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Lokalsport
Das letzte Mal beim Nibelungen-Triathlon

Lokalsport: Das letzte Mal beim Nibelungen-Triathlon
Vier Freunde auf dem Floß: Wolfgang Christ, Wolfgang Remy, Herbert Ingendahl und Friedhelm Wenten (von links) werden am 3. September letztmals für die Schwimmstrecke des Nibelungen-Triathlons verantwortlich sein. FOTO: Armin Fischer
Vynen. Wolfgang Christ, Wolfgang Remy, Herbert Ingendahl und Friedhelm Wenten stehen 2018 nicht mehr als Helfer zur Verfügung. Von Heidrun Jasper

Sie kennen sich schon lange, teilen eine Leidenschaft, das Segeln - und teilen das Wasser. Zumindest einmal im Jahr, und das auch schon seit 27 Jahren: Wolfgang Christ (69), Wolfgang Remy (63), Herbert Ingendahl (69) und Friedhelm Wenten (73) sind beim Nibelungen-Triathlon für die Schwimmstrecke verantwortlich. In diesem Jahr machen sie ihren (ehrenamtlichen) Job zum letzten Mal: Wenn der 33. Triathlon am Sonntag, 3. September, vorbei ist, hören die vier auf. Einmal noch, um 7 Uhr, fahren sie mit dem 4x4 Meter großen Floß des Schiffervereins und Wassersportclubs Vynen (SWCV) über die Nordsee und in der Wardter Förde kurz hinter der landwirtschaftlichen Brücke, um den Anker der Boje zu werfen, die den Wendepunkt für die Schwimmer markiert.

Ingendahl, in jungen Jahren selber Triathlet, ist seit dem ersten Dreikampf in Xanten vor 32 Jahren als Helfer dabei. Gerd Reinders, der den Großveranstaltung ins Leben gerufen und viele Jahre lang bis zu seinem Tod federführend organisiert hat, hatte Ingendahl als Helfer rekrutiert. "Kannst du das nicht machen?", hat Reinders ihn gefragt, "als die Geschichte mit dem Kanal kam". Also als die Schwimmstrecke von der Südsee in die Förde, dem Verbindungskanal zwischen Nord- und Südsee, verlegt wurde. 1990 war das. Ingendahl sagte zu, nahm aber sofort seine drei Freunde aus dem SWCV mit ins Boot. Seither legt das Team jedes Jahr am Freitag vor dem Triathlon um 13 Uhr los, holt die etwa 500 Meter lange Bojen-Kette aus dem Bootshaus, hievt sie und die Steine, mit denen die Kette später verankert wird, ins Motorboot. Dann schippern die vier in die Förde und teilen diese quasi in zwei Hälften. Sie ziehen die Bojen-Kette mitten durchs Wasser unter der Klappbrücke durch und fixieren sie an verschiedenen Punkten. Dann geht's zurück nach Vynen.

Das Floß wird präpariert, der 3x3 Meter große Pavillon drauf gepackt, Bänke und Tische aufgestellt. Denn auch das ist Tradition bei Christ, Wenten, Ingendahl sowie Remy: Wenn sie am Tag des Triathlons ihr Floß kurz hinter der Wende-Boje verankert haben, wird erst mal gefrühstückt. Mit den Ehefrauen, Bekannten, Schlachtenbummlern. Den Kaffee und das Rührei bringen sie selber mit, das Frühstück liefert die Triathlon-Abteilung. "Wenn die Schwimmer ankommen, legen wir das Bütterken aber beiseite" versichert Christ. Genau wie den Küstennebel, "diesen fürchterlich süßen Likör", ergänzt Wenten.

Am Samstag vor dem Wettkampf fahren die vier am Nachmittag mit dem Motorboot nochmals die Strecke ab, um die Bojen-Ketten zu kontrollieren. "Und weil wir dann schon unterwegs sind, machen wir auch einen Abstecher zum Fischerhüttenfest in Lüttingen", sagt Ingendahl.

Die vier haben ihren Job immer gerne gemacht. "Es ist doch toll, wenn man junge Leute unterstützen kann", sagt Christ. Aber irgendwann müsse eben mal Schluss sein, finden sie. Ingendahl: "Wir sind als Team angefangen und hören als Team auf." Nächstes Jahr stecken Joachim Setzepfand und Thomas Hein die Schwimmstrecke ab, um die Sicherheit der Schwimmer kümmern sich nach wie vor Mitglieder der DRK-Wasserwacht aus Rheinberg.

Gegen Mittag, zwischen 12 und 13 Uhr, wenn die Schwimmwettkämpfe durch sind (beim Triathlon stets die erste der drei Disziplinen, es folgen das Radfahren und Laufen), dann wird die Bojen-Kette eingezogen, aufgerollt und im Container am Bootshaus in Vynen eingelagert. Und die Freunde gehen natürlich noch einmal zur Dankeschönfete, zu der die Triathlon-Organisatoren um Ringo Haupt alle 200 Helfer immer im Mai einladen.

Dieses Jahr wollen die vier, die bis auf Christ (er ist "Zugezogener", kommt von der anderen Rheinseite, aus Wesel) in Xanten, Wardt und Birten leben, zum eigenen Abschied aus der Triathlon-Helfer-Riege am letzten Stück der Schwimmstrecke Richtung Strandbad mit Gas befüllte Luftballons in die Bojen-Kette hängen, beides eine Spende des Gaslieferanten Greenol aus Xanten. An einer Stelle zwischen den Ballons hängt eine "Flaschenpost", drinnen ist ein Gutschein für einen Segeltörn über die Nordsee mit dem Schiffer- und Wassersportclub Vynen.

Den Triathleten wünschen die "Alten Hasen", dass alles so gut weiter läuft wie bisher - "und die FZX die Wechselzone nicht noch weiter zubaut". Und wenn ihnen jetzt noch FZX-Geschäftsführer Wilfried Meyer für das letzte Mal das weit größere Floß des Freizeitzentrums zur Verfügung stellen würde, dann würde der Freizeitchef auf der Beliebtheitsskala ein ordentliches Stück nach oben wandern.

Quelle: RP
 
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