut ließe eine Parallele zu den Waynes, Stewarts, Lancasters und Brynners jenen Leinwandhelden des Wilden Westens zu. Zugegeben, das Reining, eine der herausragenden Prüfungen im Westernreiten, erinnert durchaus an die Arbeit eines Cowboys mit dem Rind, bei der ein bewegliches wie athletisches und gehorsames Pferd benötigt wird. Die verschiedenen Aufgaben nennen sich Pattern. Und im Reining ist Norff ohne Wenn und Aber Spezialist, der seine Karriere mit zehn Jahren im Veener Reitstall Albers begann.

"Hier kam mir das umfangreiche Wissen von Arno Albers, wie man gerecht und verständlich mit dem Pferd umgeht, um eine harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Tier aufzubauen, sehr entgegen", erläutert der Amateurreiter, der mit 16 Jahren eine englische Vollblutstute von den Eltern geschenkt bekam, die er selbst ausgebildete und mit der er Springen, Dressur und diverse Fuchsjagden ritt. Stichwort Fuchsjagd: Zwei Jahre später avancierte Norff zum jüngsten Reiter in der Vereinsgeschichte des RV Eintracht Veen, der den Fuchsschwanz ergriff.

Als er mit 24 Jahren von der englischen zur westernreitweise wechselte, kaufte er einige Monate später den Appaloosa-Hengst "Magic Kiss". Von da an waren seine Erfolge vorprogrammiert - Rang drei bei der Deutschen Meisterschaft in Working Cowhorse und im Non Pro Reining, 2006 European Reserve Champion und ein Jahr später Europameister in der Disziplin Working Cowhorse in der Aachener Soers.

In den Jahren zuvor hatte Norff auf zahlreichen Turnieren viel gesehen und versucht, es umzusetzen. "Oliver Stein und Walter Bouwmeester gehören mit zu den besten Trainern im Westernreiten, deren Philosophie mich prägte und immer noch prägt", sagt er, der zwischenzeitlich mit seiner Lebensgefährtin Katja Janßen auf deren elterlichen Hof in Alpen eine kleine Appaloosa-Zucht aufgebaut hat. "Ohne Katjas Unterstützung und der gemeinsamen Leidenschaft wäre es in diesem Ausmaß nicht möglich. Seit über zehn Jahren sind wir ein eingespieltes Team", so Norff, der den Enthusiasmus und die Unterstützung beider Elternpaare in seine sportlichen Erfolge mit einbezieht. Seine Triumphe sind kaum noch zählbar.

Höhepunkt war ohne Zweifel der EM-Coup im Oktober im Amateur Reining auf High Elmer Lena und der zweiten Platz im Amateur Reining mit Docs Selma, der Stute seiner Lebensgefährtin. Und so erfolgreich soll's auch in 2016 weitergehen, auch wenn der große Ruhm und die Ehre über die regionalen Grenzen hinaus ausbleibt.

Quelle: RP
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