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Lokalsport
Dramatisches Finale im Xantener Derby

Kreis. Fußball-Kreisliga A: Spitzenreiter TuS Xanten verliert in der Nachspielzeit mit 2:3 beim SSV Lüttingen. Am Platzverweis von Sebastian Giltjes erhitzen sich die Gemüter. Der SV Orsoy und Borussia Veen vermelden jeweils Kantersiege. Von Detlef Kanthak

Wie soll man's nennen? Glück im Unglück, dass die Konkurrenz an der Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A ebenfalls reihenweise die Punkte liegen lässt? Oder ist es etwa doch das Nervenflattern, dass den TuS Xanten sechs Spieltage vor Abschluss der Serie befällt? Dazu später mehr. Fakt aber ist: Der Tabellenführer bezog eine Woche nach dem 0:2 in Orsoy mit dem 2:3 (1:1) beim Lokalrivalen SSV Lüttingen seine zweite Niederlage in Folge, blickt bei fünf Zählern Vorsprung vor dem nächsten Verfolger, dem VfL Rheinhausen, allerdings noch auf ein scheinbar sicheres Punktepolster. Nur, beide Mannschaften stehen sich am kommenden Sonntag auf dem Rasen des Fürstenbergs gegenüber und werden dann versuchen, die Karten zu ihren Gunsten neu zu mischen.

Das Xantener Derby am Lüttinger Schürkamp war sieben Minuten erst alt, da durfte der SSV bereits jubeln. Oliver Tittel, im Team der Fischerdörfler der Mann für die besonderen Tore, zog ab und durfte sich, so sein Trainer, hinterher für seinen "Sonntagsschuss" feiern lassen. "Der TuS hat die erste Halbzeit optisch beherrscht, aber wir haben sehr gut dagegen gehalten", freute sich Thomas Haal, dass sein Lüttinger Team nahtlos an die guten und siegreichen Vorstellungen der vergangenen Wochen anknüpfte. Der Trainer vergaß auch nicht an die bittere 1:8-Abfuhr seiner Auswahl aus dem Hinspiel zu erinnern. "Nach dem Ergebnis ist der jetzige Erfolg natürlich eine Genugtuung für alle im Verein", machte Haal keinen Hehl daraus, wie stolz die Brust im Lager des SSV derzeit angeschwollen ist.

Xantens Torjäger Marko Cevtkovikj sorgte allerdings schon neun Minuten nach dem Rückstand für den Ausgleich des TuS, der auch noch nach dem Seitenwechsel das Tempo des Spiels vorgab. Stefan Bock traf in der 66. Minute zur verdienten Führung des Spitzenreiters, der sich dann aber noch die Butter vom Brot nehmen ließ. "Bei allem was in diesem Spiel vorgefallen ist, wir haben die Partie selbst verloren", blickte Xantens Geschäftsführer Karl-Heinz Beeck auf eine zweite Hälfte, in der die Gäste "nicht clever genug" aufgetreten seien. "Nach dem Wechsel hätten wir für die Entscheidung sorgen müssen", erklärte Beeck. Stattdessen musste der TuS-Verantwortliche nur zwei Minuten später mit ansehen, wie sein Team die Führung schon wieder preis gab. Daniel Derpmann sorgte für das 2:2. Und die Gäste sollte es in den Schlussminuten noch dicker erwischen. "Ich bin nicht derjenige, der nach den Spielen groß über Unparteiische schimpft", wurde Beeck diesmal seiner Linie untreu. "Aber man kann den Schiedsrichter nicht aus der Schuld an der Niederlage herauslassen", erklärte er. Insbesondere die 87. Minute rückte Schiri Yasin Kaya in den Mittelpunkt des Geschehens. Xantens Verteidiger Sebastian Giltjes sah die Rote Karte. "Völlig rätselhaft", befand Beeck, "denn Sebastian ist ja selber geschubst worden!"

SSV-Trainer Haal sah allerdings noch weitere Körperberührungen. Der Coach hatte Kaya darauf hingewiesen, dass ein ins Seitenaus rollender Ball zu früh von Giltjes mit der Hand aufgenommen worden sei. "Der Schiedsrichter hat darauf hin auf Freistoß entschieden", gab Haal seine Sicht der Dinge wieder. Seine Einflussnahme auf das Spielgeschehen soll nicht ohne Reaktion geblieben sein. "Ich bin dann selbst noch von Xantener Seite beschimpft und weg geschubst worden", teilte der SSV-Trainer mit. Nach der roten Karte nutzte der SSV seine letzte Chance gegen das dezimierte Gästeteam. Mirko Poplawski traf in der Nachspielzeit zum 3:2.

Wesentlich unspektakulärer verlief das Rheinberger Derby zwischen dem SV Budberg II und dem SV Orsoy. Mit 0:8 (0:2) bezogen die Gastgeber eine deutliche Klatsche, die ihren Aussichten auf den Klassenerhalt noch einen weiteren herben Dämpfer verpasste. "Es war frustrierend, aber es muss trotzdem weiter gehen", beeilte sich Budbergs Trainer Michael von Zabiensky zu versichern, dass sein Team dennoch nicht den Kopf in den Sand stecken werde. Erkay Ayna leitete den Torreigen in der dritten Minute ein. Eine halbe Stunde später war das Spiel entschieden. Stephan Barth und Lars Dickmann trafen zum 3:0, ehe Ayna erneut zur Stelle war. Nach dem Seitenwechsel erhöhten Ulas Özpolat und Robin Morawa mit je zwei Torerfolgen.

Einen überraschend deutlichen Auswärtssieg feierte am gestrigen Nachmittag Borussia Veen. Bei den Vluyner Preußen siegte die Formation von Trainer Ulf Deutz überraschend deutlich mit 6:0 (2:0). Der Coach sprach von einem der besten Saisonleistungen seiner Auswahl. "Wir haben den Ball und Gegner laufen lassen und auch in der Höhe verdient gewonnen", freute sich Deutz gleichermaßen über Erfolg und Auftritt seiner Mannschaft. Dennis Tegeler und Daniel Holland sorgten für die Pausenführung. Holland legte noch zwei weitere Treffer nach, zudem waren Musa El-Zein per Elfmeter sowie Laurin Werder erfolgreich.

Quelle: RP
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