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Lokalsport
Geburtstag mit Abwehrtechniken

Lokalsport: Geburtstag mit Abwehrtechniken
So wird's gemacht: Zwei Mitglieder von Aikido Dojo Alpen präsentieren hier einen Auszug ihres Könnens. Die Sportart als eine Form der Selbstverteidigung ist in Japan entstanden. FOTO: Olaf Ostermann
Alpen. Vor zehn Jahren wurde der Verein Aikido Dojo Alpen gegründet. Die Mitglieder wünschen sich mehr Hallenzeiten. Von Sabine Hannemann

Der Boden der Turnhalle der Alpener Grundschule am Wald ist mit Matten ausgelegt. Rundherum haben sich Vereinsmitglieder, ihre Familienangehörigen und Freunde vom Aikido Dojo des Orts ein Plätzchen gesichert, um bei den verschiedenen Vorführungen zum zehnjährigen Vereinsgeburtstag den besten Blick zu haben. Ruhe kehrt ein. Die Präsentation beginnt. Meister Josef Jürgens sagt kurz und knapp die Übungen an.

Jung und Alt, Groß und Klein machen mit; nehmen Anlauf zur Rolle mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Sie landen geschickt gezirkelt und scheinbar mühelos auf der weichen Matte. Der liegende Partner ist kein wirkliches Handicap. Das Tempo baut sich allmählich auf. Nach dem variantenreichen "Rollenprogramm" folgen Abwehrtechniken und die Demonstration weiterer Techniken. Die Zuschauer verfolgen gespannt das Geschehen.

Mona Sprenger ist seit der Vereinsgründung dabei. Aus verschiedenen Gründen, wie sie sagt. "Die Gemeinschaft gefällt mir. Wir helfen uns sehr viel untereinander. Beim Training lerne ich sehr viel", sagt die 17-Jährige. Mitglied Matthias (38), der mit seinen beiden Töchtern am Training teilnimmt, schwört ebenfalls auf die Gemeinschaft und die Bewegung: "Ich kann beim Training sehr gut entspannen und alles hinter mir lassen." Vieles bleibt eben auf den Matten. "Das fängt schon mit der Verbeugung an. Alles, was einen belastet, fällt ab", sagt Jürgens. "Mit dem Gong erfolgt nach einer kurzen Ruhephase sofort die Konzentration." Wie viel Körperbeherrschung und Präzision zu den einzelnen Übungen gehört, ist bei den Gruppenvorführungen zu erleben.

Jürgens ist später mit dem Ablauf der Veranstaltung einverstanden, die Anwesenden zeigen sich begeistert. Zehn Jahre Aufbauarbeit liegen hinter dem Verein. "Ganz zufrieden sind wir nicht", sagt der Vereinsvorsitzende mit Blick auf die kleinen Samurai, die noch nicht schulpflichtigen Kinder, und die Senioren. "Wir können im Winter nicht genug trainieren, weil wir keine Hallenzeiten bekommen." Gerade für die Seniorengruppen sei es wichtig, unter Gleichaltrigen zu trainieren.

Jürgens dazu: "Hemmschwellen lassen sich einfacher abbauen. Als eine Leistungs- und Altersgruppe bewegen sie sich auf Augenhöhe." Der Rückblick auf zehn Jahre Aikido Dojo Alpen offenbart nicht nur einen guten Trainingszustand, sondern auch ein gutes soziales Miteinander.

So hat sich der Verein um Flüchtlinge gekümmert und sie integriert. Seit sechs Monaten gehört der kleine Kreis zum Clubleben dazu, trainiert regelmäßig mit. Auf einfache Weise wird zudem die deutsche Sprache erlernt. In der Vereinsarbeit und im Aufbau von Gruppen sieht Jürgens weiterhin viel Potenzial. Die Sportart Aikido als Form der Selbstverteidigung ist in Japan entstanden. "Wir zerstören nicht, verletzen nicht, sondern schützen. Wir reagieren nicht vor Angst, sondern arbeiten an uns selbst, steuern unser Konfliktverhalten über Bewegung. Dabei geht um Grundelemente des Lebens ", sagt Jürgens über den Kern des Trainings.

"Jeder geht gestärkt aus dem Training, weil wir ohne Konkurrenzsituation arbeiten." Im November finden mit renommierten Trainern wie Thorsten Schoo, Mike Kessel und Patrick Cassidy Lehrgänge statt. Für die nächste Jahre hat sich Jürgens vorgenommen, eine feste Gruppe mit nicht-schulpflichtigen Heranwachsenden sowie eine Seniorengruppe aufzubauen. "Ich werde mich allmählich und langsam aus dem Verein zurückziehen, um die Arbeit in jüngere Hände zu geben", kündigte er überdies an.

Weitere Infos unter www.aikido-alpen.de.

Quelle: RP
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