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Lokalsport
Isabell Werth macht weiter - Tokio 2020 ist ein großes Ziel

Rheinberg/Rio De Janeiro. Die Rheinbergerin könnte entspannt die sportliche Rente planen, doch die erfolgreichste Reiterin der Olympia-Geschichte ist noch längst nicht satt. Von Angela Bern

Noch während die Kür lief, waren deutschen Dressurreiter zu Charlotte Dujardin geeilt, um ihr schon mal vorab zum Olympiasieg zu gratulieren. "Sie haben gesagt: Du bist ein Tier. Ich habe geantwortet: Das habe ich alles von eurer Isabell gelernt", meinte die Goldmedaillen-Gewinnerin von Rio am Tag nach dem Triumph.

Neben Dujardin saß die erfolgreichste Reiterin der Olympia-Geschichte und grinste. Das Gesicht noch immer gerötet von der Anstrengung im Sattel, die Silbermedaille für Platz zwei in der Kür um den Hals, ließ Isabell Werth endlich raus, was alle unbedingt von ihr hören wollten. "Ich habe nicht vor, meine Karriere zu beenden. Und wenn ich weitermache, dann natürlich auf Topniveau. Mal sehen, ob es für die nächsten vier Jahre noch reicht." 2020 treffen sich die Sportler im japanischen Tokio. Isabell Werth ist dann 51, ihre hochveranlagte Stute Weihegold 15 und damit im allerbesten Dressuralter. Was Weihegold, das eher kleine Pferd ohne das ganz große Gangbild, heute schon kann, lässt im Hinblick auf Tokio olympische Träume in Gold reifen. "Langsam, langsam. In vier Jahren kann vieles, kann alles passieren", so Werth.

Gerade die Rheinbergerin weiß sehr genau, wovon sie spricht. Es ist noch keine fünf Monate her, da war ihre Teilnahme in Rio in weite Ferne gerückt. Ihr Paradepferd Bella Rose und auch Don Johnson als Plan B fielen verletzt aus, die Reiterin stürzte "in ein sehr tiefes Loch". Dann besann sie sich auf ihre beiden Youngster, auf Weihegold und Emilio, und schnell war klar, dass die olympische Wahl auf Weihegold fallen würde. In der kurzen Zeit seit April hat die geniale Reiterin die schwarze Stute auf höchstes olympisches Niveau gebracht.

"Es gibt eigentlich in meinem Sport niemanden, zu dem ich aufschaue - mit Ausnahme von Isabell", sagt die mit nun drei olympischen Goldmedaillen dekorierte Dujardin: "Sie ahnt wahrscheinlich gar nicht, wie viel ich von ihr gelernt habe." Mit all ihrer Erfahrung wusste Werth auch, dass sie die von Dujardin und Valegro vorgelegten fast 94 Prozentpunkte in der Kür nicht knacken konnte, dennoch gab sie wie immer alles.

"Wir hätten ein Weltwunder gebraucht, um Charlotte einzuholen." Ohne die kleinen Unregelmäßigkeiten beim starken Trab und dem Übergang zur letzten Piaffe hätte es wohl zu einer 90 gereicht - eine Leistung, die Weihegold kaum jemand zugetraut hatte. Die Stute ist eher klein, sie hat keinen so starken Gang, kein so überdeutlich zur Schau gestelltes Selbstbewusstsein wie Valegro - aber sie hat eine Reiterin, mit der alles möglich ist - auch in Tokio 2020.

Quelle: RP
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