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Lokalsport
Eine Saison der kurzen Wege

Kreis. Kreisliga A: An der Tabellenspitze könnte es am Ende ganz eng werden. Von Detlef Kanthak

Es wird kuschelig werden im Norden der Fußball-Kreisliga A. Das ist sicher, denn mit acht teilnehmenden Mannschaften knubbelt es sich in der heute offiziell beginnenden neuen Spielzeit zwischen Orsoy und Sonsbeck. In der "Saison der kurzen Wege" könnte es zudem ganz eng an der Tabellenspitze werden. Dass das Wort vom "Aufstieg" und der Traum von der Bezirksliga seitens der Trainer nicht allzu gerne in den Mund genommen wird, überrascht angesichts der alljährlichen Bescheidenheit nicht. Doch auch die Zielrichtung "oberer Tabellenbereich", zu der sich, wenn auch mit feinen Schattierungen, fünf Vereine bekannten, lässt ein sportliches Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten.

Der als Tabellendritter im vergangenen Spieljahr nur knapp gescheiterte SV Sonsbeck II wird einen neuen Anlauf nehmen. Dass der SV Orsoy mitmischen möchte, war nach Vorstands- und Trainerwechsel nicht unbedingt zu erwarten. Aber die Zahl der Abgänge hat sich in überschaubaren Grenzen gehalten. Neu-Trainer Alessandro Vergaro vertraut mit Ercan Kiraz und Mustafa Köse auf bekannte Namen, die zwar den Altersdurchschnitt anheben, mit ihrer Routine aber als neue Leitwölfe herhalten sollen. Vergaro legt sich fest: Platz 4 soll es mindestens sein. Man wird sich innerhalb der Stadtgrenzen also mit dem SV Budberg messen müssen. Nach dem fünften Rang der Vorsaison möchte auch dessen Trainer Patrick Jetten eine Verbesserung sehen. Mit namhaften neuen Akteuren wartet derweil die Veener Borussia auf, die von der Konkurrenz als Titelanwärter eingeschätzt wird. Doch Trainer Ulf Deutz bremst vorsorglich ab. "Wir wollen uns nicht verschlechtern und machen es nicht an einer Platzierung aus", erklärt er diplomatisch. Vorne so erfolgreich wie zuletzt, gleichzeitig seltener den Ball aus dem eigenen Netz holen - das wär's doch schon aus Veener Sicht.

Klare Ansage dagegen vom Nachbarn aus Alpen: Die Viktoria möchte in ihrem zweiten A-Liga-Jahr den nächsten Schritt nach oben machen. Der sechste Rang, so Trainer Jörg Schütz, soll es am Ende der Spielzeit schon sein. Ein einstelliges Ergebnis schwebt dem SV Millingen vor - auch Torsten Weist, Coach des letztjährigen Aufsteigers, denkt dabei nicht unbedingt an den neunten Platz.

Blieben die Xantener Clubs: Nach drei Jahren Abstiegskampf wäre der SSV Lüttingen froh, rechtzeitig den Klassenerhalt vermelden und sich im Mittelfeld platzieren zu können. Bei Bezirksliga-Absteiger TuS Xanten wird derweil noch auf weitere neue Akteure gehofft. "Wir haben eine Mannschaft, die in der Liga bestehen kann", verspricht Trainer Gerd Wirtz. Ob es zu mehr reicht? Man verhandelt noch. Sicher ist jedenfalls, dass Leistungsträger wie Patrick Biegala und Sebastian Giltjes am Fürstenberg bleiben und der Coach nicht mehr, wie in den Schlusswochen einer desolaten Saison nötig, auf dem Spielfeld mitmischen und sich anschließend gemeinsam mit seinen Spielern unter die Dusche stellen wird - das wäre der Kuschelei im Norden dann doch etwas zu viel.

Quelle: RP
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