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Lokalsport
Happy End in Lüttingen: SSV-Elf kann mit Druck umgehen

Lüttingen. Fußball-Kreisliga A: Das Konzept, auf Spieler aus dem Fischerdorf zu setzen, wird in der kommenden Saison fortgesetzt. Von Detlef Kanthak

Was macht man eigentlich, wenn man wenige Spieltage vor Abschluss der Saison schon mit mehr als nur einem Bein in der B-Liga steht? Als die Fußballer des SSV Lüttingen am 14. April aus ihren Betten krabbelten und in der Zeitung die Tabelle der Kreisliga A studierten, hätten sie sich vermutlich am liebsten sofort wieder die Decke über den Kopf gezogen.

Da stand's nämlich schwarz auf weiß: 16. Platz, höchste Abstiegsnot, gerade einmal 19 Punkte auf dem Konto und neun Zähler Rückstand auf die Konkurrenz. Und das zu einem Zeitpunkt, wo nur noch acht Spiele auszutragen waren. Doch es sollte ein Happy End geben. "Wir haben immer an uns geglaubt", erklärt Fabian Wenten wenige Wochen später. Da sah die Welt für den Mannschaftskapitän des SSV und seine Mitspieler freilich schon wieder ganz anders aus. Weitere 19 Zähler holten die Lüttinger aus den verbleibenden Begegnungen, siegten und punkteten dabei sogar gegen die Spitzenteams der Liga und schafften in der Verlängerung, als gegen die Mannschaften aus Asberg und Borth auch die Relegation überstanden war, tatsächlich noch Grund zu feiern.

"Wir haben während der gesamten Saison aber speziell in der Rückrunde unter enormen Druck gestanden", erinnert sich Trainer Thilo Munkes mit gemischten Gefühlen. Zum einen sagt er: "Man möchte so etwas nicht noch einmal erleben." Zum anderen aber entlädt sich auch bei ihm der Stolz und die Freude über das Geschaffte. "Unter diesem Druck ist die Mannschaft zusammengewachsen", und: "sie war erfolgreich, weil sie ihr System gefunden hat."

Dass der Erfolg nicht über Nacht kommen könne war dem Lüttinger Führungsstab vor dem Saisonauftakt bewusst gewesen. Munkes, sein Co-Trainer Thomas Tennagels und der Sportliche Leiter Armin Remers lehnten anders als ihre Vorgänger in der Vergangenheit spektakuläre, aber riskante Wechsel auf dem Spielermarkt ab. "Am Ende bestand die Mannschaft zu 90 Prozent aus Spielern, die in Lüttingen groß geworden sind", beschreibt Remers die Philosophie des Triumvirats. Mit Fabian Wenten entschied sich auch der spätere Kopf der Mannschaft, seine Zelte beim damaligen Oberliga-Absteiger SV Sonsbeck abzubauen und zu seinem Jugendverein zurückzukehren. Um ihn herum gruppierten Munkes und Tennagels junge Akteure aus der zweiten Mannschaft und Spieler, die gerade erst dem Junioren-Alter entwachsen waren. Selbst als zur Winterpause der Erfolg des Konzepts in der Tabelle noch auf der Kippe stand, blieb der SSV dem eingeschlagenen Weg treu.

Für Max Stapelmann, Max Reimers und Jerome Niehues lagen zum Auftakt der Rückrunde die frischen Trikots mit den hohen Rückennummern bereit. Das Trio aus dem Lager der A-Junioren setzte sich durch und genoss bis hin zur erfolgreich absolvierten Relegation das Vertrauen der Trainer. "Das ist das Fazit, das wir in die kommende Saison mitnehmen werden: Unser Konzept mit jungen, heimischen Spielern ist zwar glücklich, am Ende aber erfolgreich aufgegangen", sagt Munkes. "Jetzt heißt es, darauf aufzubauen und die Leistung weiter zu steigern." Auf ein weiteres Jahr mit Wasserstandsmeldung Oberkante Unterlippe kann der SSV jedenfalls gut verzichten.

Zugänge: Johann Hildebrand, Marius Schindler (beide DJK Wardt), Denis Krupic (Co-Trainer).

Quelle: RP
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