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Lokalsport
Das "Phantomtor" ist aus der Welt

Veen. Fußball-Kreisliga A: Dennis Laakmann und Marcel Grewe sind ein ungewöhnliches Torhüter-Duo bei Borussia Veen. Von Detlef Kanthak

Auf Dennis Laakmann wird noch eine Rechnung zukommen. "Na ja, es war ja auch meine eigene Entscheidung", beschreibt der Torhüter des Kreisligisten Borussia Veen die 94. Minute im Heimspiel gegen den SV Sonsbeck II. 0:1 lag sein Team in diesem Moment zurück, ehe der Keeper den letzten Angriff des Spiels dazu nutzte, um flugs in den gegnerischen Strafraum zu sürmen. Eine tolle Flanke von rechts, Laakmann war zur Stelle und schon zappelte der Ball zum Ausgleich im Netz und der Torhüter unter der Traube seiner ob des gleichermaßen unerwarteten wie auch spektakulären Treffers entzückten Mitspieler. "Das Tor kostet mich jetzt eine Runde", sagt der 22-Jährige, der seine "Schuld" bei der Abschlussfeier der Mannschaft begleichen wird.

Selbst den Schiedsrichter schien der Ausgleich zu verwirren. Holger Heinz, der Unparteiische der Begegnung, trug nach Abpfiff der Begegnung nicht etwa Laakmann als umjubelten Torschützen in den offiziellen Spielbericht ein. Er legte sich auf Marcel Grewe, in anderen Partien zwischen den Pfosten der Borussia eingesetzt, diesmal aber nur auf der Ersatzbank, fest und schuf so die Legende vom "Phantomtor" der Borussia. "Ich bin schon einige Male auf mein Tor angesprochen worden", nimmt es Grewe mit Humor. Inzwischen ist der Fauxpas des Schiedsrichters aber wieder aus der Welt: Der Spielbericht wurde korrigiert, Folgen wird's nicht geben. Zur Entlastung des Schiedsrichters sei aber auf den in dieser Spielzeit steten Wechsel der Schlussmänner im Veener Gehäuse hingewiesen. "Mit Dennis und Marcel haben wir zwei gleichwertige Keeper", beschreibt Veens Torwarttrainer Carsten Menczyk die gewiss nicht unangenehme Situation, die sich vor Saisonbeginn nach Laakmanns Wechsel vom TuS Xanten zur Borussia ergeben hatte. Die simple Lösung: Beide Keeper durften abwechselnd ran, zwei Spiele trug Grewe die eins auf dem Rücken, dann war Laakmann wieder an der Reihe. "Die beiden verstehen sich sehr gut", freuen sich Menczyk und Trainer Ulf Deutz über das unkomplizierte Verhältnis ihrer Keeper. "Sie harmonieren sehr gut, da ist keiner neidisch auf den anderen. Im Gegenteil: Jeder stachelt den anderen im Training sogar noch an und puscht ihn damit auf", wissen die Trainer zu berichten. Und Marcel Grewe fügt noch hinzu: "Es ist eine faire Regelung."

Der Schlussmann, der in der Jugend beim Nachbarn in Alpen kickte und inzwischen seine dritte Saison im Veener Trikot spielt, wird am Sonntag im mit Spannung erwarteten Derby gegen die Viktoria wieder zwischen den Pfosten stehen und dabei vielleicht eines seiner letzten Spiele für die Borussia bestreiten. "Hier in Veen werden leider keine Autos gebaut", sagt der 25-jährige Maschinenbau-Student, den es nach seinem Examen in den nächsten Monaten wohl nach München, Stuttgart oder Ingolstadt ziehen wird.

Auf diesen Fall hat sich die Borussia bereits vorbereitet. Deutz und Menczyk haben sich umgeschaut und einen neuen Kandidaten für den vakanten Posten zwischen den Pfosten gefunden. Der Name: "Noch nicht spruchreif", sagt Veens Torwartcoach geheimnisvoll. Die Ausrichtung: "Dennis und der neue Torwart werden die Aufgabe wieder gemeinsam lösen", weiß Menczyk die Vorgabe aber umso genauer zu beschreiben.

Quelle: RP
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