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Lokalsport
Drei Tore in Amern - alle "bergab"

Sonsbeck/Amern. Fußball-Landesliga: Der SV Sonsbeck gewann gestern Abend bei den VSF Amern mit 2:1. SVS-Trainer Thomas Dörrer sprach von katastrophalen Bedingungen, auf die seine Mannschaft die richtige Antwort gegeben habe. Von Nils Jansen

Gemischte Gefühle bei Thomas Dörrer am späten Mittwoch Abend: Zum einen freute sich der Trainer des SV Sonsbeck über einen verdienten 2:1 (0:1)-Auswärtserfolg seiner Mannschaft bei den Vereinigten Sportfreunden Amern, zum anderen ärgerte er sich maßlos über die widrigen Umstände, die ihn und seine Mannschaft in Schwalmtal erwartet hatten. "Zunächst hat man uns bei der Anfahrt nach Amern auf einen Ausweichplatz mit der Wegbeschreibung reichlich in die Irre geführt. Dann kamen wir an diesem merkwürdigen Sportplatz mitten im Wald an und fanden ein deutliches Gefälle vor." So spielte sein Team im ersten Durchgang "bergauf", in der zweiten Halbzeit naturgemäß "bergab".

So steil wie die Eiger-Nordwand im Berner Oberland war's nun nicht im Walde vor Amern, aber ähnlich schlecht bespielbar war das Geläuf durchaus. Dörrer war schon bedient, als er und seine Schützlinge aus dem Bus kletterten - ganze zehn Minuten vor dem Anpfiff. "Wir hatten dann noch fünf Minuten, um uns warm zu spielen", erklärte er. Dennoch hatte Sonsbeck die erste große Chance des Spiels, die Jonas Kremer aber liegenließ. Gut herausgespielt und begünstigt durch einige Unaufmerksamkeiten im Defensivverhalten der Gäste gelang den Gastgebern der Führungstreffer durch Tobias Bruse in der 23. Minute. Derweil froren auf der Sonsbecker Bank nur die beiden jungen Akteure Raphael Mandel und Kosta Jovic neben Ersatztorhüter Jonas Gründjens. Dieses Trio schaute sich bereits etwas irritiert um, da es keine Kabine weit und breit zu geben schien, in der man sich zur Pause etwas aufwärmen konnte.

Tatsächlich: Die Mannschaften blieben zur Pause im Freien und Dörrer versuchte aus der Situation das Beste zu machen: "In der zweiten Halbzeit spielen wir bergab - da geht noch was, Jungs!" Mut machen - lautete seine Devise, und seine Schützlinge ließen seine Worte nicht ungehört im dunklen Wald verhallen.

Mit einem schönen Volleyschuss verwertete Ajdin Mehinovic in der 51. Minute eine Flanke von Marvin Braun am zweiten Pfosten zum Ausgleich. Die Partie war nun wieder völlig offen. Und Jonas Kremer legte nach: In der 70. Minute traf er per Kopf aus dem Gewühl, nachdem sich zuvor Maximilian Fuchs durchgesetzt hatte. "Dieses Tor kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Amern fiel danach nichts mehr ein, und wir waren dem 3:1 näher, als der Gegner dem 2:2", so Dörrer, der noch ein Großchance von Fuchs gesehen hatte. "Vor meiner Mannschaft ziehe ich heute ganz tief den Hut. Sie hat die richtige Antwort auf diese katastrophalen Bedingungen gegeben. Es war ein dreckiges Spiel, ein Kampfspiel. Aber wir haben unsere Serie mit sieben Spielen ohne Niederlage ausgebaut", meinte er.

Quelle: RP
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