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Der "Hüter" der Viktoria-Anlage schaut nicht auf die Uhr

Lokalsport: Der "Hüter" der Viktoria-Anlage schaut nicht auf die Uhr
Mit KSB-Urkunde vor dem Vereinswappen: Für Dirk Terhorst ist die Birtener Sportanlage wie ein zweites Wohnzimmer. FOTO: Stefanie Kremers
Birten. Der Kreissportbund Wesel zeichnete den Birtener Dirk Terhorst für sein ehrenamtliches Engagement aus. Das besondere Augenmerk des 45-jährigen Platzwartes gilt dem Rasen-Spielfeld. Von Stefanie Kremers

Wenn in den Umkleiden auf der Anlage von Viktoria Birten eine Glühbirne den Geist aufgibt oder der Wasserhahn in den Toiletten tropft, schellt bei Dirk Terhorst das Telefon. Der 45-Jährige ist seit 2009 mit Leib und Seele Platzwart und erster Ansprechpartner für die kleineren wie größeren Probleme der Fußballer. Für sein Engagement, das ehrenamtlich weit über seine Aufgaben als "Hüter" der Viktoria-Sportanlage hinausgeht, wurde der Familienvater vom Kreissportbund (KSB) Wesel in einer Feierstunde ausgezeichnet.

Vor knapp sieben Jahren übernahm der umsichtige Birtener das Amt von Hans Kucher, der sich ein Jahrzehnt um den Ascheplatz gekümmert hatte. Seit seinem Antritt ist eine Menge passiert. Die Balltreter spielen auf Naturrasen, die Umkleidekabinen sowie das Vereinsheim wurden umfangreich saniert. Und ein neuer Parkplatz vollendet das veränderte Gesicht der Sportanlage. Einen Großteil hat auch Terhorst mit seiner unermüdlichen, ehrenamtlichen Arbeit dazu beigetragen. Egal was anstand, der Vater der siebenjährigen Mara und zehnjährigen Lea packte mit an. Die Büsche und Bäume, die um den Platz wucherten, brachte der neue Platzwart in Form. Dem wilden Grünbewuchs trat er mit der Schuffel entgegen. Trainings- und Spielgeräte fanden nach und nach einen geordneten Platz. Während sich die Birtener Akteure auf der Sportanlage auf den Fußball fokussiert sind, ist Terhorst der stille Helfer im Hintergrund. Er stellt die Tornetze hoch und fegt die Kabinen, wenn das Flutlicht schon längst abgeschaltet ist. "Irgendetwas gibt es immer zu tun", sagt der ordnungsbewusste Platzwart. Viele Tipps und Kniffe für die Pflege der Anlage nimmt er von seiner Arbeitsstelle bei Straßen NRW mit. Dort ist Terhorst als Straßenwärter beschäftigt und kümmert sich unter anderem um den Grünschnitt sowie die Instandhaltung von Fahrbahnen und Ampelanlagen. So weiß sich der handwerklich begabte Familienvater auch bei kleinen Reparaturarbeiten stets zu helfen.

Gegen regnerisches und stürmisches Wetter kann aber selbst der Birtener nichts machen. "Bei dem Dauerregen mache ich mir schon Sorgen um den Platz und kämpfe dafür, dass er gesperrt bleibt", erzählt Terhorst, der seit rund 40 Jahren im Verein ist und alle Jugend- sowie Seniorenteams durchlief. So hat sich der Alte-Herren-Kicker in den vergangenen dreieinhalb Jahren fast schon pedantisch für die Pflege des Rasens eingesetzt. Er kümmerte sich um die richtige Düngung, mähte den hochgewachsenen Rasen teilweise in stundenlanger Arbeit gleich zwei Mal hintereinander, trug Maulwurfhügel ab und mischte das richtige Erde-Sand-Verhältnis, um Löcher aufzufüllen. "Wenn ich eine Millionen Euro gewinnen würde, würde ich einen kleinen Käfig bauen, indem bei jedem Wetter gekickt werden kann", so Terhorst.

Wenn es bald ins Frühjahr geht und er freitags um 13 Uhr von der Arbeit zuhause ist, ist sein Nachmittag fest verplant. Nach der fünfminütigen Fahrradfahrt zu "seinem Sportplatz" wird Runde für Runde das Spielfeld und der umliegende Rasen gemäht. "Vor dem Abend ist Dirk dann meistens nicht zuhause", erzählt seine Ehefrau Andrea, die die Erfolge des Einsatzes ihres Mannes mitbekommt. "So gepflegt wie jetzt war der Platz wohl noch nie", lächelt sie und weiß zugleich, dass ihr Mann auch weiterhin hilfsbereit zupackt und sich in seinem "zweiten Wohnzimmer" austobt.

Quelle: RP
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