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Der frühe Schein hat getrogen

Lokalsport: Der frühe Schein hat getrogen
Trainer Sandro Vergaro hatte desöfteren Grund, seinen Schützlingen zu applaudieren, die in der Einzelbetrachtung durchaus famose Leistungen gezeigt hatten. Im Teamgefüge aber passte es aber aufgrund dünner Besetzung nicht so. FOTO: armin Fischer
Orsoy. Fußball-Kreisliga A: Nachdem der SV Orsoy bei der Rheinberger Stadtmeisterschaft früh in der letzten Saison den Titel gewonnen hatte, lief es in der Meisterschaft "nur" noch ordentlich. Den Aufstieg verpasste das Team von Sandro Vergaro. Von Detlef Kanthak

Schöner hätte die am Freitag auch offiziell endende Fußball-Saison für den A-Ligisten SV Orsoy kaum beginnen können. Nach noch nicht einmal sechs Wochen stand schon der erste Pokal in der Vitrine. Der Gewinn der Rheinberger Stadtmeisterschaft hievte den Verein mit seinem neuen Trainer Sandro Vergaro gleich auf das Favoritenschild. Knapp ein Jahr später weiß man: Der Schein hat getrogen, mit dem Aufstieg ist es nichts geworden, man muss den nächsten Versuch starten.

Immerhin, der zweite Platz im Endklassement ist auch nicht von Pappe. Das beste Ergebnis, das der Club in seiner Vereinshistorie erreichte, wird zwar irgendwann in der Statistik einstauben, ist für den Coach aber dennoch nicht unbedeutend. "Natürlich hat man als Trainer große Ziele", bekennt der 38-Jährige, dem 2013 noch als Spieler des SVO die Rückkehr in die A-Liga gelungen war und der nach ersten Trainerjahren in Duisburg im vergangenen Sommer an den Gildenkamp zurückgekehrt war. "Der Aufstieg wäre bombastisch gewesen", sagt er, "aber das beste Vereinsergebnis zu holen, darauf können wir auch stolz sein." Da wäre es nur korrekt, seiner Mannschaft ein Kompliment auszusprechen. "Man darf ja auch nicht vergessen, wie es am Ende der Vorsaison in Orsoy noch ausgesehen hat", erinnert Vergaro an die Aufräumarbeiten, die anstanden, als er sein Wort für die Grün-Weißen gab. Trainer weg, Abteilungsleiter weg, und auch die Mannschaft musste erst einmal neu sortiert werden. Vergaro und der neue Fußball-Chef Erkan Ayna, seines Zeichens auch der Sturmstar der Mannschaft, machten sich an die Arbeit und stellten ein Team mit hohem Niveau, aber leider auch kleinen Fehlern zusammen.

"Als Einzelspieler war jeder top", sagt Vergaro, "als Team glich die Mannschaft aber eher einer Überraschungstüte." Zumal der Coach immer wieder Abstriche machen musste. Mit Robin Morawa und Fatih Sanverdi nahmen sich just beim Gewinn der Stadtmeisterschaft zwei Spieler aus dem Team, weil sie nicht darauf verzichten konnten, in fremden Kabinen zu zündeln. Der eine verließ den SVO in der Winterpause, der andere musste bis zur Rückrunde auf seinen ersten Einsatz warten. "Für eine Meisterschaft waren wir zu dünn besetzt", weiß Vergaro heute. Urlaube, Verletzungen, Mittagschichten, all das machte sich irgendwann bitter bemerkbar. Offensichtlich wurde es nicht nur beim 0:9 als Gast des SV Sonsbeck II, das dem SVO die Spitze kosten sollte. "Wir haben unsere Chance auf den Aufstieg gegen die vermeintlich leichteren Gegner verspielt", ärgert sich Vergaro über die unnötigen Punktverluste.

Mit neuen Kräften in der Winterpause versuchten Vergaro und Ayna noch einmal dagegen zu steuern, durften sich, so der Trainer, über "Spieler mit Charakter", mehr Leben im Trainingsbetrieb und als Ergebnis auch über eine beeindruckende Rückrunde, in der der SVO 13 mal als Sieger vom Platz ging, freuen. Am Ende aber fehlten fünf Zähler um den souveränen SV Budberg noch von der Spitze zu verdrängen.

Neue Saison, neues Glück. "Wir werden versuchen, es diesmal besser zu machen", geht Vergaro mit offensiven Worten in sein zweites Jahr beim SVO. Verzichten muss er dabei auf namhafte Routiniers. "Ich bin stolz, dass ich sie noch ein Jahr lang trainieren durfte", denkt Vergaro an die Klasse von Mustafa Köse und Ercan Kiraz, die künftig beim Nachbarn TuS 08 Rheinberg die Kommandos geben. Die Zwillinge Lars und Jens Dickmann trauen sich den Sprung in die Landesliga zum SV Schwafheim zu, während Gianni Giorri und Mihaly Rika die Fußballschuhe an den Nägel hängen werden.

Mit Björn Kluth, Patrick Rentsch, Oshipai von Schwartzenberg und Ali Jawad, allesamt vom FC Rumeln-Kaldenhausen an den Gildenkamp geholt, dem Lüttinger Oliver Tittel und der Homberger Nachwuchskraft Adem Ak sieht der Trainer künftig alle Positionen doppelt abgedeckt.

Quelle: RP
 
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