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Lokalsport
Ein heißer Kampf um jede Sekunde

Lokalsport: Ein heißer Kampf um jede Sekunde
Len Deckers (Nummer 40) absolvierte die 1,5 Kilometer in 5:40 Minuten und wurde Erster. FOTO: Ostermann Olaf
Alpen. RP-Mitarbeiter Johannes Heiming war beim 25. Alpener Stadtlauf mittendrin. Nach zehn Kilometern erreichte er ausgepumpt das Ziel. Von Johannes Heiming

Als ich die Sportanlage in Alpen gegen 14 Uhr betrete, ist der Himmel bedeckt. Es weht ein angenehm kühles Lüftchen über die Tartanbahn. Bis zum Start des Zehn-Kilometer-Laufs sind es noch gute zwei Stunden. Die Zeit lässt sich wunderbar nutzen, um die Atmosphäre des 25. Alpener Stadtlaufs aufzusaugen.

Als die Läuferinnen und Läufer sich wenig später zum Fünf-Kilometer-Lauf an der Startlinie einfinden, spüre ich die Sonne auf meiner Haut. Von Minute zu Minute wird's wärmer, die ersten Schweißperlen machen sich bemerkbar. Es sollen bei Weitem nicht die letzten bleiben an diesem Tag. Den 172 Startern scheint das Wetter allerdings nicht viel auszumachen. Als der Startschuss ertönt, zieht sich das Feld auf der Stadionrunde wie eine Ziehharmonika auseinander. Etwa eine halbe Stunde später haben die meisten Läufer das Ziel erreicht. Und der Tenor nach den ersten Gesprächen könnte nicht eindeutiger sein. Da heißt es: "Es ist einfach viel zu warm und schwül. Freu dich mal auf deinen Lauf." Augenblicklich fühle ich mich an das Jahr 2014 erinnert. Damals, bei meinem ersten Stadtlauf in Alpen, zeigte das Thermometer 37 Grad an. So heiß es ist es diesmal nicht, doch für meinen ersten offiziellen Zehn-Kilometer-Wettkampf dürfte es ruhig etwas weniger drückend sein.

Marcel Bischoff (Nummer 416) gewann den Lauf über fünf Kilometer. Er sicherte sich den ersten Platz in 16:31 Minuten. Schnellste Frauen über diese Distanz war Katharina Wehr (19:13). FOTO: Olaf Ostermann

Auf der Tartanbahn steht die Luft. Das merke ich spätestens, als ich mich nach dem Aufwärmen pünktlich um 16.30 Uhr am Start aufstelle. Vor mir, in der ersten Reihe, haben sich die Favoriten eingefunden. Dazu gehören auch ein paar Teamkameraden von der LG Alpen. Deren Vorschlag, ihr Tempo so lange wie möglich mitzulaufen, habe ich dankend abgelehnt. Mein Ziel habe ich dennoch klar vor Augen: Eine Zeit unter 40 Minuten soll es werden. Die Anspannung steigt. Nach einer Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufs in München werden die letzten zehn Sekunden gemeinsam runtergezählt. Dann geht's los.

Schon nach wenigen hundert Metern habe ich die Spitze aus den Augen verloren, doch die ersten Kilometer fühlen sich gut an. Unterstützt und angefeuert von den Zuschauern und den Cheerleadern aus Kamp-Lintfort, bringe ich die zwei von insgesamt vier Runden erfolgreich hinter mich und liege im Zeitplan. Nach der Runde durch die Stadt ist es ein anspornendes Gefühl, wieder auf die prall gefüllte Sportanlage einzulaufen.

Während sich hier Zuschauer an Zuschauer reiht, sind die Straßen allerdings fast wie ausgestorben. Bis auf ein paar vereinzelte Unterstützer und zwei wunderbare Rasensprenger am Wegesrand sorgt nur die engagierte Samba-Band für Aufsehen. Schade!

Doch als die letzte Runde anbricht, habe ich dafür ohnehin kein Auge mehr. Allmählich werden die Beine schwer, das harte Training der letzten Wochen und das schwüle Wetter machen sich bemerkbar. Jetzt heißt es: beißen. Immer wieder geht der Blick zur Uhr, die Sekunden rinnen dahin, die Meter tun das deutlich zu langsam. Als es auf die letzten Kilometer geht, werden die letzten Reserven mobilisiert. Völlig ausgepumpt, aber sehr zufrieden erreiche ich das Ziel. Auf der Uhr stehen 39 Minuten und 58 Sekunden.

Quelle: RP
 
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