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Rene Schneider
"Das Laufen ist eine schöne Metapher"

Xanten. Hauptsache vor dem Besenwagen ankommen: Der SPD-Landtagsabgeordnete nimmt an der Enni-Laufserie teil.

Kreis Am Samstag fällt beim Moerser Schlossparklauf auch der Startschuss für die Enni-Laufserie, zu der noch der Brunnenlauf in Sonsbeck, der Donkenlauf in Neukirchen-Vluyn und der Citylauf in Xanten gehören. In der Fünf-Kilometer-Wertung tritt auch der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider aus Kamp-Lintfort an, der vorab über seine ersten Gehversuche, seine Ziele und seinen sportlichen Ausgleich zum politischen Alltag spricht.

Herr Scheider, kurz und bündig: Warum laufen Sie?

Rene Schneider Das hat zuerst einmal gesundheitliche Gründe und Gewichtsgründe. Meine Kollegin Marie-Luise Fasse hat mich damals gewarnt, dass jedes Jahr im Landtag ein Kilogramm oben drauf kommt. Die Arbeit hier bedeutet viel sitzen und nur wenig Bewegung. Irgendwann gibt es den Moment, in dem man merkt, dass man etwas ändern muss. Die einfachste und beste Möglichkeit ist da das Laufen. Es sind weder feste Trainingszeiten noch besonderes viel Equipment nötig. Bei einem Auswärtstermin, wenn ich zum Beispiel über Nacht mal in Berlin bin, kann ich einfach die Schuhe anziehen und loslaufen.

Wann haben sie mit dem Laufen begonnen?

Schneider Das war vor etwas mehr als einem Jahr. Ich habe meinen Jahrestag Mitte Februar gefeiert. Damals bin ich ganz zart gestartet mit zwei Kilometern. Das war auch noch mehr eine Mischung aus Laufen und Walken. Ich habe mich dann Stück für Stück gesteigert, zunächst auf die fünf Kilometer.

Für viele ist der Sport Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Für Sie auch?

Schneider Absolut. Ich habe in einem Buch die Formulierung "spazieren denken" gelesen, das trifft es ziemlich gut. Wenn man läuft, hat man die Gelegenheit, Dinge einzusortieren und ist dann nach einem anstrengenden Tag nicht nur mein Kopf, sondern auch mein Körper müde. Das ist ein gutes Gefühl.

Sie sprechen also auch an Ihre Kollegen die Empfehlung aus, mit dem Laufen zu beginnen?

Schneider Definitiv, die Empfehlung kann ich aussprechen. Das Laufen ist eine schöne Metapher. Nicht umsonst heißt es, das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Das gilt auch für das politische Leben. Es geht sowohl in der Politik als auch im Sport darum, Steherqualitäten zu beweisen, sich neue Ziele zu setzen und die Schmerzgrenze zu erhöhen. Wenn man etwas bewegen will, kann es nicht schaden, sich selber mehr zu bewegen. Das tun aber auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen.

Nun nehmen Sie zum zweiten Mal an der Enni-Laufserie teil. Wie wichtig sind Ihnen Wettkämpfe?

Schneider Letztes Jahr bin ich dort schon über die fünf Kilometer gestartet. Ich wollte und will auch einfach auf ein Ziel hin trainieren. Es geht darum die Motivation hochzuhalten. Ich will nicht aufhören und so setze ich mir als Ziel, am Tag X für den entsprechenden Lauf fit zu sein.

Was dürfen wir denn sportlich von Ihnen erwarten in diesem Jahr?

Schneider Hauptsache, ich komme vor dem Besenwagen ins Ziel (lacht). Große sportliche Ambitionen habe ich nicht. Es geht mir nicht darum, eine bestimmte Zeit zu unterbieten.

Dennoch hilf es, sich bestimmte Ziele zu setzen.

Schneider Die habe ich auch. Ich trainiere im Moment vor allem auf Distanz, weil ich im Juni in Duisburg meinen ersten Halbmarathon laufen möchte.

Auch der erfolgreiche Abschluss der Enni-Laufserie ist für viele ein großes Ziel. Was halten Sie grundsätzlich von einer solchen Serie?

Schneider Ich finde es super, denn schließlich ist der Mensch Jäger und Sammler. So eine Serie steigert die Motivation. Man möchte alle Läufe bestreiten und sich immer steigern. Für mich persönlich ist die Enni-Laufserie natürlich auch sehr schön, weil drei Läufe im Wahlkreis stattfinden. Da trifft man den ein oder anderen und hat im Vorfeld ein bisschen Zeit zu quatschen und sich umzuschauen.

Vier Läufe sind's diesmal.. Wäre für Sie eine noch längere Serie denkbar?

Schneider Wenn es noch mehr Rennen werden, besteht die Gefahr, dass die Motivation nachlässt, weil man aus Zeitgründen nicht an allen teilnehmen kann. Ich glaube mit vier Läufen ist man optimal aufgestellt und ich freue mich sehr auf die anstehenden Wettbewerbe. Ich hoffe, dass man die guten Teilnehmerzahlen aus dem letzten Jahr noch einmal steigern kann.

JOHANNES HEIMING FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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