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Der SSV bleibt drin: "Malle" wird's spüren

Lokalsport: Der SSV bleibt drin: "Malle" wird's spüren
Vor zahlreichen Zuschauern mühte sich der TuS Borth mit Andreas Dargel, der in dieser Szene den Lüttinger Max Stapelmann zum Gegner hat. In Unterzahl waren die Gastgeber allerdings nicht durchschlagkräftig genug. FOTO: Armin Fischer
Kreis. Das Team aus Lüttingen verteidigt seinen Platz in der Kreisliga A mit dem 1:0-Sieg beim TuS Borth. Maik Schmitz trifft in letzter Sekunde. Von Detlef Kanthak

Eilig hatten es die Fußballer des SSV Lüttingen. Vor dem Platz des TuS Borth wartete schon das Taxi, das die auf ihren Koffern sitzenden Kicker zum Flughafen bringen sollte. Die Mannschaftsfahrt nach Mallorca, wegen der Relegationsrunde mit den beiden Vertretern der B-Liga aus Borth und Asberg in Gefahr, konnte doch noch verschoben werden. Und besser hätte das Timing eigentlich auch nicht sein können. Im letzten Spiel der Dreierrunde war dem SSV eine Stunde zuvor mit dem 1:0 (0:0) in Borth der zweite Sieg gelungen. Lüttingen bleibt der A-Liga erhalten, und "Malle" wird es zu spüren bekommen.

Eine halbe Stunde lang traten beide Mannschaft mit mehr Respekt denn Heldenmut an. Fast schien es, als ob die Entscheidung auf die zweite Halbzeit vertagt werden sollte. Ein Distanzschuss von Kapitän Fabian Wenten, der über das Borther Tor strich, war alles, was das Herz des SSV erwärmen konnte. Für den TuS versuchte sich Andreas Dargel mit vergleichbarem Erfolg. Und sehr spektakulär wirkte auch der lange Ball nicht, der in der 32. Spielminute auf die Seitenlinie der Lüttinger Hälfte zutrudelte. Doch SSV-Keeper Martin Sackers lief hin, und von der anderen Seiten nahm Marino Perkowski den Vergleich auf. Der Borther rutschte in den Gästetorhüter, bremste wohl noch im letzten Moment ab, verletzte Sackers aber mit seinem Knie am Kopf. Schiedsrichter Samet Alpaydin blieb keine andere Wahl als Perkowski vom Feld zu schicken. Für Sackers ging es nicht weiter. Weil der SSV ohne zweiten Keeper auf der Bank angereist war, schlüpfte Mirko Poplawski ins Dress mit der Nummer eins auf dem Rücken.

Dem als defensiver Mittelfeldspieler gestarteten neuen Torsteher muteten seine Mitspieler nicht allzu viel Arbeit zu. Poplawskis Augenmerk vor der Pause lag darin, den einen oder anderen Rückpass seiner Mitspieler schadlos zu verarbeiten.

Nach dem Seitenwechsel steigerte der SSV, der mit Maik Schmitz seine Offensivabteilung verstärkt hatte, das Tempo. Zehn Borther hielten entschieden dagegen und erarbeiteten sich ein Gleichgewicht. Doch die Zeit rann ihnen unter den Fingern weg. Die Mannschaft, der nur ein Sieg zum Aufstieg verholfen hätte, verpasste ihre beste Möglichkeit, als Dargel eine Flanke von Armin Schüler nicht erreichte. Auf der Gegenseite hielt Borths Torhüter Pascal Kastendieck seine Auswahl im Spiel, als er bei Schüssen von Oliver Tittel und Schmitz auf der Hut war.

Drei Minuten vor dem Abpfiff schien der SSV in Person von Maik Schmitz doch noch auf dem Weg zum Treffer des Tages. Marcel Enk fuhr sein Bein aus und dem Lüttinger in die Parade. Alpaydin griff erneut in die Tasche und zückte nach der Notbremse wieder Rot. Und damit nicht genug: Der bereits im ersten Abschnitt verwarnte Christoph Albert musste sich in der Nachspielzeit nach einem Foul am durchlaufenden Bastian Johann erst die zweite Gelbe Karte und sofort danach den roten Karton anschauen.

Was blieb war der letzte verzweifelte Versuch von acht wackeren Borthern, doch noch Vereinsgeschichte zu schreiben. Aber auch der letzte Eckstoß, zu dem sich auch Kastendieck auf den Weg in den gegnerischen Strafraum gemacht hatte, prallte im Lüttinger Block ab. Schmitz schnappte sich den Ball noch in der eigenen Hälfte, rannte dem leeren Tor entgegen, schob zum 0:1 ein und beendete so einen trotz der fehlenden Klasse doch höchst spektakulären und dramatischen Kampf. Schiri Alpaydin nahm seine Pfeife nicht mehr in den Mund sondern beendete die Partie mit Lüttinger Jubel und Borther Enttäuschung.

"Unser Problem war natürlich die frühe Rote Karte", fasste Willi Hermanns, Trainer des TuS, die gesamten 101 Minuten des Spiels zusammen. "Und trotzdem, wir haben uns auch in Unterzahl sehr gut präsentiert." Auch sein Kollege auf der Gegenseite mochte keinen Klassenunterschied zwischen Sieger und Verlierer feststellen. "Der Sieg und der Klassenerhalt sind schön für uns", freute sich Thilo Munkes. "Aber genauso gut hätten wir am Ende auch enttäuscht auf dem Rasen liegen können", zollte er der engagierten Leistung des TuS Respekt.

Quelle: RP
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